Österreichisches VolksLiedWerk
Volksmusikland Österreich
Stimmen der Völker

Volksmusik wurde viele Jahrhunderte stets mündlich überliefert, daher kann anhand konkreter Beispiele nur schwer das frühe Wachsen und Wesen dieser Musik nachgewiesen werden. Historische Beschreibungen belegen jedoch, dass es schon seit dem Mittelalter ein reges musikalisches Leben abseits der adeligen Höfe und Klöster gab. Erste Liedbelege finden sich auf Flugblättern, handschriftliche Notenaufzeichnungen sind ab 1702 nachgewiesen. Zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert waren Borduninstrumente (Drehleier, Dudelsack) vorherrschend. Mit der von Italien ausgehenden Entwicklung der Geigenbaukunst und der Verbreitung des Instrumentes, fanden Anfang des 18. Jahrhunderts auch die Geige und der Kontrabass ihren Weg in die Volksmusik. Übliche Besetzungen waren damals Schalmei, Geige und Baß oder auch nur Geige und Hackbrett.


Johann Gottfried Herder (1744 - 1803) war es, der für den deutschsprachigen Raum die bewusste Sammlung und Typisierung von Volksliedern begründete. In der 2. Ausgabe seiner 1807 erschienenen Sammlung „Stimmen der Völker in Liedern" wurde Volksmusik erstmals nach nationaler Eigenart und ihrer Einbettung ins Leben kategorisiert.