

In the 1970s many developments in folk music turned against the misty-eyed, romantic, nationalistic view of traditional folk music. People started to discover critical songs to point to grievances in society. Under Anglo-American influences, cross-over with stylistic elements from rock and pop combined with native traditions is apparent. Today, many groups juggle with stylistic elements and instruments from all over the world and from every genre. Professional musical education introduced many years before accelerated these developments.
Initial departures from traditional folk music date back to 1955. The Slovenian group "Oberkrainer" created a new style of "folksy" music based on international ballroom dance and popular music.
In research, scientists increasingly attempted to investigate economic and cultural change and its social effects on the community. Groups of researchers from various disciplines monographically recorded various villages and cultural regions from this point of view. These attempts and research results were facilitated by technological advances in the form of tape recording.

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Die Bewirtschaftung der Alm während des Sommers galt alles andere als einfach. Dennoch wird in diesem Lied auf eine realistische Darstellung der Arbeit verzichtet. Stattdessen wird das Almleben als Ausnahmezustand zelebriert, als Ort der Freiheit, der im Gegensatz zu den beengenden Verhältnissen im Tal steht. Vor allem die Textzeile: „Im Thal da hats an' Nöb'l, auf den Almen ist's klar..." lässt den Gegensatz zwischen Tal und Alm deutlich erscheinen, nicht nur die Wetterverhältnisse, sonder als Metapher verpackt erscheint das Geschehen im Tal vernebelt. Wohl deshalb wird dem Abschied am Ende des Sommers wehmütig entgegengeblickt. Besonders die Alm ist mit dem Jodler und Juchzen verbunden, deshalb weisen viele Almlieder, wie auch hier einen Jodler auf.
Das Lied wurde erstmals 1897 von dem bekannten Tiroler Volksliedsammler und -forscher Franz Friedrich Kohl aufgezeichnet, von Hubert Steiner vierstimmig gesetzt und im ersten Band Kohls mit dem Titel „Echte Tiroler Lieder", veröffentlicht. Als Volksliedforscher ging dieser im gesamten Tiroler Raum seiner Sammelleidenschaft nach und war um die Erfassung „echter, bodenständiger" Tiroler Lieder bemüht, die er von den „volksthümlichen" Liedern als auch vom „Bängelgesang" seiner Zeit abgrenzte. Überliefert wurde ihm das Lied von Elise Kindl aus Stubai, die als Wirtschafterin in St. Leonhard in Passeier tätig war. In Kohls Aufzeichnungen kommen vier Strophen vor, wobei sich nur drei durchgesetzt zu haben scheinen. Jene von der „Sennerin" und dem „Bua" ist in weiteren Aufzeichnungen wie der Südtiroler Sammlung von Alfred Quellmalz (1940 - 1942) und den Osttiroler Feldforschungen von Manfred Schneider (1982 - 1984) nicht zu finden.
Aus letzterer Feldforschung, 1984 in Nussdorf-Debant in Osttirol aufgezeichnet, stammt das Tonbeispiel, gesungen vom Ehepaar Gertrud und Helmut Patterer. Daraus wurde diese Handschrift angefertigt. Ein weiteres Tonbeispiel stammt aus einer 1973 von Hans und Gerlinde Haid durchgeführten Feldforschung in Sulztal bei Längenfeld. Im Rahmen des Almabtriebs wurde diese Aufzeichnung beim nachfolgenden gemütlichen Beisammensein im Gasthaus gesungen.
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Dieses Lied zählt zu einer der wichtigsten Gattungen österreichischer Volkslieder - den Almliedern. Die Almbewirtschaftung während der Sommermonate spielte einstmals im bäuerlichen Leben eine tragende Rolle. Die Sennerin bzw. der Senner waren für die Versorgung des Viehs und für die Verarbeitung der Milch verantwortlich. Noch heute treibt man sobald der Schnee auf den Almen wegtaut, vorrangig das Jungvieh und die Schafe zuerst auf die Niederalm und später im Frühjahr auf die höher gelegenen Hochalmen. Mit Ende des Sommers geht es den Weg wieder zurück. Krönender Abschluss bildet der festliche Almabtrieb mit den geschmückten Tieren, der aus Dank, dass kein größeres Unglück passiert ist, im September veranstaltet wird.
„Von der hochen Alm" wurde 1892 von Josef Pommer zu Ostern in Rottenmann in der Steiermark aufgezeichnet. 1917 wurde es in „Das deutsche Volkslied" erstmals publiziert. Verbreitet und beliebt ist es heute in allen Gegenden, in denen Almwirtschaft betrieben wird und darüber hinaus.
Diese Tonaufnahme stammt aus der Feldforschung 1986 von Gerlinde Haid, Harald Dengg und Maria Walcher in Altenmarkt im Pongau. Es singen Ria Habersatter, Johann Unterberger und Martin Winkler. Seit 1976 werden in kontinuierlichen Abständen in einzelnen Landesteilen Salzburgs Feldforschungen vom Volksliedwerk durchgeführt, um dort authentische Lieder, Musik und Tänze bei sozialen Ereignissen wie in geselligen Runden oder bei Bräuchen aufzuzeichnen.
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„Auf an Bergal drobn, går net weit von Sta(i)nz, wohnt a Wunderdokta, der hoaßt Höller Hans!". Scharenweise pilgerten Patienten mit ihren „Brunziflaschn" (Urinfläschchen) zum bekannten Wunderdoktor, um mittels Auswertung des Urins Rat und Hilfe für ihre Probleme zu erhalten. Diese Art von Heilkunst lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen. Das Lied beschreibt auf humorvolle Weise die Harnschau. Der im Lied erwähnte Flascherlzug war eine Schmalspurbahn von Preding - Wieselsdorf nach Stainz, der die oft von weit her kommenden Reisenden zum bekannten Höller Hansl transportierte. Der Name Flascherlzug bezieht sich auf die Urinflaschen, die von den Patienten mitgebracht wurden.
Dieses Lied wurde 1922 vom Bänkelsänger Friedrich Moser (1878-1943) auf den weithin bekannten Heilpraktiker Johann Reinbacher, vulgo Höllerhansl (1866 1935) gedichtet und über Flugblatt verbreitet. Friedrich Moser war ein guter Bekannter vom „Stainzer Wunderdoktor" und beherrschte die Kunst, die Leute in den Wirtshäusern von Stainz und seiner Umgebung mit seinen Liedern zu unterhalten. Zum ersten Mal vorgetragen wurde das Lied anlässlich des Namenstages des Besungenen.
Heute ist dieses Lied vor allem durch die „Stainzer Buam" bekannt, die das solistische Vortragsstück zu einer vereinfachten volkstümlichen Melodievariante abwandelten. 1999 wurde das Stück vom ORF Steiermark aufgezeichnet. Bereits seit den 1950er Jahren beschäftigen sich die Stainzer Buam mit Volksmusik. Damals war der Akkordeonist der Band Hans Unterhuber, der später als erfolgreicher Musikmanager bekannter Gruppen wie dem „Berglandecho", der „Alpenoberkrainer" oder der „Sulmtaler Dirndln" von sich Reden machte. Er gilt auch als Erfinder des Musikantenstadls außerhalb Österreichs.
Originalton von Friedrich Moser
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In diesem sehr beliebten Heimatlied mit dem Liedanfang „Der Schöckl is mei Hoamatlånd, der Schöckl is mei Freud" wird der Hausberg der Grazer besungen. Der Verfasser des Liedes ist Matthias Reithofer (1875-1945), jedoch blieb die Urheberschaft lange Zeit im Dunkeln, bis sein Enkel, Karl Reithofer, den Mitarbeitern des Steirischen Volksliedwerkes davon berichtete. Sein Großvater war nicht nur ein tüchtiger Landwirt, Kaufmann und Fuhrunternehmer in St. Radegund bei Graz, sondern auch Mitglied der „Radegunder Bauern-Theater-Gesellschaft". Für diese Theatergruppe schrieb er im Jahre 1908 das Volksstück „'s Schöckelroserl" und für eben dieses Stück dichtete er auch zwei Lieder, das „Radegunder-" und das „Schöckllied". Vertont wurden die beiden Texte vom Bauern Georg Neubauer (1876-1943), vulgo Schmiedwastl. Durch seine große Beliebtheit beim geselligen Zusammensein im Wirtshaus, genauso wie bei ganz besonderen Anlässen, ist das „Schöckl-Lied" auch über die Radegunder Gegend hinaus „gewandert". So brachte es ein Knecht in den 1930er Jahren in die Oststeiermark. Wie es so oft bei Volksliedern passiert, haben es sich die Ennstaler „zurechtgesungen" und den Schöckl mit dem Grimming ausgetauscht. Darüber hinaus wird auch der Ötscher mit diesem Lied besungen: „Da Ötscher is mei Hoamatort", dachte man lange, wäre in Lackenhof am Ötscher „ausgegraben" worden.
Gesungen wird das „Schöckl-Lied" hier von den Schwestern Maria Hammer (geboren 1907) und Theresia Preitler (1916-1990) - den sogenannten „Schöckl-Frauen". Das umfassende Singrepertoire der beiden wurde in Kumberg im Rahmen einer 1989 und 1990 durchgeführten Feldforschung des Steirischen Volksliedwerks aufgenommen und in Liederblättern veröffentlicht. Ziel des Forschungsprojekts war es, das Musikleben der Oststeiermark in Geschichte und Gegenwart zu erfassen. Gesungen wurde viel im Elternhaus der beiden Schwestern, das sich in Oberschöckl (Gemeinde Weinitzen) befand. So erlernten sie vor allem von ihrem Vater und dem sangesfreudigen Knecht viele Lieder. Daneben wurde auch zu brauchtümlichen und geselligen Anlässen im Dorfleben gesungen. In den 1980ern verbreitete sich ihre Bekanntheit und Beliebtheit durch Tonaufnahmen und Sendungen des ORFs.
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„Üsor drü ufom Kanapee" („Wir drei auf dem Kanapee") ist ein flotter Galopp wie ihn die Bauernkapelle Andelsbuch, Mitglieder des „Musikvereins Harmonie Andelsbuch", nach dem Zweiten Weltkrieg zum Tanz musizierte. Die erste Niederschrift findet sich im sogenannten „Schwarz Büochle" der „Kohlermusik", 1926 angelegt vom Klarinettisten Xaver Kohler (1892 - 1980), einem gebürtigen Andelsbucher. Xaver Kohler lebte zu dieser Zeit in Bregenz und spielte mit seinen drei Brüdern Josef, Ludwig und Jakob sowie Jakob Pfanner und Josef Anton Ritter in den 1920er und 1930er Jahren zum Tanz auf. Das Musikstück scheint weit verbreitet gewesen zu sein, der Sammler Alfred Quellmalz konnte den Galopp 1941 in Wahlen bei Toblach von der „Wilden Bande" aus Vierschach aufnehmen. Dort führte er den Titel „Aus'n Weg Galopp".
Die Anfänge der Familienmusik Bär gehen auf das Jahr 1982 zurück, als Vater Rudolf gemeinsam mit seinem ältesten Sohn Bernhard Flügelhorn-Duette musizierte. Nach der Reihe kamen die Geschwister Astrid, Stefan und Claudia dazu, 1987 vervollständigte Johannes als Jüngster das einzigartige Sextett. Schon immer war es ihnen ein Anliegen, überlieferte Volksmusik aus dem Bregenzerwald zu spielen. Dazu gehört besonders die intensive Auseinandersetzung mit der dortigen Musiziertradition, welche schon vom Großvater direkt weitergegeben wurde. Zu ihrem Repertoire gehören auch die Musikstücke aus dem „Schwarz Büochle" Xaver Kohlers, die auf dieser Aufnahme der CD „witrgong" zu hören sind.
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Das Hochzeitslied handelt vom Ehestand und den damit verbundenen christlichen Werten wie Gottestreue, Ehe als Buße und deren Unauflösbarkeit vor Gott. Die Belehrungen und Mahnungen im Lied schließen mit Glückwünschen für das Brautpaar ab. Das Ehestandslied war im gesamten süddeutschen Raum bekannt, u.a. wurde es als „Merk' auf, mein Christ!" von Franz Friedrich Kohl ca. 1907 in Südtirol in Abfaltersbach bei einer Bauernhochzeit aufgezeichnet und später in seinen Sammelband echter Tiroler Lieder aufgenommen.
Den Text der hier vorliegenden Version veröffentlichte der Benediktiner-Pater Remigius Sztachovics in seinem Werk: „Braut-Sprüche und Braut-Lieder auf dem Heideboden in Unger, Wien 1867". Beinahe hundert Jahre später, 1950, zeichnete Karl Magnus Klier das Lied erneut auf. Die damals 72-jährige Maria Weiß aus Apetlon sang ihm laut seinen Aufzeichnungen in vierzehn Tagen täglich zehn Lieder vor, darunter war auch dieses Hochzeitslied. Die Volksmusikforscher Walter Deutsch, Sepp Gmasz und Heinz Ritter stießen bei ihren Recherchen auch in den 1970er Jahren und danach noch auf das Lied - eingebettet in das Hochzeitsbrauchtum. Es beweist damit die Kontinuität brauchgebundenen Singens auf dem Heideboden.
Die Tonaufnahme stammt von Feldforschungsaufnahmen aus dieser Zeit. Es singen die Apetloner Sängerinnen (Familie Munzenrieder).
Große Hochzeiten mit bis zu dreihundert Gästen sind heute in den Dörfern des Seewinkels und Heidebodens keine Seltenheit. Gerade in den letzten Jahren ist dabei wieder ein verstärktes Interesse an alten Sprüchen (z.B. Brautauffordern) und Liedern festzustellen. Als Sängerinnen dienen meist ältere Frauen, welche die Lieder im Anschluss an das erste Hochzeitsessen vortragen.
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Der Ehrentanz ist jener Tanz, der bei Pielachtaler Hochzeiten getanzt und gesungen wird, wenn es um die „weltliche Übergabe" der Braut an den Bräutigam geht. Diese erfolgt nach Eintritt in den Hochzeitssaal, sobald sich die Gäste in einem Kreis aufgestellt haben, beginnt der Heiratsmann Gstanzln zu singen. Der Heiratsmann ist der „Zeremonienmeister" einer Hochzeit - er trifft Entscheidungen, trägt Verantwortung und trägt mit seinem musikalisch-poetischen Können wesentlich zum Erfolg einer Hochzeit bei. Die Gstanzln zum Ehrentanz handeln von der Unauflösbarkeit der Ehe, dem Tanz mit der Braut und dem Gang zur Hochzeitstafel. Der Ehrentanz selber wird dann vom Brautpaar alleine getanzt. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde dazu eine Ländlerweise gespielt, später wurde an dessen Stelle der Walzer eingeführt.
Aufgenommen wurde dieses Gstanzl zum Ehrentanz von Bernhard Gamsjäger und Gerlinde Haid im Jahre 1979. Gesungen wurde es von Franz Gamsjäger, Heiratsmann in Frankenfels, begleitet von der Musikgruppe „Die Niederer-Buam". Den darauf folgenden Walzer spielen die „Frankenfelser-Buam", aufgenommen von Walter Deutsch im Jahre 1975. Franz Gamsjäger hat seit 1941 in seiner Funktion als Heiratsmann mehrere hundert Hochzeiten geleitet. Er war ebenfalls bei über vierhundert Begräbnissen als Vorbeter tätig, da er es besonders gut verstand, den/die Verstorbene(n) in einer Stegreifrede von der Trauergemeinde zu verabschieden.
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Die Alm Polka ist eine bekannte und beliebte Volksweise des Lavanttals, die sich im musikalischen Repertoire kleiner Blechgruppen genauso wie bei jedem Harmonikaspieler findet. In Musikantenkreisen kennt man dazu auch verschiedene Texte wie etwa „Auf da Ǻlm, auf da Heh, gschnittne Nudl und Kaffe" oder „Flix, flax, Hǻhnfuaß, weil da Teixl eine muaß!". Die Alm Polka wurde 1992 im Rahmen einer Feldforschung des Kärntner Volksliedwerks erfasst. Im Zuge dessen fand auch die Handschrift „Auf der Alm ist fidell Polka" aus der Notensammlung von Johann Knabl Eingang in das Archiv des Kärntner Volksliedwerks. Das Ziel der drei im Zeitraum von 1992 bis 1994 durchgeführten Feldforschungen war es, die musikalische Besonderheit des Lavanttals zu dokumentieren.
Als spezielle Besetzungsgattung dieser Region gab es die „kleine Blech", die sich neben den Blasmusikkapellen als kleine Musikgruppe mit sieben oder acht Mitgliedern herausbildete. Diese spielten bei besonderen Tanzanlässen wie Hochzeiten und Bällen und wurden dementsprechend entlohnt.
In den 1950er/60er Jahren lösten sich solche Gruppen zunehmend auf. Eine Ausnahme bildete die Pacher Musik, deren Gründung im Jahre 1912 auf den Kapellmeister und späteren Ehrenbürger von Reichersfels, Max Pacher (1888 - 1958) zurückgeht. Besonders unter der Leitung von Johann Asprian (*1950) gelang es durch die Verwendung alter Spielbücher Pachers an dessen Tradition anzuknüpfen und diese fortleben zu lassen. Im aktuellen Repertoire der Pacher Musik ist auch die Alm Polka zu finden, welche 2003 zusammen mit den Ergebnissen der Feldforschung auf der CD Kulturregion Lavanttal des Kärntner Volksliedwerks, herausgegeben wurde.
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Bei dem vorliegenden Werk handelt es sich um eine gesungene Ballade über ein verführtes Schäfersmädchen. Sie handelt von einer jungen Schäferin, die ihre Schafe weidet und von einem stolzen Ritter eingeladen wird, mit ihm „auf den Berg" zu gehen, wo dieser ihr die Unschuld nimmt. Voller Angst vor ihren Eltern bittet sie ihn, sie mitzunehmen auf sein Schloss, doch er willigt nicht ein. Das Schäfersmädchen bekommt schließlich ein Kind und beklagt sein Los, nicht wie die anderen Mädchen tanzen gehen zu können und nicht zu wissen, wo sich der Vater des Kindes aufhält.
„Ein Schäfersmädchen weidet" verbreitete sich um die Mitte des 19. Jahrhunderts in ganz Deutschland und erreichte kurz darauf das angrenzende Elsaß-Lothringen, die Schweiz, Tschechien und den Osten Österreichs wo es auch im Jahre 1982 von Sepp Gmasz in Piringsdorf aufgezeichnet wurde. Gesungen wurde es von den Gewährspersonen Sängern Anton Stifter, Albert Stampf und Michael Fraller, denen das Lied mündlich überliefert wurde.
Um die Monotonie bestimmter landwirtschaftlicher Tätigkeiten wie Federnschleißen oder Kukuruzschälen zu mindern, wurde gesungen und erzählt. Die gesungene Ballade ist eine der beliebtesten Formen der volkstümlichen Erzählung. Die Stücke finden ob ihrer gut singbaren Melodien rasche und weite Verbreitung. Sie reichen nicht selten bis ins Mittelalter zurück, meist schildern sie historische Ereignisse oder zwischenmenschliche Konflikte. Mit ihren ewig aktuellen Themen von Freude und Leid, Liebe und Tod, Freundschaft und Verrat gibt sie auch heute noch Anregungen zu Interpretationen.
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Es gibt keine historischen Belege aus der Region des heutigen Landes Vorarlberg für die Verwendung des Alphorns als Hirteninstrument. In der alemannischen Nachbarschaft ist es dagegen seit Jahrhunderten bekannt - als Lockinstrument für Tiere und seit Mitte des 19. Jahrhunderts als Fremdenverkehrsattraktion.
Seit wenigen Jahrzehnten wird nun das Alphornblasen in Vorarlberg, wie auch das chorische Singen des schweizerischen Jodelliedes, von Nachkommen der aus der Schweiz zugewanderten Walser gepflegt. Heute gibt es mehrere Gruppen, u.a. im Montafon, in Lech und in Frastanz. Sie bereichern die instrumentale Vielfalt im Sommer insbesondere bei Bergmessen und Weisenbläsertreffen. Heinz Bitschnau schuf dafür eine eigene „Alphornmesse".
Brand ist eine alte Walsergemeinde, in der vor 28 Jahren, ausgehend von der örtlichen Blaskapelle, die Initiative zur Gründung eines Alphornensembles zur instrumentalen Bereicherung der Blasmusikkonzerte entstand. Zu Alois Beck, einem Mitglied der Blaskapelle Brand, gesellten sich weitere Musikanten, Instrumente wurden angekauft. Die Alphorngruppe besteht auch heute aus drei bzw. vier Personen (Alois Beck, Herbert Kegele, Willi Nesler und Hansruedi Elsener), sie musiziert wöchentlich vor einer imposanten Bergkulisse bei den Brandner Platzkonzerten, im Sommer bei Alpmessen und Alphornbläsertreffen. Dazu kommen Auftritte im ORF (u.a. Klingendes Österreich) und Tonaufnahmen. Der Leiter, Alois Beck, schuf für sein Ensemble geeignete Kompositionen, darunter auch 1979 den „Gruß vom Lünersee".
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Diese Mazurka wurde von Karl Schönfeldinger (1897-1979) komponiert. Karl Schönfeldinger lebte als Bauer in Bernstein im Burgenland. Seine große Liebe war die Musik, ohne professioneller Musikausbildung komponierte er unzählige Stücke und spielte selbst Geige (Sekundgeige - Nachschlag Geige), Flügelhorn und war als Kapellmeister tätig. Mit der „Kapelle Schönfeldinger", welche 1893 gegründet wurde, war der Grundstein für das familiäre Musizieren bis heute gelegt. Die Besetzung dieser Kapelle bestand aus Streich-, Holz- und Blasinstrumenten.
Später bezog sich Karl Schönfeldinger auf die Spielart und den Klang der Vorgänger-Kapelle und gründete die "Spielmusik Schönfeldinger", welche bis heute existiert und zunächst mit zwei Klarinetten, Nachschlag-Geige und Kontrabass aufspielte. Die Söhne von Karl Schönfeldinger waren die Klarinettisten, die ihre Musikalität und das Musikgut ihren Kindern weitergaben. Bereits in 3. Generation werden nun sowohl traditionelles burgenländisches Musikgut wie auch Eigenkompositionen der Familie gespielt. Durch das Wirken Karl Schönfeldingers ist heute für das Burgenland (und über die Grenzen hinaus) ein großes Repertoire von Tänzen bekannt, das eindrucksvoll die musikalische Eigenart des Burgenlands verkörpert.
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Der Landler in D stammt aus einer Handschrift aus Neckenmarkt (Mittelburgenland). Der Volksmusikforscher Sepp Gmasz hat aus dieser anonymen Ländlersammlung, die um 1860 zu datieren ist, drei Steirer-Melodien ausgewählt und sie zu einem Stück geformt. Es gehörte zum Basisrepertoire des Heanzenquartetts, das sich auf seine Anregung 1976 aus Burgenländischen und Wiener Musikstudenten konstituierte. Mit diesem Kreis, zu dem später auch die Musikanten Herbert Schönfeldinger und Ernst Spirk stießen, begann eine neue Volksmusikbewegung im Burgenland. Ausdruck dessen war etwa die Gründung der Burgenländischen Musikantenwoche (1982) oder die Herausgabe einschlägiger Lieder- und Tanzhefte. In der ersten Ausgabe des „Burgenländischen Notenbiachls" (1982) findet sich auch der Landler in D.
Der Begriff „Heanzen" (Hianzen) galt einst als Übername für die deutschen Bewohner Westungarns, die heutigen Burgenländer. Als Wanderhändler pflegten vor allem die Kleinbauern des Mittel- und Südburgenlandes rege Handelsbeziehungen nach Wien. Vermutlich kam dort der Name „Hianz" für die westungarischen Geflügelhändler auf, die auf den Wiener Märkten schon im 17. Jahrhundert zu markanten Figuren wurden. Nach ihrer Herkunft aus der „Hianzei" dürften die Hianlkramer mit ihrem eigenartigen (ost-mittel-bairischen) Dialekt als besondere Volksgruppe wahrgenommen worden sein. Lange Zeit galt die Bezeichnung als Spottname. Durch die 1996 erfolgte Gründung eines Hianzenvereins konnte eine Dialektpflege und eine neue Auseinandersetzung um Identitätsfragen angeregt werden. Sitz des Hianzenvereins ist das Haus der Volkskultur in Oberschützen, in dem auch das Burgenländische Volksliedwerk untergebracht ist.
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Dieses Stück basiert auf dem von Tobi Reiser (1907-1974) komponierten „Maxglaner Zigeuner Faschingsmarsch". Reiser gilt als Musiker, Arrangeur, Gründer zahlreicher Ensembles (u.a. Flachgauer Musikanten, Tobi Reiser Quintett, etc.) und Initiator neuer Instrumente (chromatisches Hackbrett) und Spieltechniken als maßgeblicher Entwickler eines volksmusikalischen Stils im 20. Jahrhundert. Er verstand es auch, seinen Volksmusikstil durch Radiosendungen, im Film und Fernsehen sowie auf der Bühne - u.a. nach dem 2. Weltkrieg durch das Salzburger Adventsingen - populär zu machen.
Der Maxglaner Zigeuner Faschingsmarsch erschien in seiner Sammlung der „Dritten 25" von 1971. Typisch für die dort publizierten Stücke ist, dass Reiser ihnen kleine, mitunter kuriose Geschichten beistellte, deren historischer Wahrheitsgehalt heute allerdings vielfach im Dunklen bleiben muss - so schreibt er beim Maxglaner, dass die Bürger des Ortsteils Maxglan sich zu Faschingsumzügen vor dem 1. Weltkrieg als „Zigeuner und herumziehendes Gesindel" verkleideten und musizierend in die Innenstadt zogen, woran er sich im Marsch musikalisch angelehnt hätte. Hinter dieser Geschichte dürfte allerdings sein konsequent verfolgtes Anliegen stehen, Stücken, die er als „Volksmusik" erachtete bzw. verkaufen wollte, eine möglichst lange Traditionslinie beizustellen.
Hier machen die Salzburger Nockerln den Marsch u.a. durch Improvisation mit afroamerikanisch konnotierten rhythmischen Mustern zum Maxlazibada. Dennoch bleiben die charakterischen Muster des Moll-Dur-Wechsels wie auch das bei Tobi Reiser Stücken typische Flötensolo aus dem Original bestehen.
Die Salzburger Nockerl sind eine etablierte Salzburger Volksmusikgruppe, die gekonnt Elemente verschiedener Genres mit österreichen Volksmusikstilen zu einem Ganzen zusammenfügt.
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Dieses Lied wurde von Otto Kleewein in Bad St. Leonhard im Lavanttal komponiert. Kleewein wurde 1906 in Lebmach bei St. Veit/Glan geboren, nach seiner Lehrerausbildung an der Lehrerbildungsanstalt Klagenfurt kam er schließlich nach Bad St. Leonhard im Lavanttal. Dort wirkte er von 1950 – 1971 als Direktor der Hauptschule. Aus dieser Zeit stammt auch das Lied „Mei Låvntål, mei Paradies“. Sehr wahrscheinlich sang er dieses Lied auch in der Schule mit seinen SchülerInnen - tauchte es doch 1993/94 im Rahmen der Lavanttaler Feldforschung des Kärntner Volksliedwerks bei den Brüdern Klaus und Lorenz Brunner aus Theißenegg auf. Die beiden Brüder meinten, sie kennen das Lied aus ihrer Schulzeit, wüssten aber nichts über deren Herkunft und waren der Meinung es handle sich um ein von langer Tradition her überliefertes Lied. Dieser gespannte Bogen zeigt einmal mehr, wie schnell sich ein komponiertes Lied durch seine Beliebtheit als Volksliedgut verankert und von den Vortragenden als mündlich aber vor allem lang tradiertes Volkslied geglaubt scheint.
In der hier zu hörende Aufnahme des Liedes sind die schon eben genannten Brüder Klaus, Lorenz sowie Herbert und Hannes zu hören. Das familieneigene Quartett bezieht die Leidenschaft zum Singen von ihren Eltern. Diese Aufnahme findet sich auf der CD „Kultur Region Lavanttal“, welche anlässlich dreier durchgeführten Feldforschungen in den Jahren 1992-1994, vom Kärntner Volksliedwerk herausgegeben wurde. Aus dem Protokoll der Forschergruppe vom 31. März 1993 geht hervor, dass es sich oft schwierig gestaltet, den geeigneten Zeitpunkt für einen Feldforschungsbesuch auszuwählen. Die einsetzende Schneeschmelze und das schöne Wetter treiben die Menschen dazu an, ihre Arbeit im Freien aufzunehmen. Das Ehepaar Mathilde und Nikolaus Brunner sowie die beiden Söhne Klaus und Lorenz betätigten sich bei Ankunft der Forscher mit landwirtschaftlichen Arbeiten. Trotzdem ließen sie sich auf ein Gespräch ein und nahmen sich Zeit unter anderem dieses Lied vorzusingen.
Noten aus der Lavanttaler Feldforschung (Blatt 2)
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Der Ursprung dieses alten Spottliedes über Handwerker und weiteren Berufsgruppen im Dorf, lässt sich aufgrund seiner mündlichen Überlieferung nicht mehr eruieren. Das noch heute beliebte Lied dürfte weit verbreitet gewesen sein, da es um 1900 in mehreren historischen Aufzeichnungen aufscheint. Etwa 1907 wurde es vom Volksliedforscher Karl Liebleitner (1858-1942) in Köstenberg (Velden am Wörthersee) mit 18 Strophen aufgezeichnet. Beim damaligen Vorsänger handelte es sich um Ulrich Gabriel vulgo „Toferle“, ebenfalls ein Zugehöriger der im Lied scherzhaft besungenen Handwerkergruppe der Holzknechte.
Das Notenblatt zeigt die Originalhandschrift des Volksliedforschers Karl Liebleitner, der sich, beeindruckt von seinen ersten Berührungen mit dem Kärntnerlied im Jahr 1881, immer wieder auf Spurensuche dorthin begab. Liebleitner hinterließ 5.600 Einzelblätter von Volksliedaufzeichnungen, immerhin die Hälfte Kärnten zugehörig.
Hier wird das Handwerkslied, als Beispiel eines typischen Männerliedes, vom Quartett Steuerberg gesungen. Das von 1971 - 1994 bestehende Quartett mit Walter Gaggl, Karl Prossegger, Werner Schnitzer und Alois Spitzer studierte insgesamt 400 Lieder ein und erfreute sich zahlreicher Auftritte bei Konzerten und Fernsehmitwirkungen. Die vorliegende Hörprobe wurde 1979 vom ORF-Landesstudio unter der Aufnahmeleitung von Peter Altersberger aufgezeichnet.
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Dieses Stück ist auch bekannt als Gickerl-Polka oder Gickerl-Tanz. Der hier zu findenden Tanzbeschreibung liegen Aufzeichnungen aus Hauzenberg in Niederbayern von Erna Schützenberger aus dem Jahr 1930 zugrunde. Publiziert wurde dieser Tanz erstmals 1985 in Hermann Derschmidts „Tänze aus Oberösterreich“ mit Melodie und drei verschiedenen Tanzvariationen mit der Bemerkung, dass der Kikeriki im „Dreiländereck“ in mehreren Varianten belegt sei. Zu diesem hier weit verbreiteten Tanz wurden vielfach eigene, oft sehr erotische Texte gesungen. So existieren je nach Region und persönlichem Geschmack viele textliche, aber auch tänzerische Varianten. Über die Entstehung der Melodie ist, wie so oft bei mündlich überlieferten Stücken, nichts bekannt. Eva Bruckner und Ernst Schusser vom Volksmusikarchiv des Bezirkes Oberbayern schrieben zur Melodie einen kindergerechten Text, der 1992 erstmals publiziert wurde.
Bei Kindern erfreut sich das Lied großer Beliebtheit und ist hier von Schulklassen der Grundschule Mühlwald aus dem Südtiroler Pustertal zu hören, die sich im Rahmen des Schulprojektes „Mit allen Sinnen - Singmo mitnondo 2009" bei einem Ländersingen mit weiteren Südtiroler und Osttiroler Schulklassen in Toblach (Pustertal/Südtirol) getroffen haben. Dazu wurde eine gleichnamige Publikation herausgegeben, die das Lied beinhaltet. Der hier abgebildete Gockel ist auf der Titelseite des Tanzheftes Kikeriki aus dem Oberösterreichischen Volksliedwerk zu finden, das zu diesem Tanz und zu weiteren Volkstänzen viele lustige Anregungen zur spielerisch-tänzerischen Umsetzung für Kinder enthält.
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„Da Bonapartl" ist eines von wohl vielen im 19. Jahrhundert entstandenen Liedern auf Napoleon Bonaparte (1769-1821). Als historische Ereignis- und Spottlieder von entsprechend kurzlebiger Aktualität überdauerten sie vermutlich lediglich durch den zeitgeistig motivierten Trend zur Volksliedsammlung und zum gedruckten Liederbuch. So findet sich der Text zum "Bonapartl" in Varianten etwa in Anton Schlossars "Deutsche Volkslieder aus Steiermark" von 1881 und in handschriftlichen Konvoluten aus der Zeit zwischen 1860 und 1920 in den Volksliedarchiven der Bundesländer. Wie andere überlieferte Spottlieder auf Napoleon beginnt auch dieses Lied mit dem gescheiterten Rußlandfeldzug und endet mit der Verbannung Napoleons auf St. Helena.
Anlässlich eines im Schuljahr 2008/2009 durchgeführten „Mit allen Sinnen“ Schulprojektes lernten die SchülerInnen der Tourismusschulen Salzburg Klessheim die Ballade kennen und präsentierten an einem Abend dieses und weitere Lieder und Tänze aus napoleonischer Zeit.
Michael Vereno ist hier mit dem überlieferten Text auf seiner Drehleier zu hören. Die Melodie dazu komponierte Sepp Gmasz in den 1970er. Der hier ersichtliche Rückgriff auf den alten Text im Zuge einer Vertonung nach "Bänkelsängerart" unter historisierender Verwendung von Borduninstrumenten trägt die Handschrift des Folk Revival der 1970er Jahre - der damals etablierte Gesangs- und Spielstil hat sich als musikalische Nische für Liebhaber bis heute erhalten.
Das Stück Bonapartl ist neben weiteren musikalischen Dokumenten aus der napoleonischen Epoche auf der CD „Wir zogen gegen Napoleon“ zu finden, die 2009 anlässlich des 200jährigen Gedenkjahres der Schlachten von Aspern und Wagram in Niederösterreich herausgegeben wurde.
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Bei diesem Lied handelt es sich um ein alemannisches Volkslied das zur Gattung der Bettlerlieder zählt. Neben seiner Bekanntheit im alemannisch-sprachigen Raum erfreut es sich großer Beliebtheit in ganz Österreich, vor allem in Vorarlberg, das der Sprachgruppe der alemannischen Dialekte angehört.
Der Verfasser des Liedes ist unbekannt. Veröffentlicht wurde es bereits 1908 im Zupfgeigenhansl durch Hans Breuer. Als Mitglied der Wandervogelbewegung sammelte er auf gemeinsamen Fahrten Volkslieder, die infolge im Liederbuch publiziert und durch die Verwendung in der Bewegung weite Verbreitung erlangten. Die romantisierende, der Natur zugewandte, Jugendbewegung wies damals auch deutschnationale Züge auf. Singen, Musizieren und Tanzen zählten zu den wesentlichen Elementen ihrer Freizeitgestaltung. Vor allem das deutsche Volkslied erfuhr eine besondere Aufwertung.
Noch stärker jedoch wurden das Volkslied und die gesamte Volkskultur von den Nationalsozialisten vereinnahmt und für ihre Zwecke instrumentalisiert, insbesondere sollte damit die Stärkung der Volksgemeinschaft vorangetrieben werden. Dieses Lied findet sich daher auch im 1942 publizierten Liederbuch „Hellau!“, im Kapitel „Heimatlieder“ wieder. Es sollte für die Soldaten an der Front eine emotionale Verbindung zu ihrer Heimat schaffen und den Kämpfergeist stärken, wie sich dem Vorwort entnehmen lässt: „So soll nun dies Buch viel Freude bereiten! Und Freude schafft wiederum Kraft. Diese seelische Kraft aber soll mithelfen, unserem kämpfenden Volke den Endsieg zu erringen.“
Interessanterweise taucht das Lied in einer ideologisch ganz anders ausgerichteten Jugendbewegung der 1968er auf. 1975 dichtete Walter Mossmann das Lied in ein Protestlied gegen den Bau diverser Atomkraftwerke im Raum Basel, Südbaden und dem Elsass um. Es wurde im Liederbuch „Anderi Lieder. Von den geringen Leuten ihren Legenden und Träumen, ihrer Not und ihren Aufständen.“ publiziert.
Ganz im Gegensatz zu den ausgrenzenden und völkischen Weltanschauungen des Nationalsozialismus wurde das Bettellied 2011 im Rahmen eines „Mit allen Sinnen“ - Schulprojektes „Was koscht des Kind ... auf den Spuren der Schwabenkinder“ von der Mittelschule Götzis (Vorarlberg) aufgegriffen (im Bild zu sehen). Das Projekt richtete sich gegen Armut und soziale Ausgrenzung, in Vergangenheit und Gegenwart.
Noch heute ist das Lied in vielen Schulliederbüchern vertreten, um diese beiden Themen im Schulunterricht zu thematisieren. Hier singt daher der Viergesang der Hauptschule Egg im Bregenzerwald.
Literatur Jugendbewegung und Wandervogel
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Dieser Jodler ist in vielerlei Varianten und unter vielerlei Namen bekannt: als „Hätt i di, håb i di“, „He i ti“, als „Hålterbua Jodler“ oder auch als „Hålt’ s Maul“. In einer Aufzeichnung von 1909 in Obdach in der Steiermark wird er als „Echojodler“ bezeichnet, was die akustische Wahrnehmung sehr treffend wiedergibt: Die 2. Stimme folgt prompt nach dem Starten der 1. Stimme, weswegen der Jodler auch als „Nåcheinånd“ bezeichnet wird. Im hier vorliegenden Notensatz aus dem 2011 vom Steirischen Volksliedwerk herausgegebenen „123 Jodler und Juchzer“ erscheint eine 3. Stimme mit dem etwas rauem Ausruf „Hålt’ s Maul, sei still, geh hoam, wånn i will!“. Josef Pommer (1845-1918) zeichnete den Jodler bereits um 1880 in Landl und danach in weiteren Gegenden der Steiermark auf. Er veröffentlichte ihn 1893 in „252 Jodler und Juchezer“ und 1902 in „444 Jodler und Juchezer aus Steiermark und dem steirisch-österreichischen Grenzgebiete“.
Dieser Jodler erfreut sich im ganzen alpenländischen Raum großer Beliebtheit und wurde im Rahmen einer Feldforschung im Bregenzer Wald am 26.10.1976 in Großdorf bei Egg aufgenommen. Unter den Ausführenden befanden sich Edwin Waldner, Jodok Schneider, Paul Fetz, Olga Troy, Zita Jochum, Elisabeth Hammerer, Emanuel Helbok.
In Vorarlberg wird mit dem Schulprojekt „Jodeln echt cool“ wieder verstärkt die Tradition des Jodelns an eine junge Generation vermittelt, wie auch hier im Bild zu sehen (Kinder der VS Doreen mit der Jodel-Expertin Evelyn Fink-Mennel). Dabei kommen der „Hett i di“ und viele andere Jodler in den Jodelworkshops vor. Die Kinder benutzen zur Klangverstärkung einen Milchtrichter aus Holz, deren Verwendung in der Volksmusik der Schweiz zu finden ist. Demnach verwendete der Senner auf der Alm den Trichter als Verstärker für seinen Betruf, mit dem er allabendlich um den Schutz vor Gefahren für die Nacht bat. Auch heute noch gibt es Kantone in der Schweiz, wo das Alpsegenrufen Tradition hat.
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Dieses weltbekannte Weihnachtslied wurde 1816 von Joseph Mohr in Mariapfarr im Lungau in Form eines Gedichts getextet und zwei Jahre später von Franz Xaver Gruber in Arnsdorf (Lamprechtshausen) vertont. Im selben Jahr 1818 kam es zum ersten Mal in der am Bild (Projektbezogene Verwendung mit freundlicher Genehmigung der Stille-Nacht-Gesellschaft) dargestellten St. Nikolaus Kirche in Oberndorf bei Salzburg zur Aufführung. Heute ist das Lied auf der ganzen Welt in vielen Sprachen als Lied für den heiligen Abend mit 3 Strophen bekannt.
Ursprünglich war das Lied sechsstrophig geschrieben für 2 Solostimmen samt Chor und Gitarrenbegleitung. Es fand schon bei der Uraufführung bei der Bevölkerung Gefallen. An Hand autographischer Aufzeichnungen kamen im Laufe der Jahre Abschriften mit Melodievarianten und neuen Besetzungsformen hinzu. Eine davon entstand 1845, gekennzeichnet durch das Gruber Autograph V (siehe Handschrift, projektbezogene Verwendung mit freundlicher Genehmigung der Stille-Nacht-Gesellschaft).
Gespielt wird das Lied hier von den Grazer Turmbläsern, 2 Trompeten, 1 Horn und 1 Posaune, aufgezeichnet auf der CD Stille Nacht heilige Nacht.
Neben dieser verbreiteten und beliebten Form des Liedes gibt es noch eine andere Version, das so genannte „Hirten Stille Nacht“. „Stille Nacht, heilige Nacht, wir bringen dem Kindlein ein Opfer dar.“, so der Liedanfang. Gerlinde Haid zeichnete es erstmals 1976 im Rahmen der Flachgau-Feldforschung auf. Vorgesungen wurde das Lied vom Pfarrer Andreas Radauer von Seekirchen und seiner Schwester Hanni Dürager, welche es in Kindheitsjahren von ihrer Großmutter erlernten und bei Neujahrswünschen vortrugen. Zu finden ist diese Version auf der CD mit Feldforschungsaufnahmen von Gerlinde und Hans Haid mit dem Titel Owa Diandl - Cara mamma; musica alpina III & IV, Volksmusik aus den Alpen herausgegeben vom Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie und Vita Alpina-Alpenakademie-Arunda 1999.
Noten und Text in verschiedenen Sprachen (Blatt 1)
Noten mit 6 Strophen (Blatt 2)
Tonbeispiel Hirten Stille Nacht




















