7 Lehrpersonen, 65 SchülerInnen (gesamt ca. 90 LehrerInnen, 62 Klassen, 2.700 SchülerInnen, Musikgruppe Titlà)



Das Lied Kikeriki wurde im Rahmen eines Großprojektes von insgesamt 62 teilnehmenden Schulklassen aus Ost- und Südtirol einstudiert und bei einem abschließenden Ländersingen im Mai 2009 in Toblach in Südtirol, anlässlich des Tiroler Gedenkjahres 1809-2009 gemeinsam angestimmt. Länderübergreifende Wurzeln wurden zwischen den SchülerInnen mittels gemeinsamen Singens und Tanzens vergegenwärtigt und nachhaltige Kontakte geknüpft.
Im Rahmen dieses Großprojektes führte die HS Nußdorf-Debant bei Lienz das Projekt „Jugend trifft Geschichte“ im Zeitraum Februar-Mai 2009 durch. In den Unterrichtsfächern Deutsch und Geschichte wurde der Tiroler Freiheitskampf unter Andreas Hofer im Jahr 1809 gegen die französisch-bayrische Besetzung aufgearbeitet und die gemeinsame Geschichte der Süd-, Ost- und Nordtiroler reflektiert. In Musikerziehung behandelte man die Verbindungen von Volkslied und Volksmusik im Osttiroler und Südtiroler Pustertal. Dabei erlernten die SchülerInnen das Lied und den Tanz Kikeriki, das in der Publikation „Singmo mitnondo!“ anlässlich der Durchführung des Großprojektes publiziert wurde.
Mit diesem Lied beteiligte sich die HS Nussdorf-Debant dann am Ländersingen „Singmo mitnondo“ in Südtirol. Zu hören ist die Grundschule Mühlwald aus Südtirol, die ebenfalls am Ländersingen in Toblach beteiligt war.
Weitere lustige Anregungen zur spielerisch-tänzerischen Umsetzung für Kinder zu diesem Stück sind im Tanzheft Kikeriki zu finden, das vom Oberösterreichischen Volksliedwerk zur Vermittlung von Volksmusik für Kinder herausgegeben wurde und dessen Cover der hier abgebildete Gockel schmückt.
Dieses Stück ist auch bekannt als Gickerl-Polka oder Gickerl-Tanz. Der hier zu findenden Tanzbeschreibung liegen Aufzeichnungen aus Hauzenberg in Niederbayern von Erna Schützenberger aus dem Jahr 1930 zugrunde. Publiziert wurde dieser Tanz erstmals 1985 in Hermann Derschmidts „Tänze aus Oberösterreich“ mit Melodie und drei verschiedenen Tanzvariationen mit der Bemerkung, dass der Kikeriki im „Dreiländereck“ in mehreren Varianten belegt sei. Zu diesem hier weit verbreiteten Tanz wurden vielfach eigene, oft sehr erotische Texte gesungen. So existieren je nach Region und persönlichem Geschmack viele textliche, aber auch tänzerische Varianten. Über die Entstehung der Melodie ist, wie so oft bei mündlich überlieferten Stücken, nichts bekannt. Eva Bruckner und Ernst Schusser vom Volksmusikarchiv des Bezirkes Oberbayern schrieben zur Melodie einen kindergerechten Text, der 1992 erstmals publiziert wurde.
Bei Kindern erfreut sich das Lied großer Beliebtheit und ist hier von Schulklassen der Grundschule Mühlwald aus dem Südtiroler Pustertal zu hören, die sich im Rahmen des Schulprojektes „Mit allen Sinnen - Singmo mitnondo 2009" bei einem Ländersingen mit weiteren Südtiroler und Osttiroler Schulklassen in Toblach (Pustertal/Südtirol) getroffen haben. Dazu wurde eine gleichnamige Publikation herausgegeben, die das Lied beinhaltet. Der hier abgebildete Gockel ist auf der Titelseite des Tanzheftes Kikeriki aus dem Oberösterreichischen Volksliedwerk zu finden, das zu diesem Tanz und zu weiteren Volkstänzen viele lustige Anregungen zur spielerisch-tänzerischen Umsetzung für Kinder enthält.
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SchülerInnen, Lehrpersonen, evtl. ReferentInnen des Steirischen Volksliedwerks



Das Thema „Gwånd und Schuah“ ist eines, das jede und jeden von uns tagtäglich betrifft. Im Rahmen des Schulprojektes „Mit allen Sinnen“ wird „Gwånd und Schuah“ daher vom Steirischen Volksliedwerk als Schnupperprojekt angeboten.
Denn auf Grund vieler Lieder zu dem Thema bietet es eine gute Gelegenheit sich musikalisch damit auseinanderzusetzen.
Zum einen sind Lieder und Tänze verbreitet, die sich mit den HerstellerInnen von Kleidung, wie mit dem Schuster oder der Spinnerin beschäftigen. Hier gibt es besonders viele scherzhafte und spöttische Lieder wie etwa „Wia machens denn die Schneida“. Zum anderen gibt es Lieder über Kleidung bzw. das Anziehen. Dazu zählt auch das hier zu hörende „Mei, håb i net a schens Schuacherl ån“, das der CD zum gleichnamigen Buch „Kindertänze trallala“ entnommen ist. Es handelt sich hier um ein Schwellied. Das heißt von Strophe zu Strophe kommt immer neuer Text hinzu. Diese damit verbundene Beliebtheit bei Kindern gemeinsam mit dem pädagogischen Lernziel der Memorisierung macht es ideal für den Gebrauch im Unterricht.
Darüber hinaus lassen sich manche Lieder zu diesem Thema gut mit Bewegungen kombinieren, etwa mit der Spielzusammenstellung "Huat-Tauschen". Zum Thema gibt es auch verschiedene Tänze, wie zum Beispiel „Du årmer Schuastergsöll“, der hier mit einer Tanzbeschreibung abgebildet ist. Einige dieser Lieder lassen sich durch neue selbst gedichtete Strophen an die eigene Lebenswirklichkeit, sprich die heutige Kleidung anpassen.
Zusätzlich kann man sich in diesem Projekt mit der Herstellung von Kleidung beschäftigen und so etwa eine Schneiderin, einen Schuster, eine Spinnerin, einen Weber etc. in ihrer/seiner Werkstatt besuchen, Großeltern befragen oder sich selbst in diesen Fertigkeiten wie weben, stricken, textiles Gestalten versuchen. (siehe Projekt "Fit für Kathrein"). Hier sind auch Vergleiche von Herstellungs- und Verarbeitungsverfahren aus vergangenen Zeiten möglich. Die Auseinandersetzung mit der Tracht bzw. regionalen Mustern und Stoffen ist eine weitere Vertiefungsmöglichkeit.
Das hier abgebildete Aquarell von Karl Ruß zeigt Bauersleute aus Passail bei Graz und stammt aus dem Jahr 1813.
In verschiedenen Text- und Melodievariationen überliefert, wird das Lied „Mei, hab i’s net a schens Schuacherl ån“ bis heute gerne gesungen. Die erhaltenen Quellen reichen bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück und verteilen sich räumlich von Tirol und Südtirol, dem Bregenzerwald und Salzkammergut bis hin zum Lavanttal in Kärnten.
Das Lied zählt zu den Schwellliedern, die von Strophe zu Strophe „anschwellen“, da immer neuer Text hinzugefügt wird. Diese damit verbundene Beliebtheit bei Kindern gemeinsam mit dem pädagogischen Lernziel der Memorisierung macht es ideal für den Gebrauch im Unterricht. Das Steirische Volksliedwerk bietet passend zum Lied Schnupperprojekte für Schulen zum Thema „Gwånd und Schuah“ an. Dabei wird sich dem Thema inhaltlich sowie musikalisch angenähert.
Das Lied ist auf der CD und im gleichnamigen Liederbuch „Kindertänze trallala“ zu finden, 2006 herausgegeben vom Steirischen Volksliedwerk. Es singen und spielen Vinzenz Härtel, Sigrun Mogel, Uta Mogel und Gerhild Mogel, mit Unterstützung ihrer Eltern und Geschwister.
Das hier abgebildete Aquarell zeigt Bauersleute aus Passail bei Graz und wurde 1813 von Karl Ruß auf seiner Wanderung in dieser Gegend angefertigt. Es befindet sich im mehrbändigen, von Konrad Mautner und Viktor Geramb publizierten Werk „Steirisches Trachtenbuch“ im 2. Band, dritte Lieferung „Ost- und Untersteier“ aus dem Jahr 1936 (Graz).
SchülerInnen, Lehrpersonen, evtl. ReferentInnen des Steirischen Volksliedwerks



Der „Steirische Prinz“ Erzherzog Johann von Österreich (1782–1859) war in vielerlei Hinsicht eine für die Steiermark wichtige Persönlichkeit: Er besaß Fabriken und Kohlegruben und war Gründer bedeutender Institutionen, darunter etwa das Joanneum, das Steiermärkische Landesarchiv oder die Montanuniversität Leoben. Dazu gilt er als Revolutionär des Erzabbaus am Erzberg und als Initiator des Südbahnausbaus von Wien über den Semmering und von Graz nach Triest. Neben seinen ökonomischen Verdiensten hat sich der Prinz besonders für die Volkskultur, ihre Sammlung und fachgerechte Dokumentation eingesetzt. Johanns volkskulturelle Verdienste sind daher Basis für folgende Projektvorschläge, die anhand dieser historischen Persönlichkeit eine vergangene Zeit (erstes Viertel des 19. Jahrhunderts) und ihre Musik darstellbar und fassbar machen.
Es kann gesammelt und erforscht werden, was damals, aber auch heute gesungen, gespielt und getanzt wurde bzw. wird, um so ein eigenes Liederbuch zu gestalten. Johann hat eine Reihe von Dichtern und Komponisten zu Werken angeregt. Das berühmteste davon ist wohl das hier zu hörende Erzherzog Johann-Lied „Wo i geh und steh“. Dieses kann etwa in Form des damals noch üblichen Bänkelsangs aufbereitet werden. Dazu können die Kinder eigene Bilder gestalten. Dem Lied ist ein Bravourjodler angehängt. Dieser und andere Jodler, wie etwa der kindgerechte Passailer Jodler finden sich in Johanns Volksliedsammlung und können eingelernt werden. Einfache Jodler spielen sich auch leicht auf der Schwegel, eine einfache, damals beliebte Querflöte aus Holz. Sie lässt sich relativ einfach aus einem Plastikrohr herstellen. Johann wurde auch im Lied „Das Gamserlschiaßn is mei Freud“ verewigt. Hier kann die Problematik des Wilderns besprochen werden.
Auf den Spuren des Erzherzogs werden die Kinder auch zu TänzerInnen. Neben Johanns Lieblinstanz, dem „Steirer“, bietet sich auch die „Spitzbubenpolka“, in Süddeutschland als Spott auf den Erzherzog verbreitet, zum Tanzen an. Ein weiteres Beispiel für Lieder über den Prinzen sind die Johann Schnaderhüpfeln, eine bis heute beliebte Form des Singens und vor allem der spontanen Dichtung. Anhand von „Wie reimt sich das zusamm“ lernen die Kinder schnell und einfach eigene Gstanzln zu dichten.
Dieses Lied kann als Lob an Erzherzog Johann von Österreich (1782-1859) verstanden werden. Er ging nicht nur als Modernisierer in die Geschichte ein, sondern war auch in volkskultureller Hinsicht äußerst wichtig für die Steiermark, denn er trug zum Sammeln und Fördern materieller und geistiger Kultur bei und pflegte einen engen Kontakt zur Bevölkerung. Ausgedrückt hat er dies durch das Tragen des Steireranzuges, außerdem heiratete er eine Bürgerliche, die Ausseer Postmeisterstochter Anna Plochl.
Mehr oder minder bedeutende Komponisten widmeten dem berühmten Erzherzog Stücke, die heute allerdings weitgehend in Vergessenheit geraten sind. Im Gegensatz wurden einige der sogenannten „Erzherzog Johann-Lieder" als Volkslieder bekannt und werden noch heute gerne gesungen, allen voran das berühmte „Wo i geh und steh". Zumindest der Text dieses „steyrischen Alpenliedes" - die Melodie dürfte aus Tirol stammen - wurde 1830 vom oberösterreichischen Beamten und Mundartdichter Anton Schosser (1801-1849) in Schärding verfasst und unter dem Titel „'s Hoamweh" in den „Naturbildern aus dem Leben der Gebirgsbewohner in den Grenzalpen zwischen Steyermark und dem Traunkreise" (Linz 1849) abgedruckt veröffentlicht. Durch die Aufnahme in eine Reihe von Liederbüchern fand das Lied rasch Verbreitung. Dieses „Kunstlied im Volksmund" wurde vor allem durch Nationalsänger in vielen Varianten verbreitet. In seiner späteren Version mit dem kunstvollen Bravourjodler gilt der „Erzherzog Johann-Jodler" heute so manchem als heimliche steirische Landeshymne.
Gesungen wird das Lied hier von Gisela Meissenbichler (1906-1998), die den Bravourjodler in unvergleichlicher Weise interpretiert und ihr den Ruf als Jodelkönigin einbrachte. Der Erfolg der gebürtigen Tirolerin begann bei einer Wanderung auf die Schneealm. Nach einer kurzen Rast in der Rinnhofer-Hütte wurde sie von ihrem Mann aufgefordert, die Gitarre von der Wand zu nehmen, zu spielen und zu singen, um die Gesellschaft in der Hütte zu unterhalten. Das Schicksal nahm seinen Lauf, denn die damals noch junge Schallplattenindustrie war auf der Suche nach beeindruckenden Talenten und eine Karriere als Meistersängerin bei zahlreichen Radiosendungen und Veranstaltungen im In- und Ausland war ihr sicher. So ist es auch nicht verwunderlich dass ihre Schellacks zu gesuchten Raritäten wurden.
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1 Lehrperson, 11-14 SchülerInnen, 1 Tanzreferentin, Kooperation Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Tiroler Kirchtagsmusig, Sofijska Ljatna Musika



Im Rahmen des Langzeitprojektes von „Mit allen Sinnen“ nehmen jährlich SchülerInnen mit besonderen Bedürfnissen des SPZ Schwarzingergasse, im Alter zwischen sechs und 17 Jahren am Projekt „Tanz als Wahrnehmungsförderung“ teil. Auf diesem Weg erweitern die teils schwerstbehinderten Kinder und Jugendlichen mittels Tanz, Tanzspielen und Liedern ihre sozialen, kognitiven und koordinatorischen Fähigkeiten.
Beginnend mit elementaren Bausteinen, wie Klatschen und Stampfen, um die Musik körperlich spürbar zu machen, studieren die SchülerInnen komplexere Tänze ein. Im Vordergrund steht dabei nicht die Perfektion des Tanzens, sondern der soziale Zusammenhalt der SchülerInnen zueinander. Über die Jahre ist das Tanzrepertoire der SchülerInnen gewachsen. Mittlerweile werden die Tänze und Lieder auch miteinander getanzt und gesungen, wenn die Workshopleiterin nicht anwesend ist.
Im Schuljahr 2007/08 fand das Projekt unter dem Schwerpunkt Integration statt. In einer Wiederholungsstunde, mit Unterstützung von Studierenden der Universität für Musik und darstellenden Kunst, wurden verschiedenste Tänze aufgefrischt. Die Studierenden verfolgten im Rahmen des Bewegungs- und Tanzpraktikums für angehende MusikerzieherInnen das Projekt und sammelten dabei wertvolle Erfahrungen. Neben bereits Erlerntem wurden neue Tänze kennen gelernt. Besonderen Anklang fand, mit dem scherzhaft drohenden Zeigefinger, die Spitzbuampolka, die durch den rhythmischen Teil die SchülerInnen stark anspricht. Die SchülerInnen probten ihr Repertoire in Hinblick auf die Teilnahme beim öffentlichen Tanzfest „Musikanten-Zyklus“ im Wiener Konzerthaus.
Das Tanzfest erwies sich als Höhepunkt für die SchülerInnen, die festlich mit Trachten gekleidet waren und neben den Klängen zur Tiroler Kirchtagsmusig auch bulgarische Rhythmen der Gruppe Sofijska Ljatna Musika ausprobierten. Die positiven Aspekte im Hinblick auf eine Erhöhung der Akzeptanz, eine gesteigerte öffentliche Wahrnehmung und die Integration von Menschen mit besonderen Bedürfnissen kann gar nicht genug betont werden.
Die Spitzbubenpolka findet unter verschiedenen Namen und in unterschiedlichen Formen weite Verbreitung in ganz Österreich. So ist der Tanz etwa unter dem Namen Judenpolka, Sautreiber, Fingerlpolka oder Vogelsteller bekannt. Vor allem im deutschen Sprachraum, aber auch im westslawischen Gebiet und in ganz Europa erfreut sich der pantomimische Klatschtanz großer Beliebtheit. Prägendes Merkmal des Tanzes ist das dreimalige Stampfen und Klatschen als auch das scherzhaft drohende Winken der Tanzenden mit dem Zeigefinger. In Süddeutschland ist die Spitzbubenpolka unter der Bezeichnung „Reichsverweser“ bekannt und wird als Spott auf Erzherzog Johann von Österreich (1782-1859) verstanden, der vergeblich versuchte, die deutschen Fürsten mit Schimpfen und Drohen auf eine einheitliche Politik zu bringen.
Die hier abgebildete Tanzbeschreibung wurde 1952 von Rudolf Bruneder in Dambach der Gemeinde Garsten in Oberösterreich aufgezeichnet und vom Volksmusikforscher Hermann Derschmidt (1904-1997) in der Reihe „Tänze aus Oberösterreich“, Band 1 im Jahre 1985 vom Landesinstitut für Volksbildung und Heimatpflege herausgegeben. Das Notenblatt und die Tonaufnahme stützen sich auf eine Aufzeichnung von Karl Schmidt, der dieses Stück von der Emmersdorfer Spielmusik in Niederösterreich hörte und transkribierte.
Gespielt wird die Spitzbuampolka hier von dem Trio „D’ Rosenegger Zwiefachen“, das sich aus Mischa Niemann an der Steirischen Harmonika und Sascha Niemann an der Gitarre sowie Norbert Winkler am Kontrabass zusammensetzt. Rosenegg, ein Waldviertler Einzelgehöft nahe dem Mühlviertel dient dem seit 1997 bestehenden Ensemble als Treffpunkt für die Proben. Die Musiker widmen sich vor allem der österreichischen Volksmusik im Donauraum. Aufgenommen wurde die Spitzbuampolka im Rahmen der 2006 erschienenen CD „taktvoll – Volkstänze aus Niederösterreich“, die den Appetit aufs Tanzen, Musik und Bewegen wecken und gleichzeitig einen Impuls zur Belebung der Volkstanzpflege setzen möchte.
Im Rahmen eines „Mit allen Sinnen“ Schulprojektes am Sonderpädagogischen Zentrums Schwarzingergasse in Wien fand dieser Tanz besonderen Anklang bei den SchülerInnen mit besonderen Bedürfnissen. Speziell das Klatschen, Stampfen und scherzhafte Drohen mit dem Zeigefinger und die rhythmischen Teile sprechen die Kinder und Jugendlichen an.
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angehende KindergartenpädagogInnen, diverse ReferentInnen



Das Projekt „Heimat bist du voller Töne…“ wird vom Wiener Volksliedwerk speziell für angehende KindergartenpädagogInnen der Wiener BAKIPs angeboten. Dabei sollen diese mit volkskulturellen Inhalten vertraut werden, um diese in ihrer späteren Tätigkeit mit Kindern ab bereits drei Jahren einzubringen. Ziel ist dabei in Folge ein Bewusstsein für ein interkulturelles Miteinander zu entwickeln.
Im Rahmen eines ein- bzw. zweitägigen Workshops erlernen und erleben die PädagogInnen verschiedene Inhalte und Methoden für die praktische Arbeit mit Kindern verschiedener Kulturkreise: Neben Liedern werden Reime, Sagen und Geschichten sowie Musik, Bewegung bzw. Tänze aus dem eigenen und anderen Kulturkreisen erforscht und ausprobiert. Dabei wird das in Schulen und Kindergärten beliebte Lied „O du lieber Augustin“ kennen gelernt, das hier von Kindern der Musik- und Singschule der Stadt Wien zu hören ist.
Das im Workshop gesammelte Wissen bietet den PädagogInnen in ihrer Arbeit die Möglichkeit über spielerisches Musizieren, Bewegen und Tanzen verschiedene Kulturkreise zu erschließen, Gemeinsamkeiten zu entdecken, Unterschiede zu überbrücken und wechselseitige Einflüsse der Kulturen bewusst zu machen. Diese Ansätze werden nachhaltig dazu beitragen die kulturelle Vielfalt zu schätzen und Berührungsängste und Vorurteile bereits im frühen Kindesalter abzubauen.
Weiters erhalten die PädagogInnen grundlegende Informationen zum interkulturellen Lernen, Organisationshilfen für Ausflüge in Wien, Feste und Feierlichkeiten sowie den Unterrichtsbehelf „Volksmusik im Alten und Neuen Wien“. Dieser beinhaltet neben den im Workshop kennen gelernten Wienspezifischen Liedern, Tänzen, Themen etc. weiterführende Materialien, Texte, Noten mit Begleitung, Quellennachweise und Animationen.
„O du lieber Augustin" ist ein altes, im ganzen deutschen Sprachraum bekanntes, Tanzlied, dessen Melodie bereits 1670 am Kölner Karneval gesungen worden sein soll.
Das Lied handelt von Augustin Marx oder Marx Augustin (1643 - 1705), einem Wiener Dudelsackpfeifer und Bänkelsänger, der nach einer durchzechten Nacht in die Pestgrube fiel und dort bis zum Morgen schlief. Wundersamerweise überlebte er diese Nacht dank des genossenen Alkohols und zog umher, um davon zu berichten und die Leute damit zu unterhalten. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass es sich um eine Legende handelt, denn das Lied tauchte in Wien erst um 1800 auf und erfuhr unzählige Bearbeitungen als Tanzmusik, Opernparodie, für Klavier und für das Theater. Doch nicht nur in Wien sondern in ganz Europa wurde das Augustinlied zeitgleich musikalisch verarbeitet, daher könnte es von Sachsen nach Wien gekommen sein, wo es dann dem wienerischen Sprachgebrauch angepasst wurde. Die Pestlegende und das Lied bestanden lange Zeit nebeneinander, ohne in Zusammenhang gesetzt zu werden.
Erst der Wiener Sagensammler Moritz Bermann verband die beiden Teile 1865 und fortan wurde das Lied dem Lieben Augustin zugeschrieben, der in der Pestgrube landete. Die Beliebtheit des Augustinlieds ist dadurch dokumentiert, dass es unter anderem in Film, Operette, Kabarett, Kammermusik, Komödie, Theater und Singspiel vorkommt bzw. dass der Augustin als Namensgeber und Schutzpatron für Zeitschriften und Zeitungen dient - bis in die heutige Zeit hinein.
Seit dem Ersten Weltkrieg wird dieses Lied im Salzkammergut als Abschluss einer Veranstaltung im Zusammenhang mit den „Drei Schleunigen" gesungen. Das heißt, nach dem dritten Durchspiel des Schleunigen wird die Augustinweise in gedehnter Version als Kehraus eingebaut.
In Kindergärten und Schulen stellt die Handlung des Liedes heute noch eine beliebte Erzählung dar und das Lied wird gerne gesungen. Hier handelt es sich um eine Aufnahme der Kinder der Musik- und Singschule der Stadt Wien, welche 2008 anlässlich des 70. Jubiläums der Schule mit rund 1000 Mitwirkenden im Großen Saal des Wiener Konzerthauses ein aufwendiges Programm zum Besten gaben.
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117 SchülerInnen, 9 Lehrpersonen



Anlässlich des Europäischen Jahres 2010 zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung begaben sich die SchülerInnen der Musikmittelschule Götzis mittels der Eigenproduktion eines Musicals auf die Spuren der „Schwabenkinder“.
Seit dem 17. Jahrhundert zogen alljährlich im Frühjahr Kinder armer Bergbauernfamilien aus Vorarlberg, Tirol und der Schweiz zur Arbeit nach Oberschwaben. Auf einem Kindermarkt in Ravensburg wurden die sechs- bis fünfzehnjährigen Mädchen und Buben als SaisonsarbeiterInnen an oberschwäbische Bauern vermittelt. Der Titel des Musicals leitet sich von der gängigen Frage am Sklavenmarkt in Ravensburg ab: „Was koscht des Kind?“ Auf den Bauernhöfen hüteten sie das Vieh, halfen im Stall, bei der Ernte und im Haushalt. Sie waren dort völlig auf sich alleine gestellt, großteils Heimweh, Arbeitsüberlastung und Misshandlungen ausgesetzt. Im Herbst kehrten die „Schwabenkinder“ mit etwas Bargeld und neuer Kleidung in ihre Heimat zurück. Auf diese Weise trugen sie bis in die 1930er zum Lebensunterhalt ihrer Eltern und Geschwister bei.
Die „Schwabengängerei“ mit ihren Licht- und Schattenseiten diente als Stoffgrundlage für das Musical. In den Unterrichtsfächern Geschichte und Religion wurde das Thema historisch bearbeitet, Armut und Ausgrenzung sowie Solidarität und Kinderarbeit in Vergangenheit und Gegenwart begreifbar gemacht. In den musischen Fächern, im Chor und Schulorchester wurde die emotionalen Stimmungen der „Schwabengängerei“ aufgegriffen, Themen wie Glaube und Hoffnung, Heimweh und Angst, liebevolle Aufnahme aber auch Begegnungen mit Gewalt im Musical verarbeitet.
Die Proben der SchülerInnen dauerten von Jänner bis Mai. Dabei lernten sie unter anderem dieses alemannische Volkslied „I Muetters Stübele“, das Armut und Betteln in den Strophen verarbeitet. Hier singt der Viergesang der Hauptschule Egg im Bregenzerwald. Prägend für das Musical war auch die Einübung der verschiedenen Dialekte, die im Stück vorkommen, vorarlbergerisch, tirolerisch und schwäbisch. Besonders die Einbeziehung von Interviews der letzten noch lebenden Vorarlberger "Schwabenkinder" machte die Aufführungen zu einem unmittelbaren Erlebnis.
Bei diesem Lied handelt es sich um ein alemannisches Volkslied das zur Gattung der Bettlerlieder zählt. Neben seiner Bekanntheit im alemannisch-sprachigen Raum erfreut es sich großer Beliebtheit in ganz Österreich, vor allem in Vorarlberg, das der Sprachgruppe der alemannischen Dialekte angehört.
Der Verfasser des Liedes ist unbekannt. Veröffentlicht wurde es bereits 1908 im Zupfgeigenhansl durch Hans Breuer. Als Mitglied der Wandervogelbewegung sammelte er auf gemeinsamen Fahrten Volkslieder, die infolge im Liederbuch publiziert und durch die Verwendung in der Bewegung weite Verbreitung erlangten. Die romantisierende, der Natur zugewandte, Jugendbewegung wies damals auch deutschnationale Züge auf. Singen, Musizieren und Tanzen zählten zu den wesentlichen Elementen ihrer Freizeitgestaltung. Vor allem das deutsche Volkslied erfuhr eine besondere Aufwertung.
Noch stärker jedoch wurden das Volkslied und die gesamte Volkskultur von den Nationalsozialisten vereinnahmt und für ihre Zwecke instrumentalisiert, insbesondere sollte damit die Stärkung der Volksgemeinschaft vorangetrieben werden. Dieses Lied findet sich daher auch im 1942 publizierten Liederbuch „Hellau!“, im Kapitel „Heimatlieder“ wieder. Es sollte für die Soldaten an der Front eine emotionale Verbindung zu ihrer Heimat schaffen und den Kämpfergeist stärken, wie sich dem Vorwort entnehmen lässt: „So soll nun dies Buch viel Freude bereiten! Und Freude schafft wiederum Kraft. Diese seelische Kraft aber soll mithelfen, unserem kämpfenden Volke den Endsieg zu erringen.“
Interessanterweise taucht das Lied in einer ideologisch ganz anders ausgerichteten Jugendbewegung der 1968er auf. 1975 dichtete Walter Mossmann das Lied in ein Protestlied gegen den Bau diverser Atomkraftwerke im Raum Basel, Südbaden und dem Elsass um. Es wurde im Liederbuch „Anderi Lieder. Von den geringen Leuten ihren Legenden und Träumen, ihrer Not und ihren Aufständen.“ publiziert.
Ganz im Gegensatz zu den ausgrenzenden und völkischen Weltanschauungen des Nationalsozialismus wurde das Bettellied 2011 im Rahmen eines „Mit allen Sinnen“ - Schulprojektes „Was koscht des Kind ... auf den Spuren der Schwabenkinder“ von der Mittelschule Götzis (Vorarlberg) aufgegriffen (im Bild zu sehen). Das Projekt richtete sich gegen Armut und soziale Ausgrenzung, in Vergangenheit und Gegenwart.
Noch heute ist das Lied in vielen Schulliederbüchern vertreten, um diese beiden Themen im Schulunterricht zu thematisieren. Hier singt daher der Viergesang der Hauptschule Egg im Bregenzerwald.
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40 SchülerInnen, 8 Lehrpersonen, 6 ReferentInnen, Salzburger Festtagsmusi, Mix-Dur, Arge Volkstanz, Salzburger Trachtenjugend, Landesverband der Salzburger Heimatvereinigungen



Anlässlich des von der Europäischen Union 2009 ausgerufenen Jahres zur Kreativität und Innovation setzten sich die SchülerInnen im Schuljahr 2009/2010 im Projekt „Fit für Kathrein“ mit der eigenen Volkskultur auseinander und verorteten diese in das zeitgenössische Kulturbewusstsein.
In einem ganztägigen Workshop wurde den SchülerInnen das Volkstanzen näher gebracht: Die Jugendlichen erlernten von den ReferentInnen die Tanzschritte zu Walzer, Polka, Marsch, beschäftigten sich mit den verschiedenen Takten und Tanzfiguren. In weiteren Übungseinheiten wurde dieses Wissen vertieft, darüber hinaus wurden eigene Tanzformen zu zwei bekannten Volkstanzmelodien entwickelt und dabei der kreative Umgang mit Tradition gelebt. Ausgewählt wurde die Melodie eines Boarischen, zu der die Klasse 5m neue Figuren in Vierergruppen entwickelte. Zum hier von den Flachgauer Musikanten zu hörenden Siebenschritt, erarbeiteten die SchülerInnen der Klasse 6m eigene Texte und neuen Figuren. Parallel zu den Tanzeinheiten fanden im klassenübergreifenen Instrumentalunterricht Proben der neu gegründeten Tanzlmusi statt.
Bei zwei weiteren Projekttagen setzten sich die Jugendlichen mit der Kleidung beim Volkstanzen auseinander: Neben der Geschichte, Technik und Handhabe des handwerklichen Stoffdruckes, lernten sie traditionelle Muster der Volkskunst anhand von Trachtenstickerei, Stoffmuster und Stoffdrucken kennen und entwarfen daraus eigene Muster für ein Kleidungsstück (T-Shirt zur Lederhose, Hemd zur Jeans, Kopf- oder Halstuch).
Als Höhepunkt des Projektes nahmen die SchülerInnen am Salzburger Kathreintanz mit ihren neuen Kreationen teil.
Die bekannte Volkstanzforscherin Ilka Peter (1903-1999) zeichnete in den 1930er und 1940er in verschiedenen Regionen Salzburgs Siebenschritt-Formen auf. Ihre Aufzeichnungen bei diesem und bei vielen anderen Tänzen zeigen, dass zur jeweils gleichen - oder nur geringfügig variierten - Melodie jeweils andere Schrittfolgen getanzt wurden. Die frühe Volkstanzforschung sah darin, ähnlich wie beim Dialekt, regionalspezifische Ausprägungen. Ob solche tatsächlich vorhanden waren, oder ob ganz einfach von individuellen Vorlieben einzelner TänzerInnen oder von im Moment entstandenen "Zufallsprodukten" auf ein größeres Ganzes geschlossen wurde, lässt sich heute in den meisten Fällen nicht mehr mit Sicherheit feststellen. Für viele Musik- und TanzliebhaberInnen aber mochte und mag der Gedanke einer regionalen Verwurzelung einzelner Tänze und Musikstücke, wie ihn die Volksmusik- und VolkstanzforscherInnen in ihren schriftlichen Sammlungen proklamierten, durchaus reizvoll erscheinen. So erklärt sich auch, dass viele Trachten-, Brauchtumspflege- und Volkstanzvereine im Laufe der letzten Jahrzehnte aus Sammlungen wie jener Ilka Peters die Aufzeichnungen "ihrer" Region herausgriffen und sie in ihr Repertoire übernahmen, wobei mitunter streng auf "Authentizität", d.h. die Einhaltung der jeweils "regionaltypischen" Choreographie, geachtet wird.
Kreativität im Umgang mit diesem Tanz zeigt das im Rahmen eines 2009/10 durchgeführten „Mit allen Sinnen“ Projektes: SchülerInnen des Sport Realgymnasiums und Musisches Schulsportmodell in Salzburg erarbeiteten eigene Texte und neuen Figuren zum Tanz, um diese beim Salzburger Kathreintanz 2009 zu präsentieren.
Die zu hörende Tonaufzeichnung ist der CD Volkstanz in Salzburg, Folge 1 entnommen, die von der Arbeitsgemeinschaft Volkstanz Salzburg 1996 herausgeben wurde. Das gleichnamige Heft enthält den Siebenschritt mit Noten und Tanzbeschreibung.
Es spielen die Flachgauer Musikanten, die sich aufgrund von Bestrebungen von Tobi Reiser (1907-1974) im Jahr 1934 gründeten. Die Entstehung der Gruppe war in der konservativen Haltung der im Land Salzburg aktiven Trachten- und Brauchtumspflege der 1930er eingebettet. Besorgt gegenüber den modernen Einflüssen in Mode und Tanz, versuchte man die traditionelle Musik zu fördern. Die Gruppe setzte sich ursprünglich aus zwei Klarinetten, diatonisches Hackbrett, Geige, Gitarre und Bassgeige zusammen. Heute ist die Gruppe flexibel in ihrer Besetzung und im Repertoire. Sie wird von Sepp Radauer geleitet. Als Fixpunkt spielt sie beim jährlichen, vom Bergsteigerverein Edelweiss-Club Salzburg veranstalteten, "Edelweißkränzchen".
Literatur: Tobi Reiser und die Flachgauer Musikanten
240 SchülerInnen, 19 Lehrpersonen, 8 ReferentInnen, ExpertInnen im Umfeld



Anlässlich des Europäischen Jahres 2008 zum interkulturellen Dialog beschäftigten sich alle Klassen der Volkschule Otto Glöckel fächerübergreifend über ein gesamtes Schuljahr gemeinsam und unabhängig voneinander mit dem Thema Brücken. Jede Schulklasse erarbeitete ein Projekt: Eine Klasse häkelte an einer Hängebrücke, die über der Aula aufgehängt wurde, eine andere fertigte Ziegel aus Ton an, brannte diese und setzte sie zu einer Brücke zusammen. Davor wurde der Aufbau einer römischen Brücke an einem Holzmodell studiert. Einige malten Ziegelsteine und schrieben Texte darauf. Daraus wurde ein Gemeinschaftsplakat, das im Schulgang aufgehängt wurde. Eine weitere Klasse fertigte eine DVD über Brückenbau sowie eine Dia-Serie über berühmte Brücken an, die sie zuvor mittels Internet und Büchern recherchierten.
In angebotenen Workshops wurde der Brückenbau sinnlich erfahrbar und mittels verschiedener Methoden zur Förderung des Gemeinschaftssinnes und Körpergefühls beigetragen. ExpertInnen, die auch unter den SchülerInnen, Eltern und Verwandten gesucht wurden, gaben ihr Wissen in Kleingruppen weiter. Zwei Lachyoga-Expertinnen übten in Gruppen das gemeinsame Lachen. Im Jodel- und Heimatkundeworkshop wurde das Wissen über die eigenen Wurzeln vertieft, Jodler gelernt und dabei Parallelen zu Instrumenten und Gesängen in anderen Kulturen entdeckt. Weiters wurden Lieder und Tänze anderer Kulturen eingeübt, so auch ein in der Türkei weit verbreiteter Tanz, der Delilo Halay, dessen zu hörende Melodie mit dem Lied „Gel bize, Kati bize“ (Komm zu uns) gesungen werden kann und von den SchülerInnen mit einer einfachen Grundschrittvariante getanzt wurde: vier Schritte schräg rechts vorwärts, vier Schritte gerade zurück.
Zum Abschluss lud die Schule zu einem interkulturellen Fest mit Präsentation und einem interkulturellen Buffet ein. Das gemeinsame Feiern stärkte das Selbstbewusstsein aller Beteiligten und förderte den Brückenbau zwischen Eltern, Lehrpersonen und SchülerInnen.
„Gel bize, katıl bize“ ist ein Lied, das vom Rhythmus und Inhalt Ähnlichkeiten zum deutschsprachigen Lied „Brüderlein, komm tanz mit mir“ aufweist, sich jedoch melodisch unterscheidet. Zum Lied wird ein in der Türkei weit verbreiteter Rundtanz – der Halay – getanzt. Dieser ist in vielen verschiedenen Ausführungen bekannt und zeigt häufig pantomimische Darstellungen. Er wird stets in Reihen getanzt, durchgefasst, in Schulterfassung oder mit den kleinen Fingern eingehängt. Den Tanz führt immer der beste Tänzer an (Halaybaşi), meist ein weißes oder rotes Tuch schwingend bestimmt er Tempo und Tanzstil, von denen es in jeder Region andere gibt. Gerne wird Halay von Zurna und Davul (Trommel und Oboe) begleitet.
Eine einfache Grundschrittvariante wird von den SchülerInnen der VS Otto Glöckel, St. Pölten getanzt, die diesen Tanz im Rahmen eines 2009/2009 durchgeführten „Mit allen Sinnen“ Projektes zum Thema „Brücken“ kennen gelernt haben: Vier Schritte schräg rechts vorwärts, vier Schritte gerade zurück.
Der im Notenbeispiel dargestellte Halay ist dem Liederbuch "Lieder der Türkei" von Stephan Unterberger, das 1994 mit einer begleitenden CD im Musikverlag Helbling erschienen ist. Abdruck und Verwendung mit freundlicher Genehmigung des Verlags. Es handelt sich dabei um eine beliebte und weit verbreitete Form des Halay aus dem Halaygebiet und nennt sich Delilo Halay. Der Schritt ist im deutschen Sprachraum auch als Reigenschritt bekannt.
85 SchülerInnen und Kindergartenkinder, 1 Referentin



Bereits seit dem Schuljahr 2006/2007 wurden an der Volksschule Markt Allhau und infolge im Kindergarten sowie der Neuen Mittelschule Volksmusikklassen gegründet. Alle Kinder kommen seither einmal wöchentlich in den Genuss einer zusätzlichen Sing-, Tanz- und Musizierstunde mit einer Referentin des Burgenländischen Volksliedwerkes. Auf dem Programm stehen Singtänze, Kindervolkstänze, Bewegungslieder, rhythmische Übungen, traditionelle Kinderspiele mit Melodien, Reime und Spiele – mithilfe derer die Kinder in vielen Bereichen gefördert werden. So wird etwa die Lern- und Merkfähigkeit durch das auswendig lernen der Stücke gestärkt. Die gesamte Literatur wird ohne Unterstützung von CDs oder Instrumenten einstudiert, um Gelerntes unabhängig von jeglichen technischen oder sonstigen Hilfsmitteln umsetzen zu können. Inzwischen hat sich aber auch eine eigene „Banda“ formiert, um die Stücke selbst begleiten zu können.
Die Volksmusikklassen lernen im Zuge dessen auch das Scherzlied „Insa Bruida Veidl“ kennen, das die Geschichte vom Veidl erzählt, der gerne ein Reiter werden möchte. Im Arbeitsblatt wird die musikalische Erarbeitung des Liedes dargestellt. Neben der Förderung der Gemeinschaft und der Persönlichkeit werden motorische Fähigkeiten trainiert. Im Kehrvers „Reit, Veidl, reit, da Türk is niama weit“ können im Sachunterricht Bezüge zu den historischen Ereignissen der Türkenkriege aufgearbeitet werden.
Die Noten und Tonaufnahme sind im didaktischen Lehrbuch „Kinderlieder aus dem Burgenland“ zu finden, das im Rahmen eines „Mit allen Sinnen Projektes“ der VS Rattersdorf-Liebing 2011 vom Burgenländischen Volksliedwerk herausgegeben wurde. In der Salzburger Ton- und Notenvariante des Liedes wird der Veidl durch den Hansl ausgetauscht und im Kehrvers verschwindet der Bezug zu den historischen Ereignissen völlig, es heißt nun „Reit, mein Hansl reit! Djaeha, djaeha, djaeha, reit, mein Hansl, reit!“. Das bedeutet, der Text kann mit jedem beliebigen Kindernamen gesungen werden.
Das Scherzlied „Insa Bruida Veidl“ ist heute in verschiedenen Überlieferungen erhalten, die sich musikalisch, aber auch inhaltlich voneinander unterscheiden. So hinterlässt die aus Ödenburg / Burgenland überlieferte Version des Liedes mit ihrem Kehrvers „Reit, Veidl, reit, da Türk is niama weit!“ einen Hinweis auf die historischen Umstände, in denen das Lied entstanden sein könnte: die Türkenbelagerung 1529 bzw. 1683. Thomas Hochradner vermutet in diesem Zusammenhang sogar, dass sich das Soldatenlied „Der Soldat im Türkenkriege“ vielleicht in „Insa Bruada Veidl“ erhalten habe. Liedmodifikationen dieser Art sind durchaus üblich; verblasst der historische Bezug zu einem Ereignis, wird das Sujet diversen Verwandlungen unterzogen, bis ein vielleicht gänzlich neues Lied entstanden ist und der ursprüngliche Themenkreis kaum oder gar nicht mehr festzumachen ist. Oder, es verschwindet gänzlich aus dem Repertoire.
Als Beispiel einer weiterführenden Sujetwandlung des Liedes „Insa Bruida Veidl“ dient die Salzburger Version, betitelt mit „Unser Bua, der Hansl“, die sich melodisch und auch textlich zwar von der burgenländischen unterscheidet, jedoch auf eine enge Verwandtschaft hindeutet. In Salzburg ist „der Veidl“ nun „der Hansl“ geworden, der so gern ein Reiter werden möchte. In beiden Fällen steht die Mutter zur Seite, die ihrem Sohn mit Hilfe eines Besenstiels ein Pferd bastelt. Bei den weiteren Utensilien, die der angehende Reiter benötigt und den darauf folgenden Lösungsansätzen seitens der Mutter kommen Unterschiede auf. In der Salzburger Variante ist der Bezug zu den historischen Ereignissen völlig verschwunden.
Die Noten und Tonaufnahme sind dem didaktischen Lehrbuch „Kinderlieder aus dem Burgenland“ entnommen, das im Rahmen eines „Mit allen Sinnen“ Projektes der VS Rattersdorf-Liebing 2011 vom Burgenländischen Volksliedwerk herausgegeben wurde. Die zweite Variante stammt aus den „Salzburger Liederblättern“, die vom Salzburger Volksliedwerk herausgegeben wurden. Auf der begleitenden CD „Bigga, Bogga, Besenstiel“ ist „Unser Bua, der Hansl“ gesungen und instrumental begleitet von SchülerInnen der Volksschulen Hüttschlag zu hören.
Literatur: Bezug „Unser Bruida Veidl“ zu historischen Türkenkriegen
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35 SchülerInnen, 2 Lehrpersonen, 3 ReferentInnen



Am Schulbeginn 2008/09 trat die Volksschule Bernstein an das Burgenländische Volksliedwerk mit dem Wunsch heran, ein Weihnachtsspiel aufzuführen. Daraus entwickelte sich ein „Mit allen Sinnen“ Projekt, bei dem die SchülerInnen innerhalb von zwei Monaten eine Hirtenkantate für SolistInnen, Kinderchor, SprecherInnen, SchauspielerInnen und Instrumentalensemble einstudierten. Ziel dabei war es, weniger bekannte burgenländische Advent- und Weihnachtslieder kennen zu lernen, um diese den Eltern und Bekannten vorzuführen. Die Publikation „O Wunder groß“, eine Sammlung solcher Literatur von Sepp Gmasz, diente als Grundlage. Die zu sehende Zeichnung ist diesem Liederheft entnommen, das durch Zeichnungen der beiden Klienten Vera Striegl und Sandro Pezetta der Förderwerkstätte „Rettet das Kind“ gestaltet wurde.
Karin Ritter schrieb ein einfaches, kindgerechtes Schauspiel, angelehnt an die Tradition der weihnachtlichen Christ – Geburt Spiele, von denen es im Burgenland etliche Aufzeichnungen gibt. Da an der Volksschule Bernstein einige SchülerInnen bereits ein Instrument lernten, richtete Ralf Schöck, ebenfalls vom Burgenländischen Volksliedwerk, die Lieder für ein Ensemble bestehend aus Geige, Blockflöte, Gitarre und Klangstäbe ein.
Inzwischen wurde die Hirtenkantate von vier weiteren Volksschulen einstudiert und aufgeführt. Da in jeder Schule andere Instrumente zur Verfügung standen, richtete Ralf Schöck mehrere instrumentale Fassungen ein, angepasst an die Möglichkeiten der jeweiligen Schule.
Dieses kirchliche Wiegenlied zählt zu den Liedern zum „Kindlwiegen“. Der Brauch des „Kindlwiegens“ ist seit dem 15. Jahrhundert nachweisbar. Vorwiegend in Frauenklöstern wurde die Figur des Krippenkindes bei der Andacht in der Kirche symbolisch in den Schlaf gewogen. Das Wiegen bedeutete für viele Nonnen wohl auch eine Ersatzhandlung für die gelobte Kinderlosigkeit. Begleitet wurde dieses mit Gesang. Der Brauch ist zunehmend in Vergessenheit geraten, während die Lieder heute noch gerne gesungen werden.
Das Lied "Schlaf Jesulein schlaf" wurde, mit leichten Abweichungen, schon vielfach aufgezeichnet und veröffentlicht. Diese schriftliche Aufzeichnung stammt aus dem Jahre 1937 von Karl M. Klier aus Apetlon im Burgenland. 2005 erschien sie im Burgenländischen Weihnachtsliederbuch „O Wunder“ von Sepp Gmasz. Für die Gestaltung des Buches konnte er Sandro Pezetta und Vera Striegl zwei Mitglieder der Förderwerkstätte von „Rettet das Kind Burgenland" gewinnen.
Das Tonbeispiel stammt von 2007. Es singen die beiden LeiterInnen des Burgenländischen Volksliedwerks Karin Ritter und Sepp Gmasz.
189 SchülerInnen, 14 Lehrpersonen, 3 ReferentInnen (Volkskultur Niederösterreich, Mundart), Caritas Tageswerkstätte Braunegg



Ausgehend von der Idee sich freiwillig zu engagieren wählte die MHS Ottenschlag die Waldviertler Mundart als Thema, um die nahe gelegene Tageswerkstätte für Menschen mit besonderen Bedürfnissen in Braunegg mit einem abschließenden Benefizabend finanziell zu unterstützen.
Die Mundart wurde in den verschiedensten Unterrichtsgegenständen beleuchtet. In Deutsch erarbeiteten die SchülerInnen Sagen und Mundartgedichte aus dem Waldviertel. Besonders die Gegenüberstellung von Hochdeutsch und Dialekt öffnete den SchülerInnen die Augen, wie sehr sie eigentlich „zweisprachig“ aufwachsen. Gedichte Waldviertler MundartdichterInnen wurden entdeckt und deren Vortrag geübt sowie von der Neigungsgruppe ein Theaterstück erarbeitet. Im Informatikunterricht wurde ein Lexikon von bekannten Waldviertler Mundartausdrücken angefertigt und in der Aula für alle MitschülerInnen auf großen Plakaten dargestellt. Dabei war auch eine Vielzahl an Redewendungen vertreten. Weiters druckten die SchülerInnen Dialektausdrücke mit Linoldruck auf heimische Materialien (Steine, Leder, Holz, etc.). In Musikerziehung wurden Waldviertler Volkslieder, –musikstücke und -tänze gesucht und einstudiert, die beim Benefizabend den Eltern, Bekannten und Interessierten präsentiert wurden.
Das hier zu hörende Lied „Kirtograffa“ komponierten SchülerInnen selbiger Schule bereits 2002 mit der Waldviertler Musikgruppe „Stoahoat & Bazwoach“ in einem „Mit allen Sinnen“ Workshop. 2008, anlässlich des Mundartprojektes „Waldviertlerisch“, griff man es wieder auf.
Im Rahmen des Projektes stattete die Schule der Tageswerkstätte einen Besuch ab, um deren Arbeits- und Lebenswelt kennen zu lernen. Darüber hinaus arbeiteten 8 SchülerInnen freiwillig an drei Nachmittagen in den Werkstätten mit. Im Gegenzug wurden die Jugendlichen von Braunegg in die Schule eingeladen um sich in den Gegenständen Religion, Musik, Kreatives Gestalten, Bewegen und Sport einzubringen.
Das hier zu hörende Lied „Kirtograffa“ komponierten SchülerInnen der Musikhauptschule Ottenschlag 2002 im Rahmen eines „Mit allen Sinnen“ Kompositions-Workshops gemeinsam mit der Waldviertler Musikgruppe „Stoahoat & Bazwoach“. Ziel dabei war es, geeignete und für SchülerInnen ansprechende Volksmusikstücke aufzubereiten oder neu zu komponieren. Das Lied ist auf der CD und im gleichnamigen Heft „Volxmusik macht Schule“ zu finden. Die Melodie stammt von 7 SchülerInnen der 3a, der Text von Rudi Hofbauer. Die Komposition jüngeren Ursprungs beschreibt auf humorvolle Weise wie ein Kirchtag früher abgelaufen sein mag und die Raufereien die sich vielleicht heute noch so zutragen.
Der Ursprung eines Kirtags geht auf das jeweilige Kirchweihfest zurück, das sich oft bis in früheste Jahrhunderte zurückverfolgen lässt. Dieser Tag gilt als Festtag der Kircheneinweihung bzw. des Kirchenpatrons. Der zur Erinnerung abgehaltene religiöse Kirtag steht meist in unmittelbaren Zusammenhang mit einem weltlichen Kirtag / (Jahr-)Markt. Das Programm erstreckt sich vielfach auf mehrere Tage und reicht dabei von Märkten, Umzügen, Musik, Tanz, Brauchspielen oder dem Aufstellen eines Kirtagsbaums bis hin zum Bierzelt.
Hier singen und musizieren die SchülerInnen der 3a mit den Musikern von „stoahoat & bazwoach“. Reinhard Horth (Kontrabass), Stefan Horth (Schlagwerk), Michael Koch (Gitarre), Thomas Mayerhofer (Querflöte, Kontrabass, Tenorhorn, E-Bass), Johannes Teuschl (Querflöte, Steirische Harmonika, Thinwhistle, Tuba) und Florian Weiß (Geige, Kontrabass, Posaune, E-Gitarre) in der damaligen Besetzung.
110 SchülerInnen, 5 Lehrpersonen, Schülerchor der Musikvolksschule Daniel Gran I St. Pölten, 7 ReferentInnen: Afro-Tanz, Trommeln, Perkussion, Schuhplattler



Die SchülerInnen der Musikhauptschule beschäftigten sich vier Monate auf vielfältige Weise mit afrikanischer und alpenländischer Volksmusik und schlossen mit einem Benefizkonzert das Schulprojekt ab. Neben der Sensibilisierung und Wertschätzung für andere Kulturen wurde dadurch das soziale Engagement der SchülerInnen gestärkt, die mit ihrer Abschlussaktion ein Schulprojekt in Hoachanas in Südkalahari in Namibia finanziell unterstützten.
Während dem Projektzeitraum umfassten die klassenübergreifenden Aktivitäten musikalische Aktionen und Workshops: Der Schulchor bestehend aus 60 SchülerInnen studierte verschiedenste afrikanische Lieder und Spirituals ein. Die SchülerInnen erarbeiteten eine Reihe von Tänzen, sowohl alpenländischen als auch afrikanischen Ursprungs. Als ganz besonders interessant erwies sich der Vergleich zwischen einem südafrikanischen Gummistiefeltanz und dem Schuhplattler. Das Holz- und Blechbläserensemble lernte Volkslieder, Weisen und Jodler kennen. Weiters nahmen die SchülerInnen der Musikvolksschule am Trommelworkshop mit afrikanischen Rhythmen teil.
Jede Klasse der MHS setzte zusätzlich ein individuelles Projektthema um. Die Palette reichte von der ethnischen und religiösen Zusammensetzung Afrikas, über Kindheit, Probleme wie etwa das HI-Virus, Townships und Apartheidsystem bis hin zur Kultur und Tierwelt. Neben einem Afrika-Quiz fertigten die SchülerInnen einen Afrika-Kalender mit Rezepten und Liedern an, sowie Lesezeichen mit Tiermotiven.
Im Zuge der Auseinandersetzung mit den eigenen Wurzeln - ganz im Sinne des Projektmottos „back to the roots“ - wurde das hier zu hörende, aus alpendländischen Motiven arrangierte, Tanzliederquodlibet kennen gelernt und beim Benefizkonzert vorgetragen. Die MVS beteiligte sich ebenfalls mit fünf Chorstücken am Benefizabend. Darüber hinaus wurde die CD „Wir für Afrika“ publiziert, der das Lied entnommen ist.
Als Grundlage dieses Tanzliederquodlibets dienten dem Komponisten Lorenz Maierhofer ein Jodler, ein Lied und ein Tanz, die im alpenländischen Raum weit verbreitet und beliebt sind. Das Lied kann sowohl als Kanon als auch instrumental ausgeführt werden. Die 1. Stimme setzt sich aus Motiven der Ennstaler Polka zusammen, die 2. Stimme nach dem Volkslied „Hintn bei der Stådltür“ und die 3. Stimme nach dem Admonter Echojodler. Diese Komposition jüngeren Ursprungs erschien erstmals 1988 in der Reihe „Volksmusik aus der Steiermark“ in der Ausgabe „Jåhr und Tag, Neue Lieder aus der Steiermark“ von Lorenz Maierhofer im Verlag Doblinger.
Im Rahmen eines 2007 durchgeführten Schulprojektes „Back to the roots – alpenländische Volksmusik und afrikanische Rhythmen“ wurde dieses Lied von den mitwirkenden SchülerInnen der Musikhauptschule Dr. Theodor Körner II / St. Pölten einstudiert und auf der CD „Wir für Afrika“, die noch andere verschiedenste afrikanische Lieder und Spirituals enthält, publiziert
Tonbeispiel Admonter Echojodler
Tonbeispiel Hintn bei der Stodltür
945 SchülerInnen, 32 Lehrpersonen, 12 ReferentInnen: Ensemblespiel, Gesang, Tanz, Böhmische Volksmusik, diverse Instrumente; MusikerInnen und Tanzgruppe aus Tschechien



Im Schuljahr 2009/10 widmete sich die Landesmusikschule im Mühlviertel dem Thema Volksmusik. Die SchülerInnen der Instrumental-, Gesangs- und Tanzklassen sollten aktiv mit dieser Musikkultur und dem Umfeld in Berührung kommen. Zudem galt es über die Grenzen zu blicken und Volksmusik als auch MusikerInnen und TänzerInnen aus dem benachbarten Böhmen kennen zu lernen.
Für die Lehrpersonen wurden im Laufe des Schuljahres zwei Fortbildungstage für Volksmusik angeboten. Dies diente dazu, Lehrpersonen, die noch wenig Erfahrung mit dieser Musikrichtung hatten in die Thematik einzuführen. Auch einige ältere SchülerInnen nahmen daran teil. Weiters fand eine Fortbildung zum Thema „Böhmische Volksmusik / Lied / Tanz“ statt.
Während des Unterrichts beschäftigten sich alle SchülerInnen mit Volksmusik und –tanz. Bei Übertrittsprüfungen wurde ein Volksmusikstück (Solo oder im Ensemble) auswendig vorgetragen. Gleichzeitig bildeten sich mit Schuljahresbeginn klassenübergreifende Ensembles – Kinder ab 7 Jahren musizierten in entsprechenden Gruppen, um zum Tanz aufzuspielen oder Kinderlieder zu begleiten. Wert wurde vor allem auf die Verinnerlichung der Stücke gelegt, ganz dem Projektmotto entsprechend „Musiziern nach´n G´hör“. Mittels spielerischem „Auswendiglernen“ sollte das Erlernte jederzeit abrufbar und für den passenden Anlass einsetzbar gemacht werden.
Über den regulären Unterricht hinaus beteiligte sich die LMS Bad Leonfelden an diversen regionalen und überregionalen Veranstaltungen, um mit dem Umfeld bekannt und vertraut zu werden. Höhepunkt war eine „Musiroas“ in den tschechischen Nachbarort Hohenfurt (Vyssi Brod), bei dem am 27.06.2010 alpenländische und tschechische Volksmusik mit MusikerInnen und einer hier abgebildeten Tanzgruppe aus Tschechien gelebt wurde. Unter anderem führten die Beteiligten die Sternpolka auf, die sowohl im Mühlviertel als auch in Böhmen verbreitet und beliebt ist und hier von Toni Pichler begleitet mit seiner Steirischen Harmonika zu hören ist.
Bekannt geworden unter dem tschechischen Namen „Doudlebska Polka" herrschte über die Herkunft der Sternpolka lange Zeit Uneinigkeit. Während die einen meinten, es handle sich um einen ursprünglich tschechischen bzw. slowakischen Tanz, verorteten andere ihren Ursprung in Dänemark. Eine weitere, abenteuerlichere Theorie ging davon aus, dass der Tanz durch eine tschechische Studentin in die USA gebracht wurde, wo er von Squaretanzgruppen adaptiert und in weiterer Folge über diese wieder zurück nach Europa kam.
Neben all den Mutmaßungen, stellte eine die Weiche zur Erkenntnis: da die Sternbildung beim Tanz auch bei der „Linzer Polka" üblich ist, vermutete man einen gemeinsam Ursprung der beiden. In den 1980er Jahren bestätigte Rudolf Lughofer aus Kremsmünster diese Annahme. In seiner Tätigkeit als Blasmusikgruppenleiter pflegte er rege Kontakte zu Musikantengruppen rund um Budweis. Er berichtete, dass in diesem Gebiet die Sternpolka unter dem Namen „Doudlebska Polka" in der Form getanzt wurde, wie sie im deutschsprachigen Gebiet bekannt ist. Auf einem Notenblatt fand er auch den Namen „Linca Polka".
Demnach lernten tschechische Musikanten, die im Zuge des Ausbaus der Pferdeeisenbahn Linz-Budvar im 19. Jahrhundert nach Oberösterreich, insbesondere nach Linz kamen, die „Linzer Polka" kennen. Die Musikanten spielten sie nach, übernahmen die Tanzform und brachten die „neue" Polka in ihre Heimat Böhmen. Den Erzählungen zufolge machten die Musiker auf der Rückfahrt nach Budweis Halt im Dorf Doudlebska, infolge sich der Namen ableitet.
Bei einem „Mit allen Sinnen" Schulprojekt 2009/10 mit dem Titel "Musiziern nach´n G´hör & landlerisch tanz´n" traten SchülerInnen der Landesmusikschule Bad Leonfelden im Mühlviertel bei einer „Musiroas" im tschechischen Nachbarort Hohenfurt (Vyssi Brod) mit der Sternpolka, unter anderem mit der hier abgebildeten Tanzgruppe, auf.
Am Tonbeispiel ist Toni Pichler mit seiner Steirischen Harmonika zu hören.
SchülerInnen, Lehrpersonen, 1-2 ReferentInnen des Oberösterreichischen Volksliedwerks



„Volksmusik macht Schule“ ist der Titel eines „Mit allen Sinnen“ Projektes, das jährlich vom Oberösterreichischen Volksliedwerk an diversen Schulen angeboten und durchgeführt wird. Ziel ist es erste Impulse für die Auseinandersetzung mit Liedern, Tänzen und Musiken aus dem volkskulturellen Bereich zu setzen, um letztlich die kreative und persönliche Entwicklung der Kinder zu fördern.
In einem ersten Teil stellen die ReferentInnen verschiedene Lieder und Tänze vor, die gemeinsam in der Klasse ausprobiert werden. Dabei wird der „Siebenschritt“ ebenso geübt wie die freche „Spitzbubenpolka“ oder der „Kikerikiki“. Beliebt bei den Kindern ist „Leitl, müassts lustig sein“, ein gesungener Zwiefacher. Der Tanz dazu muss öfters geübt werden, um den Wechsel zwischen 2/4 und 3/4 Takt zu beherrschen.
Der zweite Teil des Workshops deckt den Bereich „Instrumentenkunde“ ab: Die SchülerInnen dürfen zu Beginn ihr eigenes Wissen überprüfen und den verschiedenen Musikinstrumenten Namenskärtchen zuordnen. Anschließend werden die Instrumente von den ReferentInnen vorgestellt und zusammen mit den SchülerInnen Instrumentengruppen (Holz, Blech, Saiten, Hosensack, Harmonika) zugeordnet. Jedes Instrument wird auch kurz angespielt, um den Kindern den Klang zu verdeutlichen. Abschließend dürfen die SchülerInnen selbst die Instrumente ausprobieren.
Ab der 3. und 4. Klasse Volksschule kann der Workshop zusätzlich durch eine Stunde mit Gstanzl und Pasch’n erweitert werden. Die SchülerInnen lernen dabei in Gruppen eigene Strophen zu reimen und dürfen diese Gstanzln anschließend vorsingen. Rhythmische Fähigkeiten werden durch Klatschspiele erweitert, z.B. durch das besonders im Salzkammergut verbreitete Pasch’n.
Brigitte Dumfart vom Oberösterreichischen Volksliedwerk spielt als Referentin in der Vermittlung von Volksmusik und –tanz in Oberösterreich eine wichtige Rolle. Aufgrund ihrer Erfahrungen sind eine Reihe von Liederbüchern mit pädagogisch wertvollen Anleitungen zur Umsetzung vom Oberösterreichischen Volksliedwerk herausgegeben worden. Der Zwiefache findet sich im 2009 erschienenen Liederbuch „Leitl, müassts lustig sein“.
Bei diesem Lied handelt es sich um einen gesungenen Zwiefachen, der in ganz Österreich und in Bayern bekannt ist. Entsprechend seinem charakteristischen Merkmal, dem Wechsel zwischen geradem und ungeradem Takt in der Tanzmelodie, wird der Zwiefache mit Schritten des Walzer-Rundtanzes (3/4-Takt, Abkürzung "W") und des Zweischrittdrehers (2/4-Takt, Abkürzung "D") getanzt. Musikalisch werden die Viertelnoten des geraden Taktes auf die doppelte Länge der Viertelnoten des ungeraden gedehnt; so ist der Zwiefacher nicht nur ein takt- sondern auch ein tempowechselnder Tanz. Folglich stellt er für weniger geübte TänzerInnen eine Herausforderung dar. Wohl deshalb ist er auch unter der Benennung „Tratzer“ bekannt, da der Rhythmus die TänzerInnen „tratzte“ (narrte).
Taktwechselnde Tänze in der Art des Zwiefachen können bis in das 16. Jahrhundert zurückverfolgt werden. Seine Blütezeit liegt in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, aus dieser Zeit stammen auch die ältesten erhaltenen Notendrucke. Kerngebiete des beliebten Tanzes sind Niederbayern und die Oberpfalz. Durch regen Austausch über die Landesgrenze kamen viele Zwiefachen ins Innviertel nach Oberösterreich. Oberösterreichische Tanzkreise nahmen den Zwiefachen auf, der schließlich auch in das Tanzrepertoire weiterer Bundesländer aufgenommen wurde. Heute stellt der Zwiefache in vielen Gebieten Österreichs einen festen Bestandteil des Tanzprogrammes dar.
Auf der Tonaufnahme sind die Vöcklabrucker Spielleut in der Besetzung Gerhard Kosch, Fritz Höchsmann, Irmlind Dienesch, Heidrun Schuller Geige, Maria Leixner Harfe und Wolfgang Juchum Bassgeige zu hören. Seit 1980 spielen sie regelmäßig bei Tanzfesten und anderen Anlässen auf und erlangten über das Bundesland hinaus Bekanntheit. So sind sie auch auf der 1998 erschienenen CD Tänze aus Oberösterreich, Volume 2 (Herausgeber Oberösterreichisches Volksliedwerk) zu finden.
Besonders beliebt ist das Tanzlied auch bei Kindern und findet sich im 2009 vom Oberösterreichischen Volksliedwerk herausgegebenen Liederbuch „Leitl, müassts lustig sein“.
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92 Kinder (3-6 Jahre), 10 ErzieherInnen, HelferInnen und 1 Sprachtrainerin, 1 Referentin: Kindertanz, -gesang und –musik



Aufgrund der multikulturellen Zusammensetzung - 94 Kindern aus 21 Nationen - wählte der Kindergarten Krausstraße in Linz „Interkulturelles Lernen mit Schwerpunkt Sprache“ als Leitthema für das Jahr 2009/10.
Die aus unterschiedlichen sozialen Milieus mit unterschiedlichen kulturellen und sprachlichen Prägungen kommenden Kinder sollten mit Eintritt in die Schule gleichberechtigt, weltoffen, kulturell aufgeschlossen, solidarisch und verantwortungsbewusst sein, so das Ziel der PädagogInnen. Eine Herausforderung dabei stellten die deutschen Sprachkenntnisse dar, die bei vielen Kindern – bei Eintritt in den Kindergarten – kaum vorhanden waren. Ein Brückenbau zur Sprache sowie zur sozialen Integration sollte mittels Musik und Bewegung passieren, mit dem Projekt „Rund um die Welt – Tanzen mit den Jüngsten“.
An je einem Vormittag pro Woche über vier Monate fand im Kindergarten mit einer Referentin ein spielerisches Miteinander mit Musik, Gesang, Bewegung und Tanz statt. Mithilfe eines großen Teddybären Namens Fridolin wurden anfängliche Berührungsängste und Hemmungen spielerisch überwunden. Dabei wurde unter anderem das Lied „Wulle Wulle Gänschen“ kennen gelernt, das hier von einem Kinderchor gesungen wird und auf der Musikkassette aus dem Jahr 1991 „Kinderparty – Kinderlieder“ der Bella Musica Edition zu finden ist.
Das musikalische Projekt beinhaltete ebenso Kreisspiele, Klatschspiele, Tanzspiele und alle Arten von Bewegungen zu Musik aus aller Welt. Wichtig bei dieser interkulturellen Reise war der vielseitige Einsatz von Orff-Instrumenten zur rhythmischen Begleitung.
Höhepunkt stellte ein großes Sommerfest dar, mit der Präsentation durch Kinder und einem Buffet aus 21 Ländern, bei dem die Eltern und Großeltern mithalfen.
Das Kinderlied „Wulle Wulle Gänschen“, auch bekannt unter dem Titel „Frau Schnatterin“ ist ein Kreis- und Bewegungsspiel, das vor allem von kleinen Kindern im Kindergartenalter gerne gespielt wird.
Im Rahmen eines 2009/10 durchgeführten „Mit allen Sinnen“ Projektes mit dem Titel „Rund um die Welt – Tanzen mit den Jüngsten“ lernten die Kinder im multikulturellen Kindergarten Krausstraße in Linz dieses Stück kennen. Etwaige gegenseitige Berührungsängste oder Hemmungen sollten mit Hilfe von Musik, Bewegung und Tanz abgelegt werden. Eine Begegnung und Verständigung basierte vor allem auf nonverbaler Kommunikation bzw. wie der Zusatztitel anmerkt „Verständigung durch Bewegung, wo es sprachlich nicht möglich ist“.
Die Auseinandersetzung mit bzw. das aktive Tanzen von verschiedenen Tänzen aus aller Welt leistet – vor allem durch ihre Einbindung in den schulischen Bereich, aber auch in Kindergärten, etwa durch diverse Workshops und Projekte, und unter Berücksichtigung aller hiesigen ethnischen Gruppen – einen großen Beitrag zur Integration. Vor allem Kinder mit Migrationshintergrund zweiter, dritter Generation haben oft weder kulturelle Anbindung zum Mutterland noch zu ihrer gegenwärtigen Heimat. Sie fühlen sich an beiden Orten fremd und werden auch als solches wahrgenommen. Nicht selten leiden diese Kinder an ihrer unterentwickelten kulturellen Identität, derer es aber bedürfe, um erst erfolgreiche Integration – ohne traumatische Identitätsverluste – zu erreichen. Hinsichtlich dieser Problematik bergen „Mit allen Sinnen“ Projekte wie „Rund um die Welt. Tanzen mit den Jüngsten“ großes Potential in sich: oftmals stellen sie die erste Möglichkeit für die Kinder dar in engeren Kontakt mit der Kultur des Elternlandes sowie der des Heimatlandes zu treten und in ihrem Rahmen Aufmerksamkeit und Wertschätzung der eigenen bzw. fremden Kultur gegenüber zu schenken sowie von Anderen geschenkt zu bekommen.
Das Tanzlied „Wulle Wulle Gänschen“ eignet sich besonders gut dafür: Bereits textlich wird den Kindern vermittelt, dass die „Frau Schnatterin“ alle ihre Kindergänse gern hat, ungeachtet ihres Aussehens – „… ihr seit meine Kinder … und du meine graue, und du meine blaue, und du mit dem Wuschelkopf, und du mit dem langen Zopf, und du schwarzer Peter…“. Zudem wird die aktive Inklusion aller Kinder durch das abwechselnde Rollenspiel der „Frau Schnatterin“ gefördert.
Das Tonbeispiel wurde der 1991 erschienenen Musikkassette „Kinderparty - Kinderlieder“ der Bella Musica Edition entnommen. Es ist ein Kinderchor mit instrumentaler Begleitung zu hören. Die Illustration stammt aus dem Liederbuch „Die schönsten Lieder Österreichs“ von Hartmann Goertz und Gerlinde Haid aus dem Jahr 1979.
16 PädagogInnen, 160 SchülerInnen, 7 ReferentInnen (Türkische und österreichische Musik, Tanz, Instrumente; Englisch native speakerin; Jeux Dramatiques – Ausdrucksspiel aus dem Erleben; Märchenerzählerin; Akademie für Kind, Jugend und Familie)



Das klassenübergreifende Projekt begleitete die SchülerInnen im Schuljahr 2010/11 auf ihrer Suche nach verschiedenen Wegen zu Glück und Zufriedenheit.
Die SchülerInnen beschäftigten sich anfangs mit dem Begriff Glück, formulierten Glücksbegriffe aus und versuchten in weiterer Folge Glückszustände zu erreichen. Toleranz und Verständnis, Selbstwert, Sicherheit und Frieden, Kommunikationsfähigkeit, Problembewältigung spielen dabei ebenso eine Rolle wie Bewegung und Sport, gemeinsames Feiern, Essen, Tanzen, Singen und Musizieren.
Ausgehend von der sprachlichen, kulturellen und religiösen Vielfalt der Schule wurde durch die Fokussierung der eigenen Muttersprache und Wurzeln das Selbstbewusstsein der SchülerInnen gestärkt und infolge Interesse an Neuem und Fremden geweckt. Im schulinternen Austausch nutzte man die Kapazitäten der SchülerInnen und ergänzte und potenzierte diese durch externe ReferentInnen. In einzelnen Workshops und ab März stattfindenden Projektwochen erforschten die Klassen die Wurzeln der SchülerInnen aus der Türkei, Bosnien, Albanien, Tschetschenien, England und Österreich. Texte, Sprachspiele und Reime wurden kennen gelernt und vor allem die Freude an Musik, Liedern und Tänzen aus aller Welt geweckt und ausgelebt.
Musik ist für die Überwindung von Grenzen und dem interkulturellen Dialog von zentraler Bedeutung. Das hier zu hörende peruanische Lied, dem Heft „Suserl trifft Ali. Lieder und Tänze aus aller Welt“ entnommen, erweckt spielerisch ein Gespür für die Kultur der Anden.
Neben Musik als Möglichkeit sich auszudrücken, lernten die SchülerInnen durch Rollenspiele die nonverbale Kommunikation und durch eine English Native Speakerin die Neuorientierung kennen. Das Abschlussfest mit Präsentationen wurde als Ausklang eines „glücklichen“ Schuljahres gefeiert.
„El Cóndor pasa“ (Der Kondor fliegt vorüber) wurde vom peruanischen Komponisten Daniel Alomía Robles (1871-1942) im Jahr 1913 für den Schlussakt des gleichnamigen Theaterstückes - als Zarzuela dramatica bezeichnet - komponiert. Die Zarzuela dramatica verarbeitete die sozialen Missstände der indianischen Minenarbeiter durch ihre Besitzer. Bei dem im Liedtitel genannten „Cóndor“ handelt es sich um einen in den Anden beheimateten Geier. Er wird im Theaterstück als Symbol der Freiheit angerufen, um die Betroffenen von ihren Belastungen zu befreien und sie zurück ins Inkareich zu bringen. Wahrscheinlich liegt ein peruanisches Volkslied dieser Komposition zugrunde.
Vom Komponisten zunächst also nicht primär als Lied angedacht, erfuhr es im Laufe der Zeit textliche Ergänzungen und musikalische Modifikationen. Insgesamt sind über 4500 Versionen des Liedes, in verschiedenen Landessprachen, weltweit verbreitet. Zu den wohl bekanntesten - zumindest im europäischen Raum - darf die Fassung des Duetts Simon & Garfunkel (1970) gezählt werden. Die Musiker haben sicherlich nicht unwesentlichen zu dem großen Bekanntheitsgrad, den das Lied gegenwärtig erfährt, beigetragen. Es gehört zum fixen Repertoire von Straßenmusikern, die als indigen gekleidete Gruppen auftreten und das Lied so zum Inbegriff von Volksmusik der Ureinwohner aus Südamerika wurde. 2004 wurde „El Cóndor pasa“ schließlich vom Kulturministerium Perus zum nationalen Kulturerbe erhoben.
Das Stück wird hier von Angelo Ursini (Quena), Carlos Valverde Rodrigues (Quena), Ricardo Manzur (Bombo), Guillermo Noriega (Violão), Theron Fuhrmann (Bajo) gespielt und ist in der Publikation „Suserl trifft Ali“ des Steirischen Volksliedwerks enthalten, die damit einen Beitrag zum Interkulturellen Dialog leisten möchte. Die Instrumente sind in der Musizierpraxis Südamerikas gängig: Quena – eine Holzlängsflöte, Bombo – eine große Trommel, Violão – eine große Mandoline und Bajo – der Bass. Zu diesem Stück kann der bolivianische Tanz „Grabaciones“ getanzt werden.
















