

Das Burgenland besitzt einen eigenen Singstil, welcher durch enge Zweistimmigkeit geprägt ist. Fast alle Liedgattungen werden mit dieser angestimmt. Weit verbreitet sind die Balladen.
In der Tanzmusik haben bläserische Kleingruppen eine lange Tradition.
Vor allem die östlichen Nachbarländer üben seit langem großen Einfluss auf die regionale Musikkultur aus. Singende und tanzende Tamburizza-Gruppen sind musikalischer Ausdruck kultureller Identität kroatischer Volksgruppen. Dem Singen und Musizieren der „Roma" wird erst seit wenigen Jahren die notwendige öffentliche Aufmerksamkeit geschenkt.

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In dem Lied putzt sich die schöne Jelena heraus. Sie will nicht arbeiten, und wenn sie etwas erntet, wirft sie es vor die Pferde. Das Lied ist ein kroatisches Volkslied aus dem Nordburgenland und in mehreren Melodien überliefert.
Die kroatische Minderheit im Burgenland (kroatisch „Gradišćanski Hrvati") wurde im 16. Jahrhundert zu wirtschaftlichen Zwecken und zur Verteidigung gegen das immer wieder vorrückende Osmanische Reich in diesem Raum angesiedelt. Es ließen sich hauptsächlich kroatische Bauern nieder, die ihre jeweiligen Dialekte, Lebensgewohnheiten, Bräuche, Lieder und Tänze aus ihrem Heimatland mitbrachten. Dabei spielte die Dorfgemeinschaft eine maßgebliche Rolle zur Entwicklung des religiös-kulturell geprägten Vereinswesens. Besonders seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Kultur der Burgenlandkroaten von Wien gefördert, um damit die antihabsburgische Stimmung in der ungarischen Reichshälfte einzudämmen, zu der das Burgenland damals zählte. Trotz intensiver Bemühungen der ungarischen Regierungen das Burgenlandkroatische zu verdrängen, gelang dies nur begrenzt. Seit das Burgenland jedoch 1920 der Republik Österreich angegliedert wurde, verminderte sich der kroatische Sprachgebrauch. Besonders unter dem Nationalsozialismus kam es zu einer Zurückdrängung der kroatischen Sprache und zu Verfolgung. Im Staatsgrundgesetz von 1955 wurde der Schutz der Minderheit verankert, welcher jedoch bis heute nicht immer vollständig erfüllt wird.
Seit Jahrhunderten leben im Grenzgebiet zu Ungarn Deutsche, Kroaten, Ungarn, Roma und Juden, die sich gegenseitig bereichern. So beeinflusste hianzische und kroatische Volksmusik Joseph Haydn, Franz Liszts holte sich Eindrücke bei Roma-Musikern. Auch die hier zu hörende Gruppe Heigeign wirkt im Spannungsfeld zwischen pannonischer Volksmusik, Pop und Jazz, mit Texten in Hianzisch, Burgenlandkroatisch, Roman und Ungarisch. Hier geben sie dem kroatischen Volkslied karibischen Flair.
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Dieses burgenländische Auswandererlied besingt den Abschied und die von viel Hoffnung gezeichnete Reise nach Amerika.
Seit dem Staatsgrundgesetz von 1867 wurde die freie Auswanderung in Österreich garantiert. Wirtschaftlich schlechte Bedingungen zwangen viele ihre Heimat zu verlassen und in der Ferne das Glück zu suchen.
Besonders das Burgenland wurde sehr stark von dieser Auswanderungswelle erfasst, die bis zum Ersten Weltkrieg ein enormes Ausmaß annahm. Grund war die mit der Revolution 1848 einhergehende Bauernbefreiung von der Grundherrschaft. Diese Befreiung hatte die Entstehung einer Vielzahl an kleinen Bauernbetrieben zur Folge, die aufgrund ihrer Größe nicht lebensfähig waren. Weiters wurden gerade die Deutschsprachigen von den für das Burgenland zuständigen ungarischen Beamten mit hohen Steuern belastet. Fast ein Drittel der burgenländischen Bevölkerung wanderte deshalb nach Amerika aus.
Dieses Lied wurde bei der Abreise aus der Heimat gesungen. Es existieren viele Varianten, wobei diese textlich verwandt, jedoch mit anderen Melodien unterlegt sind. Das Tonbeispiel enthält 12 Strophen und wurde in 1977 Pamhagen, im Burgenland von Walter Deutsch aufgezeichnet, vorgetragen von den Pamhagener Frauen Rosa Koppi, Katharina Lörincz und Katharina Luttmannsberger. Sie singen in der burgenländischen Tradition zweistimmig, zwei singen die obere Hauptstimme und eine die Unterstimme. Als Überlieferungsträger älteren burgenländischen Liedguts wurden sie in den 1970er Jahren für das „Radio Burgenland" entdeckt. Die zu hörende Melodie liegt dem Walzerlied "I bitt Herr Hauptmann, bitt recht schen..." zugrunde.
"Jetzt ist die Zeit und Stunde da" wurde neben weiteren Stücken aus dem Burgenland in der CD-Reihe „Tondokumente zur Volksmusik" von Rudolf Pietsch am Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie (Universität für Musik und darstellende Kunst, Wien) 1993 publiziert und ist auf der CD Burgenland (Vol. 1) mit einem Beiheft zu finden.
In Vorarlberg war die Auswanderungswelle ab Mitte des 19. Jahrhunderts ebenso sehr hoch. Das Lied wurde daher auch dort in dieser Zeit gerne gesungen.
Notenblatt Version 1
Notenblatt Version 2
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Das Hochzeitslied handelt vom Ehestand und den damit verbundenen christlichen Werten wie Gottestreue, Ehe als Buße und deren Unauflösbarkeit vor Gott. Die Belehrungen und Mahnungen im Lied schließen mit Glückwünschen für das Brautpaar ab. Das Ehestandslied war im gesamten süddeutschen Raum bekannt, u.a. wurde es als „Merk' auf, mein Christ!" von Franz Friedrich Kohl ca. 1907 in Südtirol in Abfaltersbach bei einer Bauernhochzeit aufgezeichnet und später in seinen Sammelband echter Tiroler Lieder aufgenommen.
Den Text der hier vorliegenden Version veröffentlichte der Benediktiner-Pater Remigius Sztachovics in seinem Werk: „Braut-Sprüche und Braut-Lieder auf dem Heideboden in Unger, Wien 1867". Beinahe hundert Jahre später, 1950, zeichnete Karl Magnus Klier das Lied erneut auf. Die damals 72-jährige Maria Weiß aus Apetlon sang ihm laut seinen Aufzeichnungen in vierzehn Tagen täglich zehn Lieder vor, darunter war auch dieses Hochzeitslied. Die Volksmusikforscher Walter Deutsch, Sepp Gmasz und Heinz Ritter stießen bei ihren Recherchen auch in den 1970er Jahren und danach noch auf das Lied - eingebettet in das Hochzeitsbrauchtum. Es beweist damit die Kontinuität brauchgebundenen Singens auf dem Heideboden.
Die Tonaufnahme stammt von Feldforschungsaufnahmen aus dieser Zeit. Es singen die Apetloner Sängerinnen (Familie Munzenrieder).
Große Hochzeiten mit bis zu dreihundert Gästen sind heute in den Dörfern des Seewinkels und Heidebodens keine Seltenheit. Gerade in den letzten Jahren ist dabei wieder ein verstärktes Interesse an alten Sprüchen (z.B. Brautauffordern) und Liedern festzustellen. Als Sängerinnen dienen meist ältere Frauen, welche die Lieder im Anschluss an das erste Hochzeitsessen vortragen.
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Bei dem vorliegenden Werk handelt es sich um eine gesungene Ballade über ein verführtes Schäfersmädchen. Sie handelt von einer jungen Schäferin, die ihre Schafe weidet und von einem stolzen Ritter eingeladen wird, mit ihm „auf den Berg" zu gehen, wo dieser ihr die Unschuld nimmt. Voller Angst vor ihren Eltern bittet sie ihn, sie mitzunehmen auf sein Schloss, doch er willigt nicht ein. Das Schäfersmädchen bekommt schließlich ein Kind und beklagt sein Los, nicht wie die anderen Mädchen tanzen gehen zu können und nicht zu wissen, wo sich der Vater des Kindes aufhält.
„Ein Schäfersmädchen weidet" verbreitete sich um die Mitte des 19. Jahrhunderts in ganz Deutschland und erreichte kurz darauf das angrenzende Elsaß-Lothringen, die Schweiz, Tschechien und den Osten Österreichs wo es auch im Jahre 1982 von Sepp Gmasz in Piringsdorf aufgezeichnet wurde. Gesungen wurde es von den Gewährspersonen Sängern Anton Stifter, Albert Stampf und Michael Fraller, denen das Lied mündlich überliefert wurde.
Um die Monotonie bestimmter landwirtschaftlicher Tätigkeiten wie Federnschleißen oder Kukuruzschälen zu mindern, wurde gesungen und erzählt. Die gesungene Ballade ist eine der beliebtesten Formen der volkstümlichen Erzählung. Die Stücke finden ob ihrer gut singbaren Melodien rasche und weite Verbreitung. Sie reichen nicht selten bis ins Mittelalter zurück, meist schildern sie historische Ereignisse oder zwischenmenschliche Konflikte. Mit ihren ewig aktuellen Themen von Freude und Leid, Liebe und Tod, Freundschaft und Verrat gibt sie auch heute noch Anregungen zu Interpretationen.
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Diese Mazurka wurde von Karl Schönfeldinger (1897-1979) komponiert. Karl Schönfeldinger lebte als Bauer in Bernstein im Burgenland. Seine große Liebe war die Musik, ohne professioneller Musikausbildung komponierte er unzählige Stücke und spielte selbst Geige (Sekundgeige - Nachschlag Geige), Flügelhorn und war als Kapellmeister tätig. Mit der „Kapelle Schönfeldinger", welche 1893 gegründet wurde, war der Grundstein für das familiäre Musizieren bis heute gelegt. Die Besetzung dieser Kapelle bestand aus Streich-, Holz- und Blasinstrumenten.
Später bezog sich Karl Schönfeldinger auf die Spielart und den Klang der Vorgänger-Kapelle und gründete die "Spielmusik Schönfeldinger", welche bis heute existiert und zunächst mit zwei Klarinetten, Nachschlag-Geige und Kontrabass aufspielte. Die Söhne von Karl Schönfeldinger waren die Klarinettisten, die ihre Musikalität und das Musikgut ihren Kindern weitergaben. Bereits in 3. Generation werden nun sowohl traditionelles burgenländisches Musikgut wie auch Eigenkompositionen der Familie gespielt. Durch das Wirken Karl Schönfeldingers ist heute für das Burgenland (und über die Grenzen hinaus) ein großes Repertoire von Tänzen bekannt, das eindrucksvoll die musikalische Eigenart des Burgenlands verkörpert.
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Der Landler in D stammt aus einer Handschrift aus Neckenmarkt (Mittelburgenland). Der Volksmusikforscher Sepp Gmasz hat aus dieser anonymen Ländlersammlung, die um 1860 zu datieren ist, drei Steirer-Melodien ausgewählt und sie zu einem Stück geformt. Es gehörte zum Basisrepertoire des Heanzenquartetts, das sich auf seine Anregung 1976 aus Burgenländischen und Wiener Musikstudenten konstituierte. Mit diesem Kreis, zu dem später auch die Musikanten Herbert Schönfeldinger und Ernst Spirk stießen, begann eine neue Volksmusikbewegung im Burgenland. Ausdruck dessen war etwa die Gründung der Burgenländischen Musikantenwoche (1982) oder die Herausgabe einschlägiger Lieder- und Tanzhefte. In der ersten Ausgabe des „Burgenländischen Notenbiachls" (1982) findet sich auch der Landler in D.
Der Begriff „Heanzen" (Hianzen) galt einst als Übername für die deutschen Bewohner Westungarns, die heutigen Burgenländer. Als Wanderhändler pflegten vor allem die Kleinbauern des Mittel- und Südburgenlandes rege Handelsbeziehungen nach Wien. Vermutlich kam dort der Name „Hianz" für die westungarischen Geflügelhändler auf, die auf den Wiener Märkten schon im 17. Jahrhundert zu markanten Figuren wurden. Nach ihrer Herkunft aus der „Hianzei" dürften die Hianlkramer mit ihrem eigenartigen (ost-mittel-bairischen) Dialekt als besondere Volksgruppe wahrgenommen worden sein. Lange Zeit galt die Bezeichnung als Spottname. Durch die 1996 erfolgte Gründung eines Hianzenvereins konnte eine Dialektpflege und eine neue Auseinandersetzung um Identitätsfragen angeregt werden. Sitz des Hianzenvereins ist das Haus der Volkskultur in Oberschützen, in dem auch das Burgenländische Volksliedwerk untergebracht ist.
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Das Scherzlied „Insa Bruida Veidl“ ist heute in verschiedenen Überlieferungen erhalten, die sich musikalisch, aber auch inhaltlich voneinander unterscheiden. So hinterlässt die aus Ödenburg / Burgenland überlieferte Version des Liedes mit ihrem Kehrvers „Reit, Veidl, reit, da Türk is niama weit!“ einen Hinweis auf die historischen Umstände, in denen das Lied entstanden sein könnte: die Türkenbelagerung 1529 bzw. 1683. Thomas Hochradner vermutet in diesem Zusammenhang sogar, dass sich das Soldatenlied „Der Soldat im Türkenkriege“ vielleicht in „Insa Bruada Veidl“ erhalten habe. Liedmodifikationen dieser Art sind durchaus üblich; verblasst der historische Bezug zu einem Ereignis, wird das Sujet diversen Verwandlungen unterzogen, bis ein vielleicht gänzlich neues Lied entstanden ist und der ursprüngliche Themenkreis kaum oder gar nicht mehr festzumachen ist. Oder, es verschwindet gänzlich aus dem Repertoire.
Als Beispiel einer weiterführenden Sujetwandlung des Liedes „Insa Bruida Veidl“ dient die Salzburger Version, betitelt mit „Unser Bua, der Hansl“, die sich melodisch und auch textlich zwar von der burgenländischen unterscheidet, jedoch auf eine enge Verwandtschaft hindeutet. In Salzburg ist „der Veidl“ nun „der Hansl“ geworden, der so gern ein Reiter werden möchte. In beiden Fällen steht die Mutter zur Seite, die ihrem Sohn mit Hilfe eines Besenstiels ein Pferd bastelt. Bei den weiteren Utensilien, die der angehende Reiter benötigt und den darauf folgenden Lösungsansätzen seitens der Mutter kommen Unterschiede auf. In der Salzburger Variante ist der Bezug zu den historischen Ereignissen völlig verschwunden.
Die Noten und Tonaufnahme sind dem didaktischen Lehrbuch „Kinderlieder aus dem Burgenland“ entnommen, das im Rahmen eines „Mit allen Sinnen“ Projektes der VS Rattersdorf-Liebing 2011 vom Burgenländischen Volksliedwerk herausgegeben wurde. Die zweite Variante stammt aus den „Salzburger Liederblättern“, die vom Salzburger Volksliedwerk herausgegeben wurden. Auf der begleitenden CD „Bigga, Bogga, Besenstiel“ ist „Unser Bua, der Hansl“ gesungen und instrumental begleitet von SchülerInnen der Volksschulen Hüttschlag zu hören.
Literatur: Bezug „Unser Bruida Veidl“ zu historischen Türkenkriegen
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Dieses kirchliche Wiegenlied zählt zu den Liedern zum „Kindlwiegen“. Der Brauch des „Kindlwiegens“ ist seit dem 15. Jahrhundert nachweisbar. Vorwiegend in Frauenklöstern wurde die Figur des Krippenkindes bei der Andacht in der Kirche symbolisch in den Schlaf gewogen. Das Wiegen bedeutete für viele Nonnen wohl auch eine Ersatzhandlung für die gelobte Kinderlosigkeit. Begleitet wurde dieses mit Gesang. Der Brauch ist zunehmend in Vergessenheit geraten, während die Lieder heute noch gerne gesungen werden.
Das Lied "Schlaf Jesulein schlaf" wurde, mit leichten Abweichungen, schon vielfach aufgezeichnet und veröffentlicht. Diese schriftliche Aufzeichnung stammt aus dem Jahre 1937 von Karl M. Klier aus Apetlon im Burgenland. 2005 erschien sie im Burgenländischen Weihnachtsliederbuch „O Wunder“ von Sepp Gmasz. Für die Gestaltung des Buches konnte er Sandro Pezetta und Vera Striegl zwei Mitglieder der Förderwerkstätte von „Rettet das Kind Burgenland" gewinnen.
Das Tonbeispiel stammt von 2007. Es singen die beiden LeiterInnen des Burgenländischen Volksliedwerks Karin Ritter und Sepp Gmasz.
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In der Volksmusik sind uns heute viele Lieder vertraut, die sich auf die Berufsgruppe der Hirten beziehen. Unverzüglich denkt man vor allem an die unzähligen Weihnachtslieder, die von der Verkündung der Frohbotschaft Christi Geburt erzählen. Diese Idylle - das beinahe verklärt-romantisch anmutende Bild, das uns dabei über Hirten vermittelt wird - steht der eigentlichen gesellschaftlichen Stellung bzw. Wahrnehmung dieser Volksgruppe völlig konträr entgegen.
Blickt man geschichtlich zurück, offenbaren sich Ablehnung, Abwertung und Verachtung als kollektive Grundhaltungen gegenüber Hirten. Gerechtfertigt war dieses Urteil allerdings keineswegs: Hirten übernahmen in ihrer Arbeit große Verantwortung über die Herde und scheuten dabei weder Mühe noch Anstrengung. Dass Hirten im christlichen Kontext – Pastorellen, Hirtenlieder, Hirtenspiele etc. – dennoch eine positiv besetzte Rolle spielen, mag auf eines der Grundprinzipien der Religion zurückzuführen sein: als Identifikationsmotiv weisen Hirten darauf hin, dass Gott nicht über Äußerlichkeiten, wie beispielsweise den Berufsstand, urteilt. Entsprechend bevorzugt er niemanden, sondern richtet sich an alle, die sich für ihn, für sein Wort, öffnen wollen. In diesem Zusammenhang fand der Hirte auch in die bildende Kunst vermehrt Eingang, wie etwa die hier abgebildeten Hirtenfiguren von Leonhard Sattler (in der Prälatenkrippe von St. Florian bei Linz zu finden). Hirte zu sein erfährt im biblischen Sinn also Achtung und Ehre.
Das Schäfergewerbe ist auch in unserer Gegenwart nach wie vor vertreten, dabei wird der Beruf heute nicht unbedingt in der Familie „weitergegeben“, sondern auch von standesfernen Interessierten erlernt. Die äußeren Umstände sind, wie auch in der Vergangenheit, körperlich als auch wirtschaftlich hart.
Gelegenheit, die Tätigkeit der Hirten und damit verbundene Mundartausdrücke kennen zu lernen, bietet dieses burgenländische Kinderlied. Im Schuljahr 2008/2009 lernten die SchülerInnen der Volksschule Rattersdorf (Burgenland) ein „Mit allen Sinnen“ Schulprojekt durch, bei dem das Lied musikalisch und inhaltlich erarbeitet wurde.
Der Haltergsang wurde vom Volksmusikforscher Adalbert Riedl aufgezeichnet und gemeinsam mit seinem Kollegen Karl M. Klier bereits 1951 in „Burgenländische Volkslieder“ im Verlag des Volksbildungswerks für das Burgenland publiziert. Die Vorsängerin dieses Vierzeilers und unzähliger weiterer Lieder und Kinderreime ist Theresia Engelitsch aus Girm-Deutschkreutz (1868-23.08.1950).
Literatur zu Hirten- und Herbergslied
Artikel auf "Welt Online": Die Hirten von heute und das Wunder der Weihnachtsnacht









