

1904 wurde im Auftrag des k. u. k. Ministeriums für Kultus und Unterricht unter Minister Wilhelm Ritter von Hartel eine Kommission von Philologen, Volkskundlern, Musikwissenschaftlern und Volksliedforschern unter dem Namen "Österreichisches Volksliedunternehmen" einberufen. Diese Kommission sollte die Volkslieder, Tänze sowie die Volksdichtung aller ethnischen Gruppen der Monarchie und ihrer Kronländer aufzeichnen und in einer Gesamtausgabe dokumentieren. Ein übergeordnetes Ziel dieser Sammelaktion mochte somit gewesen sein, einen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten. Das große Sammelwerk scheiterte letztlich an den historischen Ereignissen, vorallem an der Weltwirtschaftskrise und den Wirren des Ersten Weltkrieges sowie dem damit verbundenen Zusammenbruch der Monarchie.
Doch mit dem Forschreiten der Modernisierung entstand vorallem in den Städten eine große Anzahl an Vereinen und Gruppierungen, deren Ziel die Dokumentation, Erhaltung und Belebung des eigenen Kulturgutes war. In Anlehnung an das klassische Vorbild der Kammermusik kam nach und nach in der Volksmusik die Stubenmusik (Harfe, Hackbrett, Zither, Gitarre) in Mode.

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Das Räuberlied ist eines der vielen sozialkritischen Lieder, das dem Herrschenden als Mächtigen den Beherrschten als Armen gegenüberstellt. Es geht hier um eine Räuberbande, die sich zusammenschweißt, um sich zu motivieren und gegen das soziale Ungleichgewicht anzukämpfen. Das „Räuberlied" erscheint erstmals 1887 mit drei Strophen ohne Melodieaufzeichnung in einem Liederbuch von Leonhard Achreiner aus der Wildschönau. Weitere Varianten stammen von 1910 aus der Gegend von Kals/Iseltal.
Angeblich wurde es in den 1950er Jahren in der Wildschönau anlässlich einer Aufführung der "Räuber vom Glockenhof" erstmals wieder gesungen. Aus dem Reinerlös der Aufführungen wurde die Anschaffung der neuen Glocken für die Pfarrkirche Oberau unterstützt.
Hier singen das Räuberlied die Antoni-Singer aus der Wildschönau, die nach einer beliebten Wallfahrtsstätte "St. Antoni" in der oberen Wildschönau benannt sind. Ursprünglich hatte man sich vor bald zwanzig Jahren zum "Anklöpfeln", einem Brauch in der Adventzeit, zusammengefunden. Weil man aber nicht nur in der Vorweihnachtszeit singen wollte, singen die „Antoni Singer" heute vorwiegend Volkslieder, die in der Wildschönau oder der engeren Umgebung gesammelt bzw. gesungen wurden und werden. Viele ihrer Lieder stammen aus der Sammlung "Tiroler Lieder" von Franz Friedrich Kohl (1899), der die Wildschönau als eines der sangesfreudigsten Täler Tirols bezeichnete.
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„Auf an Bergal drobn, går net weit von Sta(i)nz, wohnt a Wunderdokta, der hoaßt Höller Hans!". Scharenweise pilgerten Patienten mit ihren „Brunziflaschn" (Urinfläschchen) zum bekannten Wunderdoktor, um mittels Auswertung des Urins Rat und Hilfe für ihre Probleme zu erhalten. Diese Art von Heilkunst lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen. Das Lied beschreibt auf humorvolle Weise die Harnschau. Der im Lied erwähnte Flascherlzug war eine Schmalspurbahn von Preding - Wieselsdorf nach Stainz, der die oft von weit her kommenden Reisenden zum bekannten Höller Hansl transportierte. Der Name Flascherlzug bezieht sich auf die Urinflaschen, die von den Patienten mitgebracht wurden.
Dieses Lied wurde 1922 vom Bänkelsänger Friedrich Moser (1878-1943) auf den weithin bekannten Heilpraktiker Johann Reinbacher, vulgo Höllerhansl (1866 1935) gedichtet und über Flugblatt verbreitet. Friedrich Moser war ein guter Bekannter vom „Stainzer Wunderdoktor" und beherrschte die Kunst, die Leute in den Wirtshäusern von Stainz und seiner Umgebung mit seinen Liedern zu unterhalten. Zum ersten Mal vorgetragen wurde das Lied anlässlich des Namenstages des Besungenen.
Heute ist dieses Lied vor allem durch die „Stainzer Buam" bekannt, die das solistische Vortragsstück zu einer vereinfachten volkstümlichen Melodievariante abwandelten. 1999 wurde das Stück vom ORF Steiermark aufgezeichnet. Bereits seit den 1950er Jahren beschäftigen sich die Stainzer Buam mit Volksmusik. Damals war der Akkordeonist der Band Hans Unterhuber, der später als erfolgreicher Musikmanager bekannter Gruppen wie dem „Berglandecho", der „Alpenoberkrainer" oder der „Sulmtaler Dirndln" von sich Reden machte. Er gilt auch als Erfinder des Musikantenstadls außerhalb Österreichs.
Originalton von Friedrich Moser
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In diesem sehr beliebten Heimatlied mit dem Liedanfang „Der Schöckl is mei Hoamatlånd, der Schöckl is mei Freud" wird der Hausberg der Grazer besungen. Der Verfasser des Liedes ist Matthias Reithofer (1875-1945), jedoch blieb die Urheberschaft lange Zeit im Dunkeln, bis sein Enkel, Karl Reithofer, den Mitarbeitern des Steirischen Volksliedwerkes davon berichtete. Sein Großvater war nicht nur ein tüchtiger Landwirt, Kaufmann und Fuhrunternehmer in St. Radegund bei Graz, sondern auch Mitglied der „Radegunder Bauern-Theater-Gesellschaft". Für diese Theatergruppe schrieb er im Jahre 1908 das Volksstück „'s Schöckelroserl" und für eben dieses Stück dichtete er auch zwei Lieder, das „Radegunder-" und das „Schöckllied". Vertont wurden die beiden Texte vom Bauern Georg Neubauer (1876-1943), vulgo Schmiedwastl. Durch seine große Beliebtheit beim geselligen Zusammensein im Wirtshaus, genauso wie bei ganz besonderen Anlässen, ist das „Schöckl-Lied" auch über die Radegunder Gegend hinaus „gewandert". So brachte es ein Knecht in den 1930er Jahren in die Oststeiermark. Wie es so oft bei Volksliedern passiert, haben es sich die Ennstaler „zurechtgesungen" und den Schöckl mit dem Grimming ausgetauscht. Darüber hinaus wird auch der Ötscher mit diesem Lied besungen: „Da Ötscher is mei Hoamatort", dachte man lange, wäre in Lackenhof am Ötscher „ausgegraben" worden.
Gesungen wird das „Schöckl-Lied" hier von den Schwestern Maria Hammer (geboren 1907) und Theresia Preitler (1916-1990) - den sogenannten „Schöckl-Frauen". Das umfassende Singrepertoire der beiden wurde in Kumberg im Rahmen einer 1989 und 1990 durchgeführten Feldforschung des Steirischen Volksliedwerks aufgenommen und in Liederblättern veröffentlicht. Ziel des Forschungsprojekts war es, das Musikleben der Oststeiermark in Geschichte und Gegenwart zu erfassen. Gesungen wurde viel im Elternhaus der beiden Schwestern, das sich in Oberschöckl (Gemeinde Weinitzen) befand. So erlernten sie vor allem von ihrem Vater und dem sangesfreudigen Knecht viele Lieder. Daneben wurde auch zu brauchtümlichen und geselligen Anlässen im Dorfleben gesungen. In den 1980ern verbreitete sich ihre Bekanntheit und Beliebtheit durch Tonaufnahmen und Sendungen des ORFs.
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Pfeiferbuben sind noch heute besonders im Salzkammergut zu finden. Ihr Instrument ist die Seitl- oder Schwegelpfeife, eine klappenlose Querflöte aus Holz. Der Wiener Alexander Baumann (1814-1857), ein beliebter Schriftsteller, Stegreifdichter, Schauspieler und Komponist sowie „Official des k. k. Kabinett-Archives" trug um 1830 vor allem als Sänger und Zitherspieler einiges zur Bekanntheit und Verbreitung alpenländischer Melodien in den gebildeten Kreisen Wiens bei. Durch seine starke Verbindung zum Salzkammergut veröffentlichte er 1854 „Di zwoa Pfeifabubn". Das Jodlerlied wurde mit vier Strophen abgedruckt, für zwei Singstimmen und, wie es damals üblich war, mit einer Klavierbegleitung, die vermutlich vom Komponisten und Hofkapellmeister Benedikt Randhartinger (1802-1893) stammt. Bei den in der zweiten Strophe erwähnten Pfeifern „Sepp und Franz" handelt es sich um Josef und Franz Steinegger, vulgo Wilhalmer, Holzknechte und Salzarbeiter aus Grundlsee. Die Brüder verbrachten auf Einladung der Gräfin Josephine von Wertheimstein den Winter 1853/1854 in Wien, wo sie auch im Hause Baumanns musizierten, den sie wohl hier oder auch in ihrer Heimat zur Komposition des Jodlerliedes angeregt haben dürften.
Verschiedene Varianten des Liedes verbreiteten sich rasch, wurden von Josef Pommer aufgezeichnet und werden noch heute vor allem in Wien und im Salzkammergut gesungen. Die heute gebräuchliche Fassung besteht aus der ersten, zweiten und dritten Strophe von Alexander Baumann, versehen mit der von Helmuth Pommer veröffentlichten Jodlermelodie aus der Sammlung seines Vaters Josef.
Die instrumentale Fassung des Liedes hier stammt von der „Ausseer Zithermusi" und den „Altausseer Seitlpfeifer". Die „Ausseer Zithermusi" gibt es in dieser Formation seit den 1990ern, ihr Repertoire umfasst vor allem überlieferte Volksmusik, erweitert von selbst komponierten Stücken des Zitherspielers Hans Gaiblinger. Neben ihm gehören zwei weitere Zitherspielerinnen, Sieglinde Köberl und Gerlinde Duschl und in Gitarrenbegleitung Hanni Gaibinger der Gruppe an. Bei dieser Tonaufnahme handelt es sich um einen Lifemitschnitt, der im Rahmen des „Konrad Mautner-Abends" im Kurhaus Bad Aussee am 26.06.1999 aufgezeichnet wurde.
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Dieses Heimatlied stammt aus der Feder des Oberlehrers Johann Mack, einem gebürtigen Rosentaler. In der Zeit des Ersten Weltkrieges war er als Lehrer in Dollich bei Ferlach tätig. Nach der Besetzung Kärntens durch jugoslawische Truppen wurde er wie viele andere gefangen genommen. In seiner Gefangenschaft in Laibach, die geprägt war von der Ungewissheit, seine Familie und das Rosental je wieder zu sehen, entstand der Text zu diesem Lied. Durch die Volksabstimmung vom 10.10.1920 verblieb Kärnten bei Österreich, was auch den vielen Stimmen der Kärntner Slowenen zu verdanken war. Nun konnte Johann Mack wieder nach Hause zurückkehren. Froh über den Lauf der Dinge und dem Verbleib Kärntens bei Österreich, komponierte er die Melodie zum Text „O Rosental, du schönes Tal...". Verbreitung fand das Lied zuerst in seiner Familie, dann in der Schule.
Schließlich wäre es fast in Vergessenheit geraten, hätte nicht sein Sohn Ernst Mack das Lied mit dem Eppersdorfer Quartett verbreitet. Der Volksliedsammler und Musiklehrer Anton Anderluh (1896-1977), der gleichzeitig als vielseitiger Chorleiter dem heute typischen Kärntner Chorsingen und damit diesem Lied in Kärnten zu seinem heutigen Bekanntheitsgrad verhalf, setzte dieses Lied um 1930 für gemischten Chor.
Im Rosental erfüllt das Lied heute die Funktion einer Hymne. Fast bei jeder Veranstaltung wird es, sofern es nicht schon im Programm vorkommt, als gemeinsames Schlusslied gesungen. Auch bei Geburtstagen, Begräbnissen und im Gasthaus hört man es immer wieder. Hier singt es der Kammerchor Klagenfurt Wörthersee.
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Der Ursprung dieses Tanzliedes dürfte im Montafon liegen. Die Melodie und der Text einer Strophe sind bereits in der Handschrift von Josef Martin Strolz um 1812 bis 1818 erfasst. Der Tanz zum Lied wird in der Volksüberlieferung als „En offi, en ahi" („Einen Gang hinauf, einen Gang zurück") bezeichnet.
Beim „Kaiserfest" 1908, dem sechzigjährigen Thronjubiläum von Kaiser Franz Joseph, wurde der Tanz in Wien öffentlich vorgeführt. Die Tanzabfolge wurde erstmals von August Schmitt in den 1920er Jahren schriftlich aufgezeichnet. Der Tanzforscher hatte den Tanz in der Gemeindekanzlei in Schruns erlernt, er soll besonders bei Hochzeiten als Eröffnungs- und Schlusstanz verwendet worden sein. Schmitt fand Varianten in Schruns, St. Gallenkirch, Gaschurn, Bartholomäberg, Rankweil, Schlins und Bezau. Publiziert wurde die Tanzbeschreibung erstmals von Raimund Zoder 1928 in „Altösterreichische Volkstänze".
Der Tanz, auch „Ahetanz" genannt, wird von je einem Tänzer und zwei Tänzerinnen ausgeführt. Diese Tanzform reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück und geht wahrscheinlich auf den Altdeutschen, einen geschrittenen Tanz zurück. Die Besonderheit dieses Tanzes liegt darin, dass die Tänzerinnen und Tänzer der Musik hingewandt sind und mit ihr eine Einheit bilden. Diese Verbindung wird besonders deutlich durch die gegenseitige Begrüßung und das Mitsingen der Tänzer der ersten Strophe. Erst im zweiten Teil wenden sich die Tanzenden dem Publikum zu.
Während Texter und Komponist der ersten Strophe unbekannt sind, wurde die zweite Strophe durch Arthur Wolf mitgeteilt, während die Strophen drei bis sieben von Otto Borger (1904 - 1994) stammen. Im Rahmen des Schulprojektes „Mit allen Sinnen" ist das Lied von der Volksschule Bludesch für die CD „Und wenn üser Ländle a Käsknöpfle wär" 1999 aufgenommen und im Liederbuch „Gibele, Gäbele veröffentlicht worden. Beide Publikationen haben zum Ziel, speziell Kindern zeitgemäß Vorarlberger Lieder und Tänze für den heutigen Gebrauch anzubieten.
Noten und Tanzbeschreibung Zoder
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Der in Wolfsberg lebende Kärntner Schuldirektor Balthasar Schüttelkopf (1863-1908) war neben seiner Tätigkeit als Lehrer auch als Volkskundler und Chorleiter tätig. Auf Grund seiner Fähigkeiten wurde Schüttelkopf, im Zuge der Gründung des Österreichischen Volksliedunternehmens, als Vertreter für Kärnten 1905 behördlich vom Unterricht freigestellt, um sich ganz der Sammlung heimischen Liedgutes anzunehmen. Innerhalb des Sammelprojektes zeichnete er mündlich überlieferte Lieder auf und schrieb handschriftliche Quellen ab, erbrachte Nachweise von gedruckten Belegen und interviewte Sänger und Sängerinnen. Innerhalb kürzester Zeit sammelte er etwa 2.000 Volkslieder. Seine Sammeltätigkeit zeichnet sich besonders dadurch aus, dass er die Herkunft seiner Aufzeichnungen genauestens recherchierte sowie viele Lieder bearbeitete oder in der vorherrschenden Tradition komponierte. Dabei legte er Wert auf die fünfstimmige Singweise und lehnte eine Harmonisierung ab.
Zu seinen bekanntesten Liedern zählt wohl das Liebeslied „I hab di gern", das er dem Wolfsberger Männergesangsverein 1902 zum 50. Bestandsjubiläum widmete. Auch wenn es eine Reihe anderer Liedinhalte gibt, so wird der Begriff „Kärntnerlied" zumeist synonym für das Liebeslied verwendet. Weitere Kennzeichen lassen sich auf eine charakteristische Mehrstimmigkeit und damit verbundene Melodik zurückführen. Es wird meist vier- oder fünfstimmig gesungen, wobei die zweithöchste Stimme die Melodie transportiert und diese in den anderen Stimmen eingearbeitet ist. Diese männliche Singtradition in Quartetten bzw. Quintetten nahm Anfang des 19. Jahrhunderts in Adels- und Bürgerfamilien ihren Ausgang. Sie zählt heute zu den Besonderheiten Kärntens und verschaffte dem Kärntnerlied weit über die Landesgrenzen hinaus Berühmtheit.
Hier wird das Lied „I hab di gern" vom Männer-Quintett Petzen gesungen. Das Repertoire der Gruppe erstreckt sich vom Volkslied bis hin zu Evergreen und Swing. Hauptsächlich widmen sie sich jedoch dem Kärntnerlied, das neu interpretiert wird, aber dennoch den ursprünglichen Charakter dieser typischen Kärntner Singtradition nicht vermissen lässt.
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Das vorliegende Gstanzllied zeigt beispielhaft, die bei vielen Volksliedern auszeichnende textliche Mehrdimensionalität, die letztlich sehr viel Interpretationsspielraum offen lässt. Auf den ersten Blick und nach heutigen Bezügen gemessen könnte man die erste Strophe - vor allem beim spontanen Singen ist oft nur diese bekannt - als Aufforderung zum Naturschutz bzw. als Plädoyer für die Erhaltung kraftfahrzeugfreier Almlandschaften verstehen.
1926 wurde dieses Lied zum ersten Mal von Otto Eberhard, einem Salzburger Volksliedsammler, im Tennengau aufgezeichnet. Sicher mag in jener Zeit, als die Verklärung des „Ländlichen" gegenüber der als negativ erachteten „Großstadt" durchaus im Trend lag, auch der Gedanke eines abgeschlossenen, geschützten Refugiums gebirgiger Idylle im Raum gestanden haben. Auf anderer Ebene ist die Alm allerdings ein Synonym für die Liebe, die man - auf schmalen, gefährlichen Pfaden wandernd - erst mühsam erlangen muss. Wie weit diese Interpretation für Eberhards Aufzeichnung gültig sein kann, ist allerdings fraglich - hier handelt es sich vielmehr tatsächlich um ein „Schnaderhüpfl" in dem Sinn, dass mehrere Strophen hintereinander gesungen werden, die nicht unbedingt eine zusammenhängende Geschichte ergeben. In seiner Handschrift ist ein stark erotisches Element vorhanden, ausgedrückt in dem „mahlenden" Müller, dem Posthorn und dem Eier schlagenden Bäcker.
Während die erste Strophe in vielen Varianten gleich bleibt, sind die Folgestrophen oftmals unterschiedlich. Neben dieser Salzburger Aufzeichnung und anderen, gibt es eine erst Jahre später schriftlich fixierte Version als Liebeslied mit Abschiedthematik - nur der „Richtige" kann das Steiglein finden und als er schließlich verschwindet, hinterlässt er ein gebrochenes Herz. Große Verbreitung erfuhr diese Fassung unter anderem durch die populären Liederbücher, hier aus „Singende Jugend", herausgegeben 1948 vom Katholischen Jugendwerk Österreichs.
Die hier von Katharina Schilchegger und Christine Pölzleitner gesungene Fassung wurde 2001 im Rahmen einer Feldforschung, durchgeführt in Annaberg-Lungötz im Lammertal, aufgezeichnet. Auch wenn das Lied bereits 1926 das erste Mal erfasst wurde, so waren die beiden Sängerinnen der Meinung, dass das Lied aus ihrer Feder stamme. Diese Annahme vermutet eine starke Identifizierung mit dem eigenen Liedergut.
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Streiflichter und Skizzen sind es, die vom frühen Gebrauch des Alphorns im Raum Salzburg Auskunft geben. In der mittelhochdeutschen Liederdichtung „Mönch von Salzburg" finden sich ebenso einzelne Hinweise wie in den Kompositionen Leopold Mozarts ("Pastorell Synfonie mit Hirtenhorn") oder im "Mittersiller Stockurbar" aus dem Jahre 1606.
Dem mittlerweile verstorbenen Musiker und Lehrer Wilhelm Schwaiger sen. lag - nach der Entdeckung einer "Holzröhre auf einem Abfallhaufen", die sich als Alphorn entpuppte - viel daran, das Instrument im Raum Salzburg/Pinzgau wieder zu beleben. Unter anderem richtete er Melodien für Alphorn ein und gründete die Maria Almer Alphornbläser.
Eng mit dem Repertoire dieses Ensembles in Zusammenhang steht die Instrumentalform der sogenannten Weisen. Dabei handelt es sich um Volksliedmelodien, die von Instrumenten nachgespielt werden. Die vorliegende Weise etwa gründet auf dem Volkslied "Auf der Åm, då iss so lustig", das von Anton Günther (1876-1937) komponiert und gedichtet worden war. Das Hauptmotiv dieses Liedes bildet - mit Wiederholung - die vom Alphorn-Ensemble gespielte Weise, aufgezeichnet zwischen 1998 - 2001. So wie in vielen Jäger- und Almliedern wird im Lied die Alm zum idyllischsten Platz der Welt erkoren, die der Sänger mit keinem König tauschen möchte. Einzig in der letzten Strophe kommt Wehmut auf, da der „Bua" hier zwar von Natur umgeben ist und sich frei fühlt, jedoch im Bewusstsein ohne „Diandal" zu bleiben.
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Der Vorsitzende des "Arbeitsausschusses für das Volkslied in Salzburg", Dr. Curt Rotter (1881-1945), war zeitlebens darum bemüht, die Volksliedsammlung in Salzburg in wissenschaftliche Bahnen zu lenken. Bereits 1919 veröffentlichte er einen entsprechenden Leitfaden für die adäquate Sammlung, Aufzeichnung und Dokumentation von Volksliedern. Mit der Herausgabe so genannter Gebrauchsliederbücher versuchte er jedoch auch der Pflege der Lieder gerecht zu werden. Hervorzuheben sind hier neben den "Salzburger Liedblättern" die Publikationen im Rahmen der von Rotter, Hans Enders und Gustav Moißl herausgegebenen Reihe "Das Österreichische Liederbuch". Einen grundlegenden, auch heute noch verbreiteten Bestand an Volksliedern enthält das "Beiheft 3a" dieser Reihe, mit dem Titel "Sing' mar oans". Im Unterschied zu Rotters wissenschaftlich geprägten Sammlungen finden sich dort lediglich marginale Anmerkungen zu den Liedquellen.
So erfahren wir vom hier vorgestellten Lied "I bin a Bauernbua" lediglich, dass es "aus dem Pinzgau" stammt. Der Grund für die geringen Informationen zur Herkunft könnte darin liegen, dass hier nicht wie bei den meisten anderen Liedern der Publikation keine Handschrift im Nachlass des ehemaligen "Arbeitsausschusses für das Volkslied in Salzburg" vorliegt. Anzunehmen ist, dass sich die handschriftliche Aufzeichnung unter jenen Beständen befand, die in den letzten Kriegsjahren des Zweiten Weltkrieges in Mozarts Wohnhaus am Salzburger Makartplatz eingelagert waren und durch Bombenangriffe zerstört wurden.
Dennoch ist das Lied heute in ganz Österreich weit verbreitet und wird gerne mit Schul- und Kindergartenkindern gesungen.
Hier singen Saalfeldner Schulkinder unter der Leitung von Roswitha Wieser von den Aufgaben des „Bauernbua" und der „Bauerndirn". Erschienen ist das Lied auf der 2008 vom Salzburger Volksliedwerk produzierten CD „Wohl auf der Alm".
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Die Alm Polka ist eine bekannte und beliebte Volksweise des Lavanttals, die sich im musikalischen Repertoire kleiner Blechgruppen genauso wie bei jedem Harmonikaspieler findet. In Musikantenkreisen kennt man dazu auch verschiedene Texte wie etwa „Auf da Ǻlm, auf da Heh, gschnittne Nudl und Kaffe" oder „Flix, flax, Hǻhnfuaß, weil da Teixl eine muaß!". Die Alm Polka wurde 1992 im Rahmen einer Feldforschung des Kärntner Volksliedwerks erfasst. Im Zuge dessen fand auch die Handschrift „Auf der Alm ist fidell Polka" aus der Notensammlung von Johann Knabl Eingang in das Archiv des Kärntner Volksliedwerks. Das Ziel der drei im Zeitraum von 1992 bis 1994 durchgeführten Feldforschungen war es, die musikalische Besonderheit des Lavanttals zu dokumentieren.
Als spezielle Besetzungsgattung dieser Region gab es die „kleine Blech", die sich neben den Blasmusikkapellen als kleine Musikgruppe mit sieben oder acht Mitgliedern herausbildete. Diese spielten bei besonderen Tanzanlässen wie Hochzeiten und Bällen und wurden dementsprechend entlohnt.
In den 1950er/60er Jahren lösten sich solche Gruppen zunehmend auf. Eine Ausnahme bildete die Pacher Musik, deren Gründung im Jahre 1912 auf den Kapellmeister und späteren Ehrenbürger von Reichersfels, Max Pacher (1888 - 1958) zurückgeht. Besonders unter der Leitung von Johann Asprian (*1950) gelang es durch die Verwendung alter Spielbücher Pachers an dessen Tradition anzuknüpfen und diese fortleben zu lassen. Im aktuellen Repertoire der Pacher Musik ist auch die Alm Polka zu finden, welche 2003 zusammen mit den Ergebnissen der Feldforschung auf der CD Kulturregion Lavanttal des Kärntner Volksliedwerks, herausgegeben wurde.
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Das Jagdrecht des Volkes wurde seit der Römerzeit zunehmend beschnitten, bis es überhaupt nur mehr dem wohlhabenden Adel vorbehalten war. Das Jagdprivileg des Adels galt, unter anderem, auch als eine Demonstration ihrer Macht. Das Wildern wurde daher als Angriff gegen diese gedeutet und demzufolge streng verfolgt. Neben Geld- und körperlichen Strafen konnte der Wilderer auch des Landes verwiesen werden. Die Durchsetzung der Gesetze erwies sich jedoch als schwierig, zu groß war vielerorts der Widerstand der Unterschicht eine solche Gesetzeslage zu akzeptieren. Großteils stellte das Wildern, neben dem ebenso vielerorts verbotenen Holzsammeln, die einzige Überlebensmöglichkeit dar.
In den Wildererliedern wird das Machtverhältnis umgedreht. Hier ist es der Wilderer, der im offenen Protest die Obrigkeit verspottet, austrickst und besiegt und als viel besungene, legenden- und heldenhaft ausgeschmückte Gestalt in Erscheinung tritt.
Das Leben des Wilderers wird als freies, unbekümmertes Leben dargestellt und es werden ihm übernatürliche Fähigkeiten zugesprochen, die in der Realität ganz anders aussahen. Beim Volk waren sie, wohl nicht zuletzt wegen ihres Aufbegehrens gegenüber der Obrigkeit und deren Gesetze, aber meist sehr beliebt - eine Vielzahl von Liedern über diese legendenhaften Gestalten zeugen davon.
Im Steirischen Volksliedarchiv gibt es zahlreiche Niederschriften aus verschiedenen Nachlässen aus der ganzen Steiermark, die im Laufe des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts Fassungen des „Gamserlschiaßns" beinhalten. Eine ähnliche Variante stellt auch das Lied „Steig i's aufs Gamsbirig auf" dar. In beiden Fällen wird der Steirische Prinz", Erzherzog Johann von Österreich (1782-1859) erwähnt, der letztlich durch seine volkskundlichen Feldforschungen und volksnahe Lebensweise auch von diesem nicht unbedingt als Herrscherpersönlichkeit angesehen wurde.
Gesungen wird das „Gamserlschiaßns" hier von den Geschwistern Hochfellner aus Bad Mitterndorf. Viele ihrer Lieder haben sie von ihren Eltern erlernt. Eine Besonderheit sind ihre einmalig interpretierten Jodler.
Noten Dås Gamserlschiaßn is mei Freid
Noten „Steig i ins Gamsgebirg auf"
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Der 1839 als Sohn eines Bergbauern in Bad Goisern geborene Josef Reisenbichler, alias „Singender Wölfl", gilt als der Autor dieses Liedtextes, möglicherweise auch jener der Melodie. Er begann erst spät seine Gedichte aufzuschreiben, begleitete sich dann selbst auf der Gitarre und brachte seine Gesänge in Gasthäusern oder auf der Rockaroas - so nennt man die Zusammenkunft zur Arbeit in den Stuben der Bauern - vor. Später begleiteten ihn auch seine Söhne Josef und Christian auf der Zither. Über Reisenbichlers Singgewohnheiten wird berichtet: „Er besang in seinen selbstgemachten, langen, durch Rezitative unterbrochenen Liedern das Leben der Bergbauern und geißelte die damaligen Zustände mit zum Teil beißendem Spott, weshalb er im ganzen „Beriger Riedl" (Steuergemeinde Lasern/Bad Goisern) gefürchtet war."
Veröffentlicht wurden seine Lieder 1906 von dem niederösterreichischen Volksliedforscher Karl Kronfuß, der eine Sammlung von erzählenden, beschreibenden und satirischen Gelegenheitsdichtungen herausgab. Kronfuß verdankt die Gedichtesammlung seinem Vetter Felix Groß, den wiederum Obertrauner Freunde auf Josef Reisenbichler aufmerksam machten und der beim Besuch des Dichters die Gelegenheit hatte, einige dieser Lieder zu hören. Auch Wannst in Fink hörst, findet sich unter diesen Gedichten.
Gegenwärtig werden Reisenbichlers Lieder kaum mehr gesungen.
Hier singt der Goiserer Viergesang (Fritz Hillbrand, Sepp und Willi Winterauer sowie Lois Neuper), der das Lied 1991 für ihre Jubiläums-CD „25 Jahre Goiserer Viergesang" (Bschoad 46-301) eingespielt hat.
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Die Herkunft dieses Liedes ist unklar. Flugblätter „Mir san Landsleut" aus dem Blaha Verlag in Wien um 1890 handeln von Linzer und Böhmischen Landsleuten bzw. waren auch mit „Weanerische Landsleut" zu singen. Die Liedentstehung bezieht sich hier wohl auf die durch die zunehmende Industrialisierung ausgewanderten Landarbeiter aus der Gegend um Linz und den Böhmerwald in die Fabriken der Stadt Wien. Später fand das Lied wohl wieder Einzug in die Heimat.
Gustav Jungbauer zeichnete bereits 1912 und 1923 Versionen des im Böhmerwald mehrfach verbreiteten Liedes auf, welche er 1930 in der Sammlung „Volkslieder aus dem Böhmerwalde" veröffentlichte. Die vorliegende Fassung stammt von 1925 aus der Oberösterreichischen Volkstanzsammlung von Hermann Derschmidt, überliefert vom Knecht „Link" in Klaffer am Hochficht im Mühlviertel. Sie ist anlässlich der Kulturhauptstadt Linz 09 im Liederheft "Z'Linz auf da Bruckn" vom Oberösterreichischen Volksliedwerk herausgegeben worden. In Verbindung mit der Walzerweise „Es gibt kalte Wasserl, es gibt kalte Brünn" gehört die Zweivierteltaktweise „Drum san ma Landsleut, linzerische Buama" zum Volkstanz „Deutscher Umgang" und ist auch auch unter „Linzer Polka" zu finden.
Der Tanz zählt zu den Gattungen der Kontratänze. Was bedeutet, dass man nicht in Paaren tanzt, sondern in Gruppen. Diese Form war im 17. und 18. Jahrhundert weit verbreitet und wurde von Johann Strauß Vater von Frankreich nach Wien eingeführt. Es gibt verschiedenste Formen von Gruppentänzen und in diesem Fall tanzt der Mann mit zwei Frauen. Der „Deutsche Umgang" besteht aus zwei Rhythmen. Die Strophe steht im 3/4 Takt und der Refrain im 2/4 Takt. Die Tanzschritte orientieren sich jeweils nach dem vorgegebenen Rhythmus.
Die bekannte Weise wird heute sowohl zum Tanz als auch als Lied gesungen.
Hier spielen die Urfahraner Aufgeiger, entnommen der CD Tänze aus Oberösterreich 2 von 1998. Aufgrund der Bestrebung, einen eigenen Zuganz zu den lokalen musikalischen Wurzeln zu finden, spielen die Musiker seit etwa 1980 mit zwei Melodie Geigen und dazu wechselnder Besetzung zusammen.
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Der Ursprung dieses alten Spottliedes über Handwerker und weiteren Berufsgruppen im Dorf, lässt sich aufgrund seiner mündlichen Überlieferung nicht mehr eruieren. Das noch heute beliebte Lied dürfte weit verbreitet gewesen sein, da es um 1900 in mehreren historischen Aufzeichnungen aufscheint. Etwa 1907 wurde es vom Volksliedforscher Karl Liebleitner (1858-1942) in Köstenberg (Velden am Wörthersee) mit 18 Strophen aufgezeichnet. Beim damaligen Vorsänger handelte es sich um Ulrich Gabriel vulgo „Toferle“, ebenfalls ein Zugehöriger der im Lied scherzhaft besungenen Handwerkergruppe der Holzknechte.
Das Notenblatt zeigt die Originalhandschrift des Volksliedforschers Karl Liebleitner, der sich, beeindruckt von seinen ersten Berührungen mit dem Kärntnerlied im Jahr 1881, immer wieder auf Spurensuche dorthin begab. Liebleitner hinterließ 5.600 Einzelblätter von Volksliedaufzeichnungen, immerhin die Hälfte Kärnten zugehörig.
Hier wird das Handwerkslied, als Beispiel eines typischen Männerliedes, vom Quartett Steuerberg gesungen. Das von 1971 - 1994 bestehende Quartett mit Walter Gaggl, Karl Prossegger, Werner Schnitzer und Alois Spitzer studierte insgesamt 400 Lieder ein und erfreute sich zahlreicher Auftritte bei Konzerten und Fernsehmitwirkungen. Die vorliegende Hörprobe wurde 1979 vom ORF-Landesstudio unter der Aufnahmeleitung von Peter Altersberger aufgezeichnet.
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Dieses Stück ist in der Volksmusik als Landler, Jodler und Lied bekannt. Der im Bild zu sehende Sebastian Hörhager (Harmonika) spielte es gemeinsam mit seiner Klassenkollegin Christina Rahm (Harfe) im Schuljahr 2007/2008 im Rahmen des durchgeführten „Mit allen Sinnen“ Projektes „Unser musikalisches Dorfleben“. Er selbst bezeichnete das Stück als „Tuxer Landler“. Als „Der Triapla ho“ ist dieses Stück jedoch bereits in Franz Friedrich Kohls „Echten Tiroler Liedern“ von 1913/15 zu finden und war bereits zu diesem Zeitpunkt, also vor 100 Jahren, in Tirol und im deutschen Alpenraum verbreitet. So ist es auch unter dem Titel „Holzknecht-Jodler“ im Waldviertel oder als „Der Sensenwetzer“ in Vorarlberg bekannt. Der Jodler dient auch dem hier zu hörenden Lied „Diandl, geh eina!“ als Melodie.
Auf der Tonaufnahme, die aus der Sammlung Alfred Quellmalz aus dem Jahr 1941 stammt, singt Marianne Weiß aus Latsch in Südtirol. In den Jahren 1940-1942 wurde, im Zuge einer zwischen Adolf Hitler und Benito Mussolini vereinbarten Umsiedlung der deutschsprachigen Bevölkerung Südtirols (als "Südtiroler Option" bezeichnet), eine umfassende und einzigartige volkskundliche Feldforschung durchgeführt. Alfred Quellmalz wurden die Erforschung und Dokumentation im Bereich Volksmusik, Lied und Tanz übertragen, aus der Tonmaterial mit rund 1.700 Volksliedern, rund 650 Instrumentalmusikaufnahmen und rund 90 Sprechaufnahmen hervorging. Seit den 1980ern hat eine Aufarbeitung und Kontextualisierung dieser Feldforschung eingesetzt, angesichts der denkwürdigen politsch-ideologischen Motivation und der Nutzung für die nationalsozialistische Volkstumspflege.
Literatur Sammlung Quellmalz (1940-42)
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Dieses alte Karfreitagslied stammt aus der Gottschee (Kocevje), einer deutschen Sprachinsel, die seit der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts bis zur Umsiedlung unter den Nationalsozialisten 1941 im heutigen Slowenien bestand. Das Lehen der Grafen von Ortenburg (Oberkärnten) wurde hauptsächlich mit Bauersleuten aus Oberkärnten und dem heutigen Osttirol besiedelt. Aus den mitgebrachten Dialekten entwickelte sich die Gottscheerische Mundart, die auch in diesem Lied zu finden ist und in Sprachforschungen immer wieder auf großes Interesse stieß. Mit dem Zerfall der Donaumonarchie wurde die Gottschee 1918 Teil des Königreichs Jugoslawien. Die damit einhergehende zunehmende Beschneidung der Rechte der Minderheiten und die folgende Umsiedlung nach Österreich durch die Nationalsozialisten führten zu mehreren größeren Auswanderungswellen dieser Bevölkerungsgruppe, vorwiegend nach Amerika.
Mit den ersten Sammelaktionen des Österreichischen Volksliedwerkes zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde auch in der Gottschee eine Vielzahl an Volksliedern aufgezeichnet. Das Lied, auch unter dem Titel „Vom Herrn Jesus“ bekannt, ist in mehreren Versionen vorhanden. Die vorliegenden Noten wurden von Engelbert Maurin bearbeitet, mehrstimmig gesetzt und 1939 publiziert. Die Aufzeichnungen stammen entweder vom Autor selbst oder vom Volksliedsammler Josef Perz. Weitere Aufzeichnungen sind von Johann Tschinkel (1875-1925) zwischen den Jahren 1895 bis 1918 bekannt, sowie von Fritz Berthold im Zuge eines 1935 durchgeführten Preissingens in der Gottschee. Speziell aus seinen Unterlagen geht hervor, dass diese Untersuchungen bzw. das Preissingen stark zur ideologischen Festigung des Deutschtums beitragen sollten.
Schließlich kam das Lied, entweder durch die Aufzeichnungen oder die Auswanderungen der Gottscheer, in den alpenländischen bzw. tirolisch-bayrischen Raum, wo es seit den 1950er Jahren bei Gesangsgruppen beliebt ist. Die hier zu hörende Tonaufzeichnung des gemischten Chores „Heimatklang“ Bach, eine Bearbeitung für Männerchor und Sopransolostimme, scheint das Lied aber auch bei Kärntner Chören attraktiv zu machen. Der seit 1949 bestehende Chor bestreitet jährlich unter der Leitung von Siegi Hoffmann zwei vorösterliche Singen und versteht dies als Beitrag der musikalischen Brauchtumspflege. Die hier abgebildeten SchülerInnen der Volksschule St. Ursula in Klagenfurt trugen das Lied bei einer Kreuzweg Begehung im Rahmen des Schulprojektes „Mit allen Sinnen“ vor.
Homepage der Arbeitsgemeinschaft der Gottscheer Landsmannschaften
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In verschiedenen Text- und Melodievariationen überliefert, wird das Lied „Mei, hab i’s net a schens Schuacherl ån“ bis heute gerne gesungen. Die erhaltenen Quellen reichen bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück und verteilen sich räumlich von Tirol und Südtirol, dem Bregenzerwald und Salzkammergut bis hin zum Lavanttal in Kärnten.
Das Lied zählt zu den Schwellliedern, die von Strophe zu Strophe „anschwellen“, da immer neuer Text hinzugefügt wird. Diese damit verbundene Beliebtheit bei Kindern gemeinsam mit dem pädagogischen Lernziel der Memorisierung macht es ideal für den Gebrauch im Unterricht. Das Steirische Volksliedwerk bietet passend zum Lied Schnupperprojekte für Schulen zum Thema „Gwånd und Schuah“ an. Dabei wird sich dem Thema inhaltlich sowie musikalisch angenähert.
Das Lied ist auf der CD und im gleichnamigen Liederbuch „Kindertänze trallala“ zu finden, 2006 herausgegeben vom Steirischen Volksliedwerk. Es singen und spielen Vinzenz Härtel, Sigrun Mogel, Uta Mogel und Gerhild Mogel, mit Unterstützung ihrer Eltern und Geschwister.
Das hier abgebildete Aquarell zeigt Bauersleute aus Passail bei Graz und wurde 1813 von Karl Ruß auf seiner Wanderung in dieser Gegend angefertigt. Es befindet sich im mehrbändigen, von Konrad Mautner und Viktor Geramb publizierten Werk „Steirisches Trachtenbuch“ im 2. Band, dritte Lieferung „Ost- und Untersteier“ aus dem Jahr 1936 (Graz).
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Bei diesem Lied handelt es sich um ein alemannisches Volkslied das zur Gattung der Bettlerlieder zählt. Neben seiner Bekanntheit im alemannisch-sprachigen Raum erfreut es sich großer Beliebtheit in ganz Österreich, vor allem in Vorarlberg, das der Sprachgruppe der alemannischen Dialekte angehört.
Der Verfasser des Liedes ist unbekannt. Veröffentlicht wurde es bereits 1908 im Zupfgeigenhansl durch Hans Breuer. Als Mitglied der Wandervogelbewegung sammelte er auf gemeinsamen Fahrten Volkslieder, die infolge im Liederbuch publiziert und durch die Verwendung in der Bewegung weite Verbreitung erlangten. Die romantisierende, der Natur zugewandte, Jugendbewegung wies damals auch deutschnationale Züge auf. Singen, Musizieren und Tanzen zählten zu den wesentlichen Elementen ihrer Freizeitgestaltung. Vor allem das deutsche Volkslied erfuhr eine besondere Aufwertung.
Noch stärker jedoch wurden das Volkslied und die gesamte Volkskultur von den Nationalsozialisten vereinnahmt und für ihre Zwecke instrumentalisiert, insbesondere sollte damit die Stärkung der Volksgemeinschaft vorangetrieben werden. Dieses Lied findet sich daher auch im 1942 publizierten Liederbuch „Hellau!“, im Kapitel „Heimatlieder“ wieder. Es sollte für die Soldaten an der Front eine emotionale Verbindung zu ihrer Heimat schaffen und den Kämpfergeist stärken, wie sich dem Vorwort entnehmen lässt: „So soll nun dies Buch viel Freude bereiten! Und Freude schafft wiederum Kraft. Diese seelische Kraft aber soll mithelfen, unserem kämpfenden Volke den Endsieg zu erringen.“
Interessanterweise taucht das Lied in einer ideologisch ganz anders ausgerichteten Jugendbewegung der 1968er auf. 1975 dichtete Walter Mossmann das Lied in ein Protestlied gegen den Bau diverser Atomkraftwerke im Raum Basel, Südbaden und dem Elsass um. Es wurde im Liederbuch „Anderi Lieder. Von den geringen Leuten ihren Legenden und Träumen, ihrer Not und ihren Aufständen.“ publiziert.
Ganz im Gegensatz zu den ausgrenzenden und völkischen Weltanschauungen des Nationalsozialismus wurde das Bettellied 2011 im Rahmen eines „Mit allen Sinnen“ - Schulprojektes „Was koscht des Kind ... auf den Spuren der Schwabenkinder“ von der Mittelschule Götzis (Vorarlberg) aufgegriffen (im Bild zu sehen). Das Projekt richtete sich gegen Armut und soziale Ausgrenzung, in Vergangenheit und Gegenwart.
Noch heute ist das Lied in vielen Schulliederbüchern vertreten, um diese beiden Themen im Schulunterricht zu thematisieren. Hier singt daher der Viergesang der Hauptschule Egg im Bregenzerwald.
Literatur Jugendbewegung und Wandervogel
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Dieser Jodler ist in vielerlei Varianten und unter vielerlei Namen bekannt: als „Hätt i di, håb i di“, „He i ti“, als „Hålterbua Jodler“ oder auch als „Hålt’ s Maul“. In einer Aufzeichnung von 1909 in Obdach in der Steiermark wird er als „Echojodler“ bezeichnet, was die akustische Wahrnehmung sehr treffend wiedergibt: Die 2. Stimme folgt prompt nach dem Starten der 1. Stimme, weswegen der Jodler auch als „Nåcheinånd“ bezeichnet wird. Im hier vorliegenden Notensatz aus dem 2011 vom Steirischen Volksliedwerk herausgegebenen „123 Jodler und Juchzer“ erscheint eine 3. Stimme mit dem etwas rauem Ausruf „Hålt’ s Maul, sei still, geh hoam, wånn i will!“. Josef Pommer (1845-1918) zeichnete den Jodler bereits um 1880 in Landl und danach in weiteren Gegenden der Steiermark auf. Er veröffentlichte ihn 1893 in „252 Jodler und Juchezer“ und 1902 in „444 Jodler und Juchezer aus Steiermark und dem steirisch-österreichischen Grenzgebiete“.
Dieser Jodler erfreut sich im ganzen alpenländischen Raum großer Beliebtheit und wurde im Rahmen einer Feldforschung im Bregenzer Wald am 26.10.1976 in Großdorf bei Egg aufgenommen. Unter den Ausführenden befanden sich Edwin Waldner, Jodok Schneider, Paul Fetz, Olga Troy, Zita Jochum, Elisabeth Hammerer, Emanuel Helbok.
In Vorarlberg wird mit dem Schulprojekt „Jodeln echt cool“ wieder verstärkt die Tradition des Jodelns an eine junge Generation vermittelt, wie auch hier im Bild zu sehen (Kinder der VS Doreen mit der Jodel-Expertin Evelyn Fink-Mennel). Dabei kommen der „Hett i di“ und viele andere Jodler in den Jodelworkshops vor. Die Kinder benutzen zur Klangverstärkung einen Milchtrichter aus Holz, deren Verwendung in der Volksmusik der Schweiz zu finden ist. Demnach verwendete der Senner auf der Alm den Trichter als Verstärker für seinen Betruf, mit dem er allabendlich um den Schutz vor Gefahren für die Nacht bat. Auch heute noch gibt es Kantone in der Schweiz, wo das Alpsegenrufen Tradition hat.
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Dieses Stück ist in der Volksmusik als Landler, Jodler und Lied bekannt. Der im Bild zu sehende Sebastian Hörhager (Harmonika) spielte es gemeinsam mit seiner Klassenkollegin Christina Rahm (Harfe) im Schuljahr 2007/2008 im Rahmen des durchgeführten „Mit allen Sinnen“ Projektes „Unser musikalisches Dorfleben“. Er selbst bezeichnete das Stück als „Tuxer Landler“. Als „Der Triapla ho“ ist dieses Stück jedoch bereits in Franz Friedrich Kohls „Echten Tiroler Liedern“ von 1913/15 zu finden und war bereits zu diesem Zeitpunkt, also vor 100 Jahren, in Tirol und im deutschen Alpenraum verbreitet. So ist es auch unter dem Titel „Holzknecht-Jodler“ im Waldviertel oder als „Der Sensenwetzer“ in Vorarlberg bekannt. Der Jodler dient auch dem hier zu hörendem Lied „Diandl, geh eina!“ als Melodie.
Auf der zu hörenden Tonaufnahme singt Marianne Weiß aus Latsch in Südtirol, das aus der Sammlung Alfred Quellmalz aus dem Jahr 1941 stammt. In den Jahren 1940-1942 wurde im Zuge einer zwischen Adolf Hitler und Benito Mussolini vereinbarten Umsiedlung der deutschsprachigen Bevölkerung Südtirols, als Südtiroler Option bezeichnet, eine umfassende und einzigartige volkskundliche Feldforschung durchgeführt. Alfred Quellmalz wurde die Erforschung und Dokumentation im Bereich Volksmusik, Lied und Tanz übertragen, aus der Tonmaterial mit rund 1.700 Volksliedern, rund 650 Instrumentalmusikaufnahmen und rund 90 Sprechaufnahmen hervorging. Seit den 1980ern hat eine Aufarbeitung und Kontextualisierung dieser Feldforschung eingesetzt, angesichts der denkwürdigen politsch-ideologischen Motivation und der Nutzung für die nationalsozialistische Volkstumspflege.
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Streiflichter und Skizzen sind es, die vom frühen Gebrauch des Alphorns im Raum Salzburg Auskunft geben. In der mittelhochdeutschen Liederdichtung „Mönch von Salzburg" finden sich ebenso einzelne Hinweise wie in den Kompositionen Leopold Mozarts ("Pastorell Synfonie mit Hirtenhorn") oder im "Mittersiller Stockurbar" aus dem Jahre 1606.
Dem mittlerweile verstorbenen Musiker und Lehrer Wilhelm Schwaiger sen. lag - nach der Entdeckung einer "Holzröhre auf einem Abfallhaufen", die sich als Alphorn entpuppte - viel daran, das Instrument im Raum Salzburg/Pinzgau wieder zu beleben. Unter anderem richtete er Melodien für Alphorn ein und gründete die Maria Almer Alphornbläser.
Eng mit dem Repertoire dieses Ensembles in Zusammenhang steht die Instrumentalform der sogenannten Weisen. Dabei handelt es sich um Volksliedmelodien, die von Instrumenten nachgespielt werden. Die vorliegende Weise etwa gründet auf dem Volkslied "Auf der Åm, då iss so lustig", das von Anton Günther (1876-1937) komponiert und gedichtet worden war. Das Hauptmotiv dieses Liedes bildet - mit Wiederholung - die vom Alphorn-Ensemble gespielte Weise. So wie in vielen Jäger- und Almliedern wird im Lied die Alm zum idyllischsten Platz der Welt erkoren, die der Sänger mit keinem König tauschen möchte. Einzig in der letzten Strophe kommt Wehmut auf, da der „Bua" hier zwar von Natur umgeben ist und sich frei fühlt, jedoch im Bewusstsein ohne „Diandal" zu bleiben.




















