Österreichisches VolksLiedWerk
Volksmusikland Österreich
Landschaftsmonographie

In den 1970er Jahren wandten sich viele volksmusikalische Entwicklungen gegen den oftmals romantisch oder ideologisch verklärten Blick auf die traditionelle Volksmusik. Man entdeckte das von der Forschung und Pflege lange Zeit ignorierte „kritische Lied", in welchem gesellschaftliche und soziale Missstände aufgezeigt werden. Beeinflusst vom angloamerikanischen Raum kam es zur Auseinandersetzung mit Stilelementen aus Rock und Pop, kombiniert mit eigenen Traditionen. Heute jonglieren viele Gruppen mit Stilen und Instrumenten aus aller Welt und allen Genres. Die seit vielen Jahren steigende Zahl professionell ausgebildeter Musiker begünstigt diese Entfaltungen.

Erste Abweichungen von der sogenannten „traditionellen Volksmusik" begannen schon 1955. Durch die slowenische Gruppe „Oberkrainer" wurde in Anlehnung an die internationale Tanzmusik und den Schlager der neue Stil der „volkstümlichen Musik" entwickelt.


Auch im Bereich der Forschung versucht man nun verstärkt, die wirtschaftlichen und kulturellen Neuerungen und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen auf eine Gemeinschaft zu erforschen. Monographisch erfassen Forschergruppen unterschiedlicher Disziplinen verschiedene Dörfer und Kulturräume aus diesem Blickwinkel. Begünstigt wurden diese Bestrebungen und Forschungsergebnisse durch den technischen Fortschritt der Aufnahmetechniken.