

Im Zuge der Romantik wuchs in adeligen und bürgerlichen Kreisen das Interesse für naturhafte Erscheinungen, Lebensgewohnheiten und damit für die Musik der Landbevölkerung. Auslösender Faktor war hier die Industrialisierung, die althergebrachte Lebensformen verschwinden ließ. Als Folge wurde Volksmusik nicht mehr ausschließlich in einem sozialen Kontext praktiziert, sondern für Repräsentations- und wirtschaftliche Zwecke eingesetzt. Weiters zogen auch viele Leute als Industriearbeiter in die Städte und brachten ihre unterschiedlichsten Musikstile mit, die die musikalischen Unterhaltungsformen der Metropolen prägten.
1850 erlebte die Zither als volksmusikalisches Gegenstück zum bürgerlichen Klavier ihren ersten Höhepunkt. Blasmusikinstrumente waren nun kostengünstig herzustellen, Militärmusikkapellen kamen in Mode und bald wurden die Geigengruppen von lauteren Bläserensembles (Trompete, Horn, Tuba, Klarinette) abgelöst. Die neuen Handzuginstrumente (Akkordeon und Harmonika) machten es um 1860 möglich, mit einer Person eine ganze Orchesterunterhaltung anzubieten. In der Volksmusik setzte sich dieses von Volksmusikpflegern zunächst verdammte Instrument erst viel später durch.
Forscher und Sammler begannen Lieder und Tänze aufzuzeichnen. 1819 erschien von Zischka und Schottky das Büchlein „Österreichische Volkslieder". Unterstützt durch namhafte Persönlichkeiten wie etwa Erzherzog Johann von Habsburg-Lothringen (1782-1859) initiierte Joseph von Sonnleithner (1766-1835), der Sekretär der „Gesellschaft der Musikfreunde in Wien" eine erste zielgerichtete, systematische Initiative zur Sammlung und Analyse von Volksmusik in der k. u. k. Monarchie".

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Tirols Musikgeschichte wurde während des 15. - 17. Jahrhunderts vor allem durch das Hause Habsburg geprägt, unter anderem durch Persönlichkeiten wie Kaiser Maximilian. In dieser Zeit widmete man der Kultur der unteren sozialen Schichten wenig Aufmerksamkeit. Erst im Zuge der Aufklärung des 18. Jahrhunderts entstand allmählich Interesse am volkskulturellen Leben. Besonders die „Tuxerin" und der „Tuxer" aus dem hinteren Zillertal wurden alsbald durch ihr „keckes Auftreten" zum Tiroler Volkstypen erhoben.
Die Figur des Tirolers und seine kulturelle Besonderheit fanden Einzug in das Wiener Possentheater sowie in die Oper. Berühmte Komponisten wie etwa Beethoven oder Franz Liszt verarbeiteten Teile der tirolerischen Musikkultur in ihren eigenen Kompositionen. Zudem entdeckten Adelige die bäuerlichen Trachten als Gewand für sich und idealisierten das naturverbundene Leben. Dieser Tirol-Boom wurde zusätzlich durch die Treue der Tiroler zum Hause Habsburg während der Befreiungskriege gegen Napoleon untermauert.
Diese „Mode à la Tyrolienne" beflügelte die Entstehung der Tiroler Nationalsänger. Die Geschwister Felix, Anton, Franz, Joseph und Maria Rainer aus Fügen im Zillertal waren die ersten Nationalsänger, die mit einem volksmusikalischen Programm auf Tournee gingen. Besonders an den europäischen Fürstenhöfen erfreuten sie sich großer Beliebtheit. Aufgrund einer Einladung des englischen Königshofes entstanden dort 1827 die ersten Aufzeichnungen und Publikationen ihres volksmusikalischen Repertoires. Aufgezeichnet und bearbeitet hat die zwölf Lieder der Klaviervirtuose Ignaz Moscheles (1794-1870). Eines davon ist „Und da obn, sagt er, auf der Höh". In dieser Bearbeitung ist auf die Anlehnung an das volksmusikalische Repertoire zu verweisen, das international als echte Tiroler Volksmusik verstanden wurde.
Hier zu hören ist das Vokalensemble des Ferdinandeums.
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Die Umbrückler Alm befand sich oberhalb der Hungerburg, an der Nordkette bei Innsbruck. Autor des gerne gesungenen und in Tirol relativ weit verbreiteten Liedes ist der berühmte Tiroler Lieddichter Josef Pöll (1874-1940). Das Lied mit dem gleichnamigen Strophenanfang „Af der Umbrückleralm" ist auch bekannt unter dem Titel „'s Kasermandl".
Die Figur des Kasermandls ist sagenumwoben. Beim besungenen Kasermandl handelt es sich um einen kleinen, gut- aber auch bösartigen Almgeist, der nach dem Almabtrieb in der Winterzeit auf der Sennhütte sein Unwesen treibt. Einst, sagt man, war der Almgeist selbst Senner einer Almhütte. Aufgrund seiner unzureichenden Sorgfalt im Umgang mit seinen Käse- und Butterprodukten soll er nach seinem Tod für seine Missetaten büßen und muss den Winter auf der Alm verbringen. Der Sage nach kann ein jeder Wanderer das Kasermandl von seinem Fluch erlösen, indem von seinem selbstgekochten „Muaß" gegessen wird, das mit Dreck und Tierkot vermengt ist.
Das Kasermandl treibt jedoch nicht nur auf der Umbrückler Alm sein Unwesen, sondern wird auf zahlreichen weiteren Almhütten vermutet. Nicht überall muss der Almgeist den ganzen Winter auf der Alm verbringen und ist bereits zu Martini (11. November) von seinem Bann gelöst. In diesem Zusammenhang steht der Brauch des „Almererfahrens" oder auch „Martinistampf" - ein Zug von jungen verkleideten Burschen symbolisiert dabei den Abzug des Kasermandls von der Alm.
Bereits 1850 publizierte der bekannte Sagensammler Ignaz Vinzenz Zingerle (1825-1892) eine Sage, die über das Treiben des Kasermandls berichtet. Über den Brauch zeichnet er Folgendes auf: „Am Martinstag hört man das Martingestämpe. Denn an diesem Tage ziehen die Kasermannlen von der Alm, wo sie nichts mehr zu thun haben, mit Lärm ab."
Diese hier zu hörende Aufnahme stammt von 1956/57. Der Interpret Max Duregger (1915-1987) war ein Alleinunterhalter aus Arzl im Pitztal. Er sang Lieder für die Gäste des Tales und komponierte selbst Stücke.
Zu hören ist „s Kasermandl" auch in der 1962 verfilmten Komödie „Der verkaufte Großvater", gespielt von Hans Moser und gesungen von Lolita.
Video auf you Tube: "Auf der Höttinger Alm" gesungen von Lolita im Film "Der verkaufte Großvater"
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Die Bewirtschaftung der Alm während des Sommers galt alles andere als einfach. Dennoch wird in diesem Lied auf eine realistische Darstellung der Arbeit verzichtet. Stattdessen wird das Almleben als Ausnahmezustand zelebriert, als Ort der Freiheit, der im Gegensatz zu den beengenden Verhältnissen im Tal steht. Vor allem die Textzeile: „Im Thal da hats an' Nöb'l, auf den Almen ist's klar..." lässt den Gegensatz zwischen Tal und Alm deutlich erscheinen, nicht nur die Wetterverhältnisse, sonder als Metapher verpackt erscheint das Geschehen im Tal vernebelt. Wohl deshalb wird dem Abschied am Ende des Sommers wehmütig entgegengeblickt. Besonders die Alm ist mit dem Jodler und Juchzen verbunden, deshalb weisen viele Almlieder, wie auch hier einen Jodler auf.
Das Lied wurde erstmals 1897 von dem bekannten Tiroler Volksliedsammler und -forscher Franz Friedrich Kohl aufgezeichnet, von Hubert Steiner vierstimmig gesetzt und im ersten Band Kohls mit dem Titel „Echte Tiroler Lieder", veröffentlicht. Als Volksliedforscher ging dieser im gesamten Tiroler Raum seiner Sammelleidenschaft nach und war um die Erfassung „echter, bodenständiger" Tiroler Lieder bemüht, die er von den „volksthümlichen" Liedern als auch vom „Bängelgesang" seiner Zeit abgrenzte. Überliefert wurde ihm das Lied von Elise Kindl aus Stubai, die als Wirtschafterin in St. Leonhard in Passeier tätig war. In Kohls Aufzeichnungen kommen vier Strophen vor, wobei sich nur drei durchgesetzt zu haben scheinen. Jene von der „Sennerin" und dem „Bua" ist in weiteren Aufzeichnungen wie der Südtiroler Sammlung von Alfred Quellmalz (1940 - 1942) und den Osttiroler Feldforschungen von Manfred Schneider (1982 - 1984) nicht zu finden.
Aus letzterer Feldforschung, 1984 in Nussdorf-Debant in Osttirol aufgezeichnet, stammt das Tonbeispiel, gesungen vom Ehepaar Gertrud und Helmut Patterer. Daraus wurde diese Handschrift angefertigt. Ein weiteres Tonbeispiel stammt aus einer 1973 von Hans und Gerlinde Haid durchgeführten Feldforschung in Sulztal bei Längenfeld. Im Rahmen des Almabtriebs wurde diese Aufzeichnung beim nachfolgenden gemütlichen Beisammensein im Gasthaus gesungen.
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Der Liedinhalt basiert auf einer historischen Grundlage: Mit dem Untergang Konstantinopels 1453 fiel ganz Griechenland unter die Herrschaft der Osmanen. 1821 kam es zum erfolgreichen Aufstand gegen die Türken und im Folgejahr zur Verkündung der Unabhängigkeit Griechenlands. Von Westeuropa traten griechenfreundliche Freischaren in den Kampf ein, um die Gefahr 'vor der Haustür' zu bannen und den Freiheitskampf zu unterstützten. Durch den Londoner Vertrag stand Griechenland unter dem Schutz Englands, Frankreichs und Russlands. Als 1832 Griechenland zum Königreich erhoben und Prinz Otto von Bayern als König eingesetzt wurde, sollten Schutztruppen aus dem bayerischen Raum das Königreich festigen. Freiwillige wurden aus dem Böhmerwald, dem Mühl- und Waldviertel angeworben. In den Donauhäfen Passau und Spitz legten sie Richtung Griechenland ab und für viele war dies ein endgültiger Abschied aus der Heimat und dem von der Liebsten.
Dieses Lied ist auch unter dem Titel "Wachauer Schifferlied" bekannt, es wurde 1897 von Karl Liebleitner aufgezeichnet. Im Laufe der Jahre fand es Eingang in zahlreiche Liederbücher und damit ins Repertoire vieler Singgruppen.
In der Wachau gilt das Lied heute als heimliche Hymne und wird hier vorwiegend zur Begrüßung von Gästen gesungen. In der Niederösterreichischen CD Produktion „Meilensteine der Volksmusik" von 1997 singen das Lied Dorothea Draxler, Edgar Niemeczek und Konstanze Jäger.
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Dieses burgenländische Auswandererlied besingt den Abschied und die von viel Hoffnung gezeichnete Reise nach Amerika.
Seit dem Staatsgrundgesetz von 1867 wurde die freie Auswanderung in Österreich garantiert. Wirtschaftlich schlechte Bedingungen zwangen viele ihre Heimat zu verlassen und in der Ferne das Glück zu suchen.
Besonders das Burgenland wurde sehr stark von dieser Auswanderungswelle erfasst, die bis zum Ersten Weltkrieg ein enormes Ausmaß annahm. Grund war die mit der Revolution 1848 einhergehende Bauernbefreiung von der Grundherrschaft. Diese Befreiung hatte die Entstehung einer Vielzahl an kleinen Bauernbetrieben zur Folge, die aufgrund ihrer Größe nicht lebensfähig waren. Weiters wurden gerade die Deutschsprachigen von den für das Burgenland zuständigen ungarischen Beamten mit hohen Steuern belastet. Fast ein Drittel der burgenländischen Bevölkerung wanderte deshalb nach Amerika aus.
Dieses Lied wurde bei der Abreise aus der Heimat gesungen. Es existieren viele Varianten, wobei diese textlich verwandt, jedoch mit anderen Melodien unterlegt sind. Das Tonbeispiel enthält 12 Strophen und wurde in 1977 Pamhagen, im Burgenland von Walter Deutsch aufgezeichnet, vorgetragen von den Pamhagener Frauen Rosa Koppi, Katharina Lörincz und Katharina Luttmannsberger. Sie singen in der burgenländischen Tradition zweistimmig, zwei singen die obere Hauptstimme und eine die Unterstimme. Als Überlieferungsträger älteren burgenländischen Liedguts wurden sie in den 1970er Jahren für das „Radio Burgenland" entdeckt. Die zu hörende Melodie liegt dem Walzerlied "I bitt Herr Hauptmann, bitt recht schen..." zugrunde.
"Jetzt ist die Zeit und Stunde da" wurde neben weiteren Stücken aus dem Burgenland in der CD-Reihe „Tondokumente zur Volksmusik" von Rudolf Pietsch am Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie (Universität für Musik und darstellende Kunst, Wien) 1993 publiziert und ist auf der CD Burgenland (Vol. 1) mit einem Beiheft zu finden.
In Vorarlberg war die Auswanderungswelle ab Mitte des 19. Jahrhunderts ebenso sehr hoch. Das Lied wurde daher auch dort in dieser Zeit gerne gesungen.
Notenblatt Version 1
Notenblatt Version 2
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Dieses Lied zählt zu einer der wichtigsten Gattungen österreichischer Volkslieder - den Almliedern. Die Almbewirtschaftung während der Sommermonate spielte einstmals im bäuerlichen Leben eine tragende Rolle. Die Sennerin bzw. der Senner waren für die Versorgung des Viehs und für die Verarbeitung der Milch verantwortlich. Noch heute treibt man sobald der Schnee auf den Almen wegtaut, vorrangig das Jungvieh und die Schafe zuerst auf die Niederalm und später im Frühjahr auf die höher gelegenen Hochalmen. Mit Ende des Sommers geht es den Weg wieder zurück. Krönender Abschluss bildet der festliche Almabtrieb mit den geschmückten Tieren, der aus Dank, dass kein größeres Unglück passiert ist, im September veranstaltet wird.
„Von der hochen Alm" wurde 1892 von Josef Pommer zu Ostern in Rottenmann in der Steiermark aufgezeichnet. 1917 wurde es in „Das deutsche Volkslied" erstmals publiziert. Verbreitet und beliebt ist es heute in allen Gegenden, in denen Almwirtschaft betrieben wird und darüber hinaus.
Diese Tonaufnahme stammt aus der Feldforschung 1986 von Gerlinde Haid, Harald Dengg und Maria Walcher in Altenmarkt im Pongau. Es singen Ria Habersatter, Johann Unterberger und Martin Winkler. Seit 1976 werden in kontinuierlichen Abständen in einzelnen Landesteilen Salzburgs Feldforschungen vom Volksliedwerk durchgeführt, um dort authentische Lieder, Musik und Tänze bei sozialen Ereignissen wie in geselligen Runden oder bei Bräuchen aufzuzeichnen.
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Dieses Lied lässt sich in seiner Urform bereits 1578 in Caspar Glanners „Erster Theil Newer Teutscher Geistlicher vnd Weltlicher Liedlein" finden. Verbreitung fand es vorwiegend in den Alpenländern, Mitteldeutschland und Böhmen, jedoch gibt es auch Hinweise auf französische und skandinavische Fassungen. Im alpenländischen Raum findet man diese hier abgedruckte Version, die auf eine alte niederösterreichische Fassung, welche 1819 von Franz Ziska und Julius Max Schottky aufgezeichnet wurde, zurückgeht. Das Scherzlied berichtet von einer äußerst „emanzipierten" Frau, die „Kiarifiartn", also Kirtagfahren bzw. Wallfahrten gehen wollte, und zwar ohne ihren Mann. Ihm hat sie eine Reihe von Aufgaben und Pflichten im Haushalt auferlegt. Daher ist es wohl auch unter dem Titel „Der geschlagene Mann" bekannt. Das Motiv des Liedes findet man auch in klassischen Kompositionen, Wolfgang Amadeus Mozart verwendete es im Schlusssatz des Divertimento Nr. 15, das er um 1777 komponierte. Unter dem Titel „Ariette des Herrn Raimund" aus dem Zauberspiel „Adler, Fisch und Bär" (1820) von Wenzel Müller und Joseph Alois Gleich wurde das Lied in der Reihe „Komische Theatergesänge" bei Anton Diabelli (Nr. 1133) verlegt.
Hier singt das Lied das Duo Heinz und Hermann Hikersperger, die vom ORF Niederösterreich aufgenommen wurden.
Notenblatt
Divertimento Nr. 15
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Das von Rudolf Wolkan „um 1865" datierte Lied wird nach einem Flugblattdruck dem Verfasser Carl Rieder zugeschrieben und sollte nach der Melodie „Allweil fidel" gesungen werden. Diese Melodie war in dieser Zeit auch mit dem Titel „ Hiatzt bin i no kloan" in der ganzen Steiermark, insbesondere im Mürztal verbreitet. Peter Rosegger berichtete, dass er dieses Lied anlässlich seiner Musterung (1864) in Bruck an der Mur hörte. Er druckte es 1872 in „Volkslieder aus der Steiermark" gemeinsam mit Richard Heuberger unter dem Titel „Das lustige Steirerlied" in Hochsprache übertragen ab, um es so breiten Bevölkerungsschichten, jedoch mit Herkunftssignet, zugänglich zu machen.
Inwieweit „Allweil fidel" aus „Hiazt bin i no kloan" oder umgekehrt entstand, lässt sich heute nicht mehr feststellen. Denn auch danach tauchen noch unzählige Varianten zu diesem Lied auf, z.B. als scherzhaftes Loblied auf Wein, Bier, Most und Schnaps. Vermutlich brachten jedoch steirische Volkssänger, die zu dieser Zeit in Wien sehr beliebt waren, die Melodie mit. „Wann i amal stirb" verrät bereits im Text den direkten Bezug zu Wien, rhythmisch wurde die Melodie an den Dreivierteltakt und damit dem Walzerstil angepasst.
Heute bekannte Interpreten des Wienerliedes wie Karl Hodina und Roland Neuwirth begleitet dieses Lied schon durch das ganze Leben. Auf ihrer CD „Briada" vereinigen sich mit diesem Lied zwei Generationen Wienermusik auf einer Bühne. Karl Hodina, geboren 1935, ist seit den 1970ern besonders mit der Wiener Volksmusik verbunden. Durch seine Kompositionen erlebte das Genre der Wiener Lieder einen Aufschwung. Roland Neuwirth ist es gelungen, durch sein Festhalten am Wiener Dialekt, kombiniert mit modernen Musikeinflüssen wie dem Blues, dem Wienerlied neues Leben einzuhauchen.
Varianten: Hiazt bin i no kloan, Das lustige Steirerlied, Loblied auf Alkoholika
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Dieses Lied kann als Lob an Erzherzog Johann von Österreich (1782-1859) verstanden werden. Er ging nicht nur als Modernisierer in die Geschichte ein, sondern war auch in volkskultureller Hinsicht äußerst wichtig für die Steiermark, denn er trug zum Sammeln und Fördern materieller und geistiger Kultur bei und pflegte einen engen Kontakt zur Bevölkerung. Ausgedrückt hat er dies durch das Tragen des Steireranzuges, außerdem heiratete er eine Bürgerliche, die Ausseer Postmeisterstochter Anna Plochl.
Mehr oder minder bedeutende Komponisten widmeten dem berühmten Erzherzog Stücke, die heute allerdings weitgehend in Vergessenheit geraten sind. Im Gegensatz wurden einige der sogenannten „Erzherzog Johann-Lieder" als Volkslieder bekannt und werden noch heute gerne gesungen, allen voran das berühmte „Wo i geh und steh". Zumindest der Text dieses „steyrischen Alpenliedes" - die Melodie dürfte aus Tirol stammen - wurde 1830 vom oberösterreichischen Beamten und Mundartdichter Anton Schosser (1801-1849) in Schärding verfasst und unter dem Titel „'s Hoamweh" in den „Naturbildern aus dem Leben der Gebirgsbewohner in den Grenzalpen zwischen Steyermark und dem Traunkreise" (Linz 1849) abgedruckt veröffentlicht. Durch die Aufnahme in eine Reihe von Liederbüchern fand das Lied rasch Verbreitung. Dieses „Kunstlied im Volksmund" wurde vor allem durch Nationalsänger in vielen Varianten verbreitet. In seiner späteren Version mit dem kunstvollen Bravourjodler gilt der „Erzherzog Johann-Jodler" heute so manchem als heimliche steirische Landeshymne.
Gesungen wird das Lied hier von Gisela Meissenbichler (1906-1998), die den Bravourjodler in unvergleichlicher Weise interpretiert und ihr den Ruf als Jodelkönigin einbrachte. Der Erfolg der gebürtigen Tirolerin begann bei einer Wanderung auf die Schneealm. Nach einer kurzen Rast in der Rinnhofer-Hütte wurde sie von ihrem Mann aufgefordert, die Gitarre von der Wand zu nehmen, zu spielen und zu singen, um die Gesellschaft in der Hütte zu unterhalten. Das Schicksal nahm seinen Lauf, denn die damals noch junge Schallplattenindustrie war auf der Suche nach beeindruckenden Talenten und eine Karriere als Meistersängerin bei zahlreichen Radiosendungen und Veranstaltungen im In- und Ausland war ihr sicher. So ist es auch nicht verwunderlich dass ihre Schellacks zu gesuchten Raritäten wurden.
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Der Text des Liedes entstammt der Feder des Bregenzer Arztes und Mundartdichters Kaspar Hagen (1820 - 1885). Hagens schriftlicher Nachlass wurde am 1. Mai 1945 bei einem Angriff auf Bregenz zerstört, somit gibt es keine weiteren Hinweise zur Entstehung des Textes. 1872 wurde er in Hagens Gedichtband „Dichtungen in alemannischer Mundart" publiziert und in den 1940er Jahren von Frau Burger-Seeber (1913 - 2001) vertont.
Die Komponistin stammt aus einer musikalischen Familie mit Südtiroler und Kärntner Wurzeln. Musikunterricht erhielt die gelernte Buch- und Schreibwarenverkäuferin vom befreundeten Komponisten Ferdinand Rebay, der ihre Lieder, da sie nicht Notenschreiben konnte, zu Papier brachte.
Bereits 1942 wurde „O Hoamatle" im Liederbuch "Hellau" von Ploner gedruckt, 1951 in das Schulliederbuch von Robert Briem aufgenommen. Damit fand es in Vorarlberg weit reichende Verbreitung und gilt auch wegen seiner leichteren Singbarkeit bei Jung und Alt als "heimliche" Landeshymne. Hier wird das Lied von der Sängerrunde "Die Vogelweider" aus Dornbirn gesungen, die sich 1948 gründete und zahlreiche Tonträger produzierte. 1999 wurde "O Hoamatle" im Rahmen der CD-Produktion des ORFs "Die schönsten Volkslieder aus Österreich" mit der Sängerrunde "Die Vogelweider" aufgenommen. Die Beliebtheit des Liedes bei Alt und Jung verdeutlicht ein weiteres Tonbeispiel auf YouTube. Es stammt vom Landesjugendchor Vorarlberg "VOICES" und zeigt den Chor bei seiner Probe im Zug.
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Pfeiferbuben sind noch heute besonders im Salzkammergut zu finden. Ihr Instrument ist die Seitl- oder Schwegelpfeife, eine klappenlose Querflöte aus Holz. Der Wiener Alexander Baumann (1814-1857), ein beliebter Schriftsteller, Stegreifdichter, Schauspieler und Komponist sowie „Official des k. k. Kabinett-Archives" trug um 1830 vor allem als Sänger und Zitherspieler einiges zur Bekanntheit und Verbreitung alpenländischer Melodien in den gebildeten Kreisen Wiens bei. Durch seine starke Verbindung zum Salzkammergut veröffentlichte er 1854 „Di zwoa Pfeifabubn". Das Jodlerlied wurde mit vier Strophen abgedruckt, für zwei Singstimmen und, wie es damals üblich war, mit einer Klavierbegleitung, die vermutlich vom Komponisten und Hofkapellmeister Benedikt Randhartinger (1802-1893) stammt. Bei den in der zweiten Strophe erwähnten Pfeifern „Sepp und Franz" handelt es sich um Josef und Franz Steinegger, vulgo Wilhalmer, Holzknechte und Salzarbeiter aus Grundlsee. Die Brüder verbrachten auf Einladung der Gräfin Josephine von Wertheimstein den Winter 1853/1854 in Wien, wo sie auch im Hause Baumanns musizierten, den sie wohl hier oder auch in ihrer Heimat zur Komposition des Jodlerliedes angeregt haben dürften.
Verschiedene Varianten des Liedes verbreiteten sich rasch, wurden von Josef Pommer aufgezeichnet und werden noch heute vor allem in Wien und im Salzkammergut gesungen. Die heute gebräuchliche Fassung besteht aus der ersten, zweiten und dritten Strophe von Alexander Baumann, versehen mit der von Helmuth Pommer veröffentlichten Jodlermelodie aus der Sammlung seines Vaters Josef.
Die instrumentale Fassung des Liedes hier stammt von der „Ausseer Zithermusi" und den „Altausseer Seitlpfeifer". Die „Ausseer Zithermusi" gibt es in dieser Formation seit den 1990ern, ihr Repertoire umfasst vor allem überlieferte Volksmusik, erweitert von selbst komponierten Stücken des Zitherspielers Hans Gaiblinger. Neben ihm gehören zwei weitere Zitherspielerinnen, Sieglinde Köberl und Gerlinde Duschl und in Gitarrenbegleitung Hanni Gaibinger der Gruppe an. Bei dieser Tonaufnahme handelt es sich um einen Lifemitschnitt, der im Rahmen des „Konrad Mautner-Abends" im Kurhaus Bad Aussee am 26.06.1999 aufgezeichnet wurde.
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Dieses Lied zählt zu den Moritaten - einer Liedform, deren Bezeichnung sich von „Mordtat" ableitet und zu einer Sonderform des Bänkelgesangs gehört. Solche Lieder, deren Inhalt Diebstähle, Morde und andere grausame Taten zum Gegenstand haben, wurden vielfach auf Jährmärkten und ähnlichen Veranstaltungen zur Unterhaltung vorgetragen. Üblicherweise stand der Vortragende auf einem hölzernen „Bänkel", aus dem sich die Bezeichnung Bänkelsänger ableitete. Dieser veranschaulichte gekonnt seine Erzählung mit einer Bildtafel. Dem Vorsänger war es auch gestattet, Flugblätter für diesen Zweck anzufertigen und zu verkaufen, die „ausführlich" die Mordtat beschrieben, alle Strophen und Illustrationen sowie Tugendlehren beinhalteten. Besonders in Städten waren die Flugblätter sehr beliebt und verbreiteten sich schnell. Nicht verwunderlich ist die Beliebtheit, da ein Grossteil der Bevölkerung nicht lesen und schreiben konnte und dieses Medium Nachrichtenübermittlung, Belehrung und Sensationslust in einem bündelte. Begleitet wurde der Sänger meist von einer Drehleier, einem Leierkasten oder ähnlichen Instrumenten.
In diesem Moritat mit dem Anfang „Zu Steinbach im friedlichen Orte, ergab sich ein schrecklich's Geschick!" wird in zwölf Strophen über den grausamen Mord an dem etwa 14 jährigen Sohn des Messerverlegers (heute gleichzusetzen etwa mit dem Eisenwarenhändler) Joseph Hönig zu Steinbach (bei Steyr) berichtet. Der Mord geschah am 03.03.1819 durch seinen Sprachmeister, Ribeth, der sich daraufhin selbst die Adern aufschnitt. Die Nachricht des verübten Mordes wurde wahrscheinlich kurz darauf mittels dieses Flugblattes verbreitet.
Das Lied wurde ohne Melodie aufgezeichnet, es entspricht in Takt und Versmaß jedoch dem bekannten Kinderlied „Ich geh mit meiner Laterne". Angepasst an den Inhalt der Mordtat ist dieses Lied in traurig wirkendem Moll gehalten, während „Ich geh mit meiner Laterne" in der fröhlicher wirkenden Durtonart gesungen wird.
Erste Text- und Melodiezeilen zu „Ich geh mit meiner Laterne" lassen sich bereits in der Wiener Singspielnummer „Die falsche Prima-Donna in Krähwinkel" (Text: Adolf Bäuerle, Musik: Ignaz Schuster) des frühen 19. Jahrhunderts nachweisen. Verbindungen gibt es auch zu seit Mitte des 19. Jahrhunderts aufgezeichneten Liedern, die beim norddeutschen Kinderbrauch des spätsommerlichen Laternengehens gesungen wurden. Mit dem Aufkommen der Martinumzüge durch Kindergärten und Schulen Mitte des 20. Jahrhunderts entstand dann die dazu passende, heute im ganzen deutschen Sprachraum bekannte, Fassung.
Noten "zu Steinbach dem friedlichen Orte"
Noten zu "Ich geh mit meiner Laterne"
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Bei diesem Lied handelt es sich um ein Gstanzl-Lied mit Dudlereinschüben, das weit in die Wiener Musikantentradition zurück reicht. Die Verbindung zwischen Dudler und Instrumentalmusik wird hier deutlich. „Es ist anzunehmen, daß der Dudler dieses Liedes von der ersten Geigenstimme der ‚Anwandler Tänze' (von Jos. Winhart) übernommen und als eigenständige Weise zurechtgesungen wurde." 1866 verarbeitete Alois Strohmayer diesen Dudler in seinem „Strohmayer-Tanz".
Die „Schindergrube" ist die Grube eines Wasenmeisters, auch Abdecker oder Schinder bezeichnet, in die Abfälle bzw. Kadaver geworfen wurden. Dieser Gewerbezweig wurde vielerorts als „unehrlich" angesehen. Daher war der Wasenmeister meist außerhalb der Stadt angesiedelt und lebte vielfach von Gegenleistungen wie Eier, Flachs, Stroh, die man ihm für die Entsorgung überbrachte.
Trude Mally (1927-2009) sang dieses Lied als achtzehnjähriges Mädchen im Spielfilm "Wiener Melodien" (1947). Sie war eine der großartigsten Dudlerinnen Wiens. Jede Dudlerin hat ihr eigenes Tempo und ihre eigene Art zu dudeln, Agnes Palmisano gilt als jüngste Interpretin und Expertin dieses Genres. Fernab ihrer universitären musikalischen Ausbildung lernte sie „echte" Wiener Musik von bedeutenden Wienerlied-Interpreten, unter anderem von Trude Mally.
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In diesem südserbischen Lied besingt ein junger Mann die rußigen Haare, den nach Honig schmeckenden Mund und die schönen Augen eines Mädchens. Viele serbische Lieder handeln, oft sehnsuchtsvoll und melancholisch von der Liebe.
Hier wird das Lied von der Musikgruppe "DANICA" aus Salzburg interpretiert. "Danica" war der Titel eines Almanachen, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts im damaligen österreichischen Kaiserreich erschienen ist. Der Name Danica stammt von dem kroatischen Wort Zvijezda ab, das soviel wie Morgenstern bedeutet. Danica ist auch der lateinische Name von Dänemark.
2000 wurde der Verein DANICA als Musik-, Tanz- und Theatergruppe in Salzburg gegründet. Die Mitglieder der Musikgruppe stammen zum größten Teil aus dem ehemaligen Jugoslawien und studieren in Salzburg am Mozarteum. Hier fanden sie sich zusammen um Volkslieder, Volkstänze und Volksstücke in der Tradition der Ethnien und Nationalitäten des südslawischen Kulturraumes zu interpretieren. Ziel ist einerseits die Präsentation und Bewahrung dieses kulturellen Erbes für die in Österreich lebende Bevölkerungsgruppe, andererseits ist es ihr Anliegen, zur Integration und zum interkulturellen Dialog beizutragen. Großteils handelt es sich beim Publikum daher nicht um die eigenen Landsleute, sondern um ein immer größer werdendes an „Balkan-beats" interessiertes Publikum.
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Das „Hiatamadl" ist ein Tanzlied und ein gleichnamiger Volkstanz, der sich in ganz Österreich, aber auch in Bayern und Teilen Frankens großer Beliebtheit erfreut. Insofern gibt es regional unterschiedliche Tanzformen und textliche Abweichungen. Generell ist der Tanz im 2/4-Takt und setzt sich aus zwei Teilen zusammen: einem langsamen Teil mit Tupftritten und einem mit schnelleren Paardrehungen. Der Tanz zählt zu den österreichischen Standardvolkstänzen.
Das seit dem Ende des 19. Jahrhunderts belegte „Hiatamadl" erlangte 1992 durch den Musiker Hubert von Goisern und den Alpinkatzen neuen Bekanntheitsgrad. Seine Version beinhaltet zwar beide Teile der Melodie, der überlieferte Text kommt jedoch nur in der zweiten Hälfte vor. Mit diesem Lied gelang Hubert von Goisern der Durchbruch, er zählt somit zu den Mitbegründern des Alpenrock. Mit der Etablierung dieses neuen Musikgenres, das zur „Neuen Volksmusik" zählt, traf die traditionelle Volksmusik auf die vom anglo-amerikanischen Raum geprägte Rock- und Popmusik. Diese Entwicklung wurde sowohl von der Rock- und Popszene als auch seitens der traditionellen Volksmusik kritisch begutachtet. Durch die individuellen Stärken dieser einzelnen Gruppen, wie Hubert von Goisern, Attwenger oder A Niada a Noar gewann jedoch die Volksmusik auch bei jungen Leuten wieder mehr an Popularität.
Video auf you Tube: Jugendvolkstanzgruppe Obergnas / Steirisches Vulkanland
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Dieses Lied spielt auf reizvolle Art und Weise mit der gesellschaftlichen Nicht-Unterwerfung der beiden Protagonisten - der „zwa Pülcher". Diese haben das Gaunerleben dem konventionellen Leben vorgezogen. "Pülcher" ist eine wienerische Bezeichnung für einen Strolch und Grobian, bzw. für ein verdächtiges Objekt, das mit leicht kriminellen Handlungen und kleinen Gaunereien sein Dasein fristet. Der Begriff selbst leitet sich von „Pilger" ab. Das heute in Wien durchaus populäre Lied hebt sich durch hintergründigen Witz und Sarkasmus von der gängigen Schwelgerei im wienerischen Pathos ab.
Bildlich dargestellt wurde der Typus des „Pülchers" etwa durch den Wiener Maler Josef Engelhart (1864 - 1941), der in vielen Gemälden mit Vorliebe Wiener Vorstadtszenen und „Wiener Typen" festgehalten hat.
Als Komponist dieses Liedes scheint Ludwig Mika auf, der Sohn des Gesangshumoristen und Volkslieddichters Franz Mika. Diese Tatsache erscheint urheberrechtlich sehr interessant, da insbesondere im Refrain auf ein älteres Lied von Johann Sioly und Wilhelm Wiesberg zurückgegriffen wurde, welches den Titel „Die zwa Pülcher" trägt. Dieses „Costüm-Duett" ist ein anschauliches Beispiel Wiener Zeit- und Sittengeschichte. Hier wird die bekannte Wiener Type des "Pülchers" vom Textdichter Wilhelm Wiesberg (1850-1896) gezeichnet und von dem Wienerlied-Komponisten Johann Sioly vertont. Wiesberg war ein begabter und intelligenter Chronist seines zeitgenössischen Wiens und hat viele seiner heute noch populären Lieder gemeinsam mit Johann Sioly geschrieben. Mit der Gründung der Gesellschaft „Seidl und Wiesberg" im Jahre 1879 feierte er gemeinsam mit dem Volkssänger Wenzel Seidl viele Jahre große Erfolge. Johann Sioly begleitete die beiden am Klavier.
Die Sängerin Traude Holzer und der Kontragitarrist Peter Havlicek alias „Steinberg & Havlicek" nehmen sich als junges Wienerlied-Duo diesem Lied beißenden Humors an. Bewusst lassen die beiden Musiker auch ein wenig Hinterhältigkeit anklingen. Nicht zuletzt durch ihre pfiffige Interpretation erfährt das Lied wieder an Aktualität.
Noten "Die letzten zwa Pülcher"
Noten "Die letzten Pülcher Costüm Duett"
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Das Hochzeitslied handelt vom Ehestand und den damit verbundenen christlichen Werten wie Gottestreue, Ehe als Buße und deren Unauflösbarkeit vor Gott. Die Belehrungen und Mahnungen im Lied schließen mit Glückwünschen für das Brautpaar ab. Das Ehestandslied war im gesamten süddeutschen Raum bekannt, u.a. wurde es als „Merk' auf, mein Christ!" von Franz Friedrich Kohl ca. 1907 in Südtirol in Abfaltersbach bei einer Bauernhochzeit aufgezeichnet und später in seinen Sammelband echter Tiroler Lieder aufgenommen.
Den Text der hier vorliegenden Version veröffentlichte der Benediktiner-Pater Remigius Sztachovics in seinem Werk: „Braut-Sprüche und Braut-Lieder auf dem Heideboden in Unger, Wien 1867". Beinahe hundert Jahre später, 1950, zeichnete Karl Magnus Klier das Lied erneut auf. Die damals 72-jährige Maria Weiß aus Apetlon sang ihm laut seinen Aufzeichnungen in vierzehn Tagen täglich zehn Lieder vor, darunter war auch dieses Hochzeitslied. Die Volksmusikforscher Walter Deutsch, Sepp Gmasz und Heinz Ritter stießen bei ihren Recherchen auch in den 1970er Jahren und danach noch auf das Lied - eingebettet in das Hochzeitsbrauchtum. Es beweist damit die Kontinuität brauchgebundenen Singens auf dem Heideboden.
Die Tonaufnahme stammt von Feldforschungsaufnahmen aus dieser Zeit. Es singen die Apetloner Sängerinnen (Familie Munzenrieder).
Große Hochzeiten mit bis zu dreihundert Gästen sind heute in den Dörfern des Seewinkels und Heidebodens keine Seltenheit. Gerade in den letzten Jahren ist dabei wieder ein verstärktes Interesse an alten Sprüchen (z.B. Brautauffordern) und Liedern festzustellen. Als Sängerinnen dienen meist ältere Frauen, welche die Lieder im Anschluss an das erste Hochzeitsessen vortragen.
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Alt Wiener Tänze „Weana Tanz" genannt, haben ihre Wurzeln in den alpinen Ländlerformen. In Wien wurden diese zu einer eigenen Vorspielmusik umgewandelt. Gaststätten, Wein- und Bierschenken der Wiener Vorstädte der Biedermeierzeit waren Wirkungs- und Entstehungsorte dieser urbanen Volksmusik. Mit zwei Geigen und einem Bassettl (ein kleiner Bass, der zuweilen mit einem Riemen versehen war und so auch im Gehen gespielt werden konnte), aber auch nur mit der Zither gespielt, begann die Geschichte dieser eigenständigen wienerischen Musik im langsamen Dreivierteltakt. Bald löste die Gitarre das Bassettl ab und die chromatische Knopfharmonika kam zur sogenannten „Schrammelbesetzung" hinzu.
Die vorliegenden h-moll Tänze von Alois Strohmayer beziehen ihren besonderen Reiz aus der Gegenüberstellung schwermütig-langsamer Moll-Themen mit heiteren, flotten, in strahlendem Dur gehaltenen Ländlermelodien. Ein Kontrast, der durch das feinfühlige Arrangement des Josef Mikulas schwelgerisch ausgekostet und unterstrichen wird.
Alois Strohmayer (1822 - 1890) wurde von seinem Vater Martin Strohmayer, einem Weggefährten Schuberts, musikalisch ausgebildet. Als ausgezeichneter Geiger entwickelte er beim Aufspielen in Gast- und Kaffeehäusern ein Gespür für den legendären wienerischen Ton. Der wohl beste Spieler der chromatischen Knopfharmonika - in Wien liebevoll „Knöpferl" genannt - war Josef Mikulas (1886 - 1980). Er war in den 1920er und 1930er Jahren in allen Teilbereichen der Unterhaltungsmusik tätig, aber auch Komponist und Arrangeur mit hochgesteckten Ansprüchen. Nur die technisch besten Ensembles bewerkstelligen seine anspruchsvollen Arrangements, die seine geniale musikalische Gedankenwelt widerspiegeln.
Hier zu hören sind die Neuen Wiener Concert Schrammeln. Sie spielen Schrammelmusik in ihrer ureigensten Form, jedoch im Gewand unserer Zeit. Alte „Weana Tanz" und Märsche, sowie viele neue, eigene Kompositionen bestimmen das Repertoire. Sie sind das Aushängeschild der Stadt Wien in Konzertsälen auf der ganzen Welt, doch immer wieder auch beim Heurigen in Wien zu hören.
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Dieses melodisch eher ländliche, einfache Wienerlied ist ein richtiger Ohrwurm, dessen Text sich in sozialer, historischer und politischer Hinsicht als sehr komplex und aufschlussreich erweist. Das Lied lässt sich anhand des Textes auf die Zeit um 1850 datieren. Es erinnert an die Folgen der Wiener Revolution 1848. Als nach Niederschlagung derselben die Zensur unter Metternich wieder eingeführt wurde, beherrschte allgemeines Missvertrauen das Zusammenleben. Dieses Misstrauen wird im Text "Jetzt sagt's ma warum ma kan Weaner mehr traut" thematisiert.
Karl Hodina singt das Lied im "Packl", d.h. mit Harmonika und Kontragitarre, gemeinsam mit Rudi Koschelu. Karl Hodina hat das Lied von Kurt Schaffer gelernt, der es wiederum aus der Familientradition kennt. Mit ihrem hohen Qualitätsanspruch gehören die beiden hochkarätigen Wiener Volksmusikanten zu den wichtigsten zeitgenössischen Vertretern des Wienerliedes.
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Der Maschkeratanz wird in Steinfeld kurz vor Mitternacht in die letzte Faschingsunterhaltung eingeschoben. Er lässt sich etwa hundertzwanzig Jahre zurückdatieren und wurde nach einer Unterbrechung 1952 erstmals wieder aufgeführt. Es handelt sich dabei um einen maskierten Gruppentanz, der von sechs Tanzpaaren, bestehend aus Türke/Türkin, Zigeuner/Zigeunerin, Hirte/Sennerin, Tiroler/Tirolerin, Wirt/Wirtin und einem Greisenpaar, ausgeführt wird. Die Figuren ziehen unter der Leitung des Schalknarren „Paschi" ein, der mit einer Zipfelmütze und Schellen kostümiert ist und als Accessoire eine Rossschweifrute und einen Drahtring trägt. Einerseits „kehrt" er den tanzenden Paaren den Weg frei, andererseits versucht er sie aus dem Takt zu bringen und treibt seine Späße mit den Tänzern und Tänzerinnen. Der im ¾ Takt gehaltene Tanz wird im ersten Teil von Einzelpaartänzern im Hüpf- und Gehschritt und dem rhythmischen Schunkeln der anderen Paare dominiert.
Im zweiten Teil schließt ein Reiftanz an, gefolgt von einer Polka, die ihren Abschluss im Auszug der Paare findet, wieder begleitet vom symbolischen „kehren" des „Paschi". Dieses kehren kommt nicht nur dem Platzmachen, sondern auch einer symbolischen Reinigung gleich, die die Tanzpaare vor Beschwerlichkeiten beschützen soll. Durch den Schalknarr, dem eigentlichen Anführer, kommt auch die Nähe zum bergmännischen Knappentanz zum Ausdruck.
Hier wird der Maschkeratanz von der Gruppe FlöZiHaBOK, die sich aus fünf Musikschullehrern zusammensetzt, gespielt. Anders als viele, die die Blockflöte nach den ersten Musikstunden zur Seite legen, spielt dieses Instrument bei den FlöZiHaBOKs eine wichtige Rolle.
Video auf you Tube: "Maschkeratanz" aufgeführt in Steinfeld, kommentiert von Franz Koschier
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Das Jagdrecht des Volkes wurde seit der Römerzeit zunehmend beschnitten, bis es überhaupt nur mehr dem wohlhabenden Adel vorbehalten war. Das Jagdprivileg des Adels galt, unter anderem, auch als eine Demonstration ihrer Macht. Das Wildern wurde daher als Angriff gegen diese gedeutet und demzufolge streng verfolgt. Neben Geld- und körperlichen Strafen konnte der Wilderer auch des Landes verwiesen werden. Die Durchsetzung der Gesetze erwies sich jedoch als schwierig, zu groß war vielerorts der Widerstand der Unterschicht eine solche Gesetzeslage zu akzeptieren. Großteils stellte das Wildern, neben dem ebenso vielerorts verbotenen Holzsammeln, die einzige Überlebensmöglichkeit dar.
In den Wildererliedern wird das Machtverhältnis umgedreht. Hier ist es der Wilderer, der im offenen Protest die Obrigkeit verspottet, austrickst und besiegt und als viel besungene, legenden- und heldenhaft ausgeschmückte Gestalt in Erscheinung tritt.
Das Leben des Wilderers wird als freies, unbekümmertes Leben dargestellt und es werden ihm übernatürliche Fähigkeiten zugesprochen, die in der Realität ganz anders aussahen. Beim Volk waren sie, wohl nicht zuletzt wegen ihres Aufbegehrens gegenüber der Obrigkeit und deren Gesetze, aber meist sehr beliebt - eine Vielzahl von Liedern über diese legendenhaften Gestalten zeugen davon.
Im Steirischen Volksliedarchiv gibt es zahlreiche Niederschriften aus verschiedenen Nachlässen aus der ganzen Steiermark, die im Laufe des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts Fassungen des „Gamserlschiaßns" beinhalten. Eine ähnliche Variante stellt auch das Lied „Steig i's aufs Gamsbirig auf" dar. In beiden Fällen wird der Steirische Prinz", Erzherzog Johann von Österreich (1782-1859) erwähnt, der letztlich durch seine volkskundlichen Feldforschungen und volksnahe Lebensweise auch von diesem nicht unbedingt als Herrscherpersönlichkeit angesehen wurde.
Gesungen wird das „Gamserlschiaßns" hier von den Geschwistern Hochfellner aus Bad Mitterndorf. Viele ihrer Lieder haben sie von ihren Eltern erlernt. Eine Besonderheit sind ihre einmalig interpretierten Jodler.
Noten Dås Gamserlschiaßn is mei Freid
Noten „Steig i ins Gamsgebirg auf"
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Bei dem vorliegenden Werk handelt es sich um eine gesungene Ballade über ein verführtes Schäfersmädchen. Sie handelt von einer jungen Schäferin, die ihre Schafe weidet und von einem stolzen Ritter eingeladen wird, mit ihm „auf den Berg" zu gehen, wo dieser ihr die Unschuld nimmt. Voller Angst vor ihren Eltern bittet sie ihn, sie mitzunehmen auf sein Schloss, doch er willigt nicht ein. Das Schäfersmädchen bekommt schließlich ein Kind und beklagt sein Los, nicht wie die anderen Mädchen tanzen gehen zu können und nicht zu wissen, wo sich der Vater des Kindes aufhält.
„Ein Schäfersmädchen weidet" verbreitete sich um die Mitte des 19. Jahrhunderts in ganz Deutschland und erreichte kurz darauf das angrenzende Elsaß-Lothringen, die Schweiz, Tschechien und den Osten Österreichs wo es auch im Jahre 1982 von Sepp Gmasz in Piringsdorf aufgezeichnet wurde. Gesungen wurde es von den Gewährspersonen Sängern Anton Stifter, Albert Stampf und Michael Fraller, denen das Lied mündlich überliefert wurde.
Um die Monotonie bestimmter landwirtschaftlicher Tätigkeiten wie Federnschleißen oder Kukuruzschälen zu mindern, wurde gesungen und erzählt. Die gesungene Ballade ist eine der beliebtesten Formen der volkstümlichen Erzählung. Die Stücke finden ob ihrer gut singbaren Melodien rasche und weite Verbreitung. Sie reichen nicht selten bis ins Mittelalter zurück, meist schildern sie historische Ereignisse oder zwischenmenschliche Konflikte. Mit ihren ewig aktuellen Themen von Freude und Leid, Liebe und Tod, Freundschaft und Verrat gibt sie auch heute noch Anregungen zu Interpretationen.
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Gelegenheit zum Singen boten früher gesellige Zusammenkünfte u.a. am Abend in der „Stubat", der Spinn- oder Kunkelstube. Junge Menschen aus der Nachbarschaft trafen sich dabei zur Unterhaltung, es wurden Liebschaften angebahnt. Während der Arbeit der Mädchen am Spinn- oder Stickstock wurde gesungen und musiziert oder getanzt. Für die Hüter der öffentlichen und häuslichen Sittlichkeit, die Behörden und Geistlichen, war dies über Jahrhunderte hinweg ein Grund oftmals rigorosen Einschreitens.
Das scherzhafte Werbelied mit der Einladung zum Besuch einer Stubat entstand Ende des 19. Jahrhunderts im Bregenzerwald und gehört heute zu den am meisten gesungenen Liedern dieser Region. Textautor ist der Schreiner und Mechaniker Gebhard Wölfle (1848 - 1904) aus Bizau, der nicht nur als Schriftsteller, sondern auch als Gründer der ersten Laienspielgruppe Vorarlbergs, der Theatergruppe Bizau, bekannt ist.
Die Musik wird Alois Fritz (1868-1913) zugeschrieben, er war von Beruf Hutmacher und nebenbei musikalisch als Organist und Chorleiter tätig. Seine Autorenschaft ist allerdings fraglich, da die Melodie im 19. Jahrhundert weithin mit einem anderen Text bekannt war: „Ach wie wird es mir so bange, dass ich von dir scheiden muß". Varianten dieses Auswandererliedes wurden auch im Bregenzerwald gesungen.
Die Tonaufnahme stammt von den "D' Voaschaß-Sänger" und dem "Auer Frauenchörle", entnommen der CD "walserisch und wälderisch" aus der Reihe "Musik der Regionen" Nr. 10, herausgegeben vom Österreichischen Volksliedwerk.
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Im Zuge der nationalen Identifikation im 19. Jahrhundert erlangte der Marsch besondere Bedeutung und große Beliebtheit. Die österreichische Militärmusik war international auf höchstem Niveau. Der städtische Konzertbetrieb der Militärkapellen mit seiner konzertanten Marschmusik stellt eigentlich das Bindeglied zu den Heurigenmärschen dar - die Musik war nun zum Hören, nicht mehr zum Marschieren und Defilieren.
Anlässlich des hundertsten Konzertes der Wiener Philharmoniker lud der damalige Dirigent Hans Richter sein Orchester in die „Goldene Birne" in Mariahilf ein, um dort einem Auftritt des Quartetts der Brüder Schrammel beizuwohnen. Dieser großen Ehre eingedenk widmet Johann Schrammel den Marsch „Wiener Künstler" (Op. 111) den Wiener Philharmonikern. Diese enorme Wertschätzung dem Quartett der Brüder Schrammel gegenüber zeigt deutlich, auf welch hohem Niveau diese „Heurigenmusikanten" gespielt haben müssen.
Dieses Quartett gründeten am 25. Oktober 1884 die Brüder Johann (1850 - 1893) und Josef Schrammel (1852 - 1895), beides ausgezeichnete Geiger mit dem Klarinettisten Georg Dänzer (1848 - 1893) und dem Kontragitarristen Anton Strohmayer (1848 - 1937). Trotz der relativ kurzen Schaffensperiode zwischen 1884 und 1891 entfachte dieses Volksmusikensemble aufgrund der eigenwilligen Besetzung, der außerordentlichen Meisterschaft ihrer Spieltechnik und des unverwechselbaren Wiener Geigentons eine regelrechte Euphorie für die Wiener Musik. Vom Wäschermädel bis zu Kronprinz Rudolf waren alle sozialen Schichten Wiens von den „Schrammeln" begeistert. Im Jahre 1891 schied Dänzer und damit die hohe G-Klarinette, das „Picksüße Hölzl", aus dem Ensemble aus. Sein Nachfolger wurde Anton Ernst (1861 - 1931), ein Meister der chromatischen Wiener Knopfharmonika. Beide Besetzungsvarianten sind heute gelebte Praxis bei den Nachfolgeensembles in Wien.
Hier spielt das Wiener Thalia Quartett. Es zählt zu den bedeutendsten Vertretern der Wiener klassischen Volksmusik. Unzählige Konzerte in Europa sowie weltweite Auftritte besonders im asiatischen Raum haben das Quartett auch außerhalb der Grenzen Österreichs bekannt gemacht. Alle Mitglieder sind Absolventen der Musikhochschule Wien und treten innerhalb ihres Engagements regelmäßig in der Wiener Staatsoper auf. Das Quartett wurde 1986 von vier Musikern, damals noch unter dem Namen Thalia-Schrammeln, gegründet, die damit ihre hohe Professionalität mit ihrer Liebe zur klassischen Volksmusik vereinen wollten.
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Der „Rußbacher" ist eine der bekanntesten und ältesten Schleunigen-Melodien. Er wurde erstmals 1819 in der Sonnleithner-Sammlung der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien schriftlich aufgezeichnet und stammt aus Rußbach im salzburgerischen Tennengau, an der Grenze zum Salzkammergut. Aus dem Jahre 1919 liegt eine Abschrift dieser Aufzeichnungen von Raimund Zoder vor. Der Schleunige hat in diesem Fall bereits seinen vollständigen Namen verloren und wird nur mehr als „Rußbacher" bezeichnet. Wie in der Sonnleithner-Sammlung angemerkt ist, tanzen die Rußbacher diesen Tanz „seit undenklichen Zeiten". Dabei richten sich alle weiteren Paare nach dem ersten Paar und die vorgetanzten Figuren werden nachgemacht, wobei diese von „wildem Geschrey, Pfeifen und Stampfen" begleitet werden. Der Tanz endet schließlich mit einem Walzer. Charakteristisch für die Rußbacher Tänze ist, dass der dritte Teil in Moll steht, was im Allgemeinen sehr selten vorkommt. Vielleicht ist er deshalb noch heute bei den Musikanten, wie hier bei dieser jungen Gruppe mit dem Namen Aufstrich, so begehrt.
Der Schleunige ist besonders im Salzkammergut sehr verankert. Zum Phänomen des Schleunigen zählen verschiedenste Spielweisen, die regional verschieden sind. So gibt es in Bad Goisern, Bad Ischl, Gmunden oder im Ausseerland unterschiedliche Formen, die sich in Tempo und Betonung unterscheiden. Der Schleunige als Tanz wird im Salzkammergut auch oft bei Hochzeiten beim Brautstehlen gespielt. Schon im Tennengau sind Schleunige jedoch sehr selten. Wie der Rußbacher über die Grenze kam ist nicht überliefert.
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Der 1839 als Sohn eines Bergbauern in Bad Goisern geborene Josef Reisenbichler, alias „Singender Wölfl", gilt als der Autor dieses Liedtextes, möglicherweise auch jener der Melodie. Er begann erst spät seine Gedichte aufzuschreiben, begleitete sich dann selbst auf der Gitarre und brachte seine Gesänge in Gasthäusern oder auf der Rockaroas - so nennt man die Zusammenkunft zur Arbeit in den Stuben der Bauern - vor. Später begleiteten ihn auch seine Söhne Josef und Christian auf der Zither. Über Reisenbichlers Singgewohnheiten wird berichtet: „Er besang in seinen selbstgemachten, langen, durch Rezitative unterbrochenen Liedern das Leben der Bergbauern und geißelte die damaligen Zustände mit zum Teil beißendem Spott, weshalb er im ganzen „Beriger Riedl" (Steuergemeinde Lasern/Bad Goisern) gefürchtet war."
Veröffentlicht wurden seine Lieder 1906 von dem niederösterreichischen Volksliedforscher Karl Kronfuß, der eine Sammlung von erzählenden, beschreibenden und satirischen Gelegenheitsdichtungen herausgab. Kronfuß verdankt die Gedichtesammlung seinem Vetter Felix Groß, den wiederum Obertrauner Freunde auf Josef Reisenbichler aufmerksam machten und der beim Besuch des Dichters die Gelegenheit hatte, einige dieser Lieder zu hören. Auch Wannst in Fink hörst, findet sich unter diesen Gedichten.
Gegenwärtig werden Reisenbichlers Lieder kaum mehr gesungen.
Hier singt der Goiserer Viergesang (Fritz Hillbrand, Sepp und Willi Winterauer sowie Lois Neuper), der das Lied 1991 für ihre Jubiläums-CD „25 Jahre Goiserer Viergesang" (Bschoad 46-301) eingespielt hat.
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„Da Bonapartl" ist eines von wohl vielen im 19. Jahrhundert entstandenen Liedern auf Napoleon Bonaparte (1769-1821). Als historische Ereignis- und Spottlieder von entsprechend kurzlebiger Aktualität überdauerten sie vermutlich lediglich durch den zeitgeistig motivierten Trend zur Volksliedsammlung und zum gedruckten Liederbuch. So findet sich der Text zum "Bonapartl" in Varianten etwa in Anton Schlossars "Deutsche Volkslieder aus Steiermark" von 1881 und in handschriftlichen Konvoluten aus der Zeit zwischen 1860 und 1920 in den Volksliedarchiven der Bundesländer. Wie andere überlieferte Spottlieder auf Napoleon beginnt auch dieses Lied mit dem gescheiterten Rußlandfeldzug und endet mit der Verbannung Napoleons auf St. Helena.
Anlässlich eines im Schuljahr 2008/2009 durchgeführten „Mit allen Sinnen“ Schulprojektes lernten die SchülerInnen der Tourismusschulen Salzburg Klessheim die Ballade kennen und präsentierten an einem Abend dieses und weitere Lieder und Tänze aus napoleonischer Zeit.
Michael Vereno ist hier mit dem überlieferten Text auf seiner Drehleier zu hören. Die Melodie dazu komponierte Sepp Gmasz in den 1970er. Der hier ersichtliche Rückgriff auf den alten Text im Zuge einer Vertonung nach "Bänkelsängerart" unter historisierender Verwendung von Borduninstrumenten trägt die Handschrift des Folk Revival der 1970er Jahre - der damals etablierte Gesangs- und Spielstil hat sich als musikalische Nische für Liebhaber bis heute erhalten.
Das Stück Bonapartl ist neben weiteren musikalischen Dokumenten aus der napoleonischen Epoche auf der CD „Wir zogen gegen Napoleon“ zu finden, die 2009 anlässlich des 200jährigen Gedenkjahres der Schlachten von Aspern und Wagram in Niederösterreich herausgegeben wurde.
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Bekannt geworden unter dem tschechischen Namen „Doudlebska Polka" herrschte über die Herkunft der Sternpolka lange Zeit Uneinigkeit. Während die einen meinten, es handle sich um einen ursprünglich tschechischen bzw. slowakischen Tanz, verorteten andere ihren Ursprung in Dänemark. Eine weitere, abenteuerlichere Theorie ging davon aus, dass der Tanz durch eine tschechische Studentin in die USA gebracht wurde, wo er von Squaretanzgruppen adaptiert und in weiterer Folge über diese wieder zurück nach Europa kam.
Neben all den Mutmaßungen, stellte eine die Weiche zur Erkenntnis: da die Sternbildung beim Tanz auch bei der „Linzer Polka" üblich ist, vermutete man einen gemeinsam Ursprung der beiden. In den 1980er Jahren bestätigte Rudolf Lughofer aus Kremsmünster diese Annahme. In seiner Tätigkeit als Blasmusikgruppenleiter pflegte er rege Kontakte zu Musikantengruppen rund um Budweis. Er berichtete, dass in diesem Gebiet die Sternpolka unter dem Namen „Doudlebska Polka" in der Form getanzt wurde, wie sie im deutschsprachigen Gebiet bekannt ist. Auf einem Notenblatt fand er auch den Namen „Linca Polka".
Demnach lernten tschechische Musikanten, die im Zuge des Ausbaus der Pferdeeisenbahn Linz-Budvar im 19. Jahrhundert nach Oberösterreich, insbesondere nach Linz kamen, die „Linzer Polka" kennen. Die Musikanten spielten sie nach, übernahmen die Tanzform und brachten die „neue" Polka in ihre Heimat Böhmen. Den Erzählungen zufolge machten die Musiker auf der Rückfahrt nach Budweis Halt im Dorf Doudlebska, infolge sich der Namen ableitet.
Bei einem „Mit allen Sinnen" Schulprojekt 2009/10 mit dem Titel "Musiziern nach´n G´hör & landlerisch tanz´n" traten SchülerInnen der Landesmusikschule Bad Leonfelden im Mühlviertel bei einer „Musiroas" im tschechischen Nachbarort Hohenfurt (Vyssi Brod) mit der Sternpolka, unter anderem mit der hier abgebildeten Tanzgruppe, auf.
Am Tonbeispiel ist Toni Pichler mit seiner Steirischen Harmonika zu hören.
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Das Lied "Zu Steinbach im friedlichem Orte" zählt zu den Moritaten - einer Liedform, deren Bezeichnung sich von „Mordtat" ableitet und zu einer Sonderform des Bänkelgesangs gehört. Solche Lieder, deren Inhalt Diebstähle, Morde und andere grausame Taten zum Gegenstand haben, wurden vielfach auf Jährmärkten und ähnlichen Veranstaltungen zur Unterhaltung vorgetragen. Üblicherweise stand der Vortragende auf einem hölzernen „Bänkel", aus dem sich die Bezeichnung Bänkelsänger ableitete. Dieser veranschaulichte gekonnt seine Erzählung mit einer Bildtafel. Dem Vorsänger war es auch gestattet, Flugblätter für diesen Zweck anzufertigen und zu verkaufen, die „ausführlich" die Mordtat beschrieben, alle Strophen und Illustrationen sowie Tugendlehren beinhalteten. Besonders in Städten waren die Flugblätter sehr beliebt und verbreiteten sich schnell. Nicht verwunderlich ist die Beliebtheit, da ein Grossteil der Bevölkerung nicht lesen und schreiben konnte und dieses Medium Nachrichtenübermittlung, Belehrung und Sensationslust in einem bündelte. Begleitet wurde der Sänger meist von einer Drehleier, einem Leierkasten oder ähnlichen Instrumenten.
In diesem Moritat mit dem Anfang „Zu Steinbach im friedlichen Orte, ergab sich ein schrecklich's Geschick!" wird in zwölf Strophen über den grausamen Mord an dem etwa 14 jährigen Sohn des Messerverlegers (heute gleichzusetzen etwa mit dem Eisenwarenhändler) Joseph Hönig zu Steinbach (bei Steyr) berichtet. Der Mord geschah am 03.03.1819 durch seinen Sprachmeister, Ribeth, der sich daraufhin selbst die Adern aufschnitt. Die Nachricht des verübten Mordes wurde wahrscheinlich kurz darauf mittels dieses Flugblattes verbreitet.
Das Lied wurde ohne Melodie aufgezeichnet, es entspricht in Takt und Versmaß jedoch dem bekannten Kinderlied „Ich geh mit meiner Laterne". Angepasst an den Inhalt der Mordtat ist dieses Lied in traurig wirkendem Moll gehalten, während „Ich geh mit meiner Laterne" in der fröhlicher wirkenden Durtonart gesungen wird.
Erste Text- und Melodiezeilen zu „Ich geh mit meiner Laterne" lassen sich bereits in der Wiener Singspielnummer „Die falsche Prima-Donna in Krähwinkel" (Text: Adolf Bäuerle, Musik: Ignaz Schuster) des frühen 19. Jahrhunderts nachweisen. Verbindungen gibt es auch zu seit Mitte des 19. Jahrhunderts aufgezeichneten Liedern, die beim norddeutschen Kinderbrauch des spätsommerlichen Laternengehens gesungen wurden. Mit dem Aufkommen der Martinumzüge durch Kindergärten und Schulen Mitte des 20. Jahrhunderts entstand dann die dazu passende, heute im ganzen deutschen Sprachraum bekannte, Fassung.
Noten "zu Steinbach dem friedlichen Orte"
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Dieses weltbekannte Weihnachtslied wurde 1816 von Joseph Mohr in Mariapfarr im Lungau in Form eines Gedichts getextet und zwei Jahre später von Franz Xaver Gruber in Arnsdorf (Lamprechtshausen) vertont. Im selben Jahr 1818 kam es zum ersten Mal in der am Bild (Projektbezogene Verwendung mit freundlicher Genehmigung der Stille-Nacht-Gesellschaft) dargestellten St. Nikolaus Kirche in Oberndorf bei Salzburg zur Aufführung. Heute ist das Lied auf der ganzen Welt in vielen Sprachen als Lied für den heiligen Abend mit 3 Strophen bekannt.
Ursprünglich war das Lied sechsstrophig geschrieben für 2 Solostimmen samt Chor und Gitarrenbegleitung. Es fand schon bei der Uraufführung bei der Bevölkerung Gefallen. An Hand autographischer Aufzeichnungen kamen im Laufe der Jahre Abschriften mit Melodievarianten und neuen Besetzungsformen hinzu. Eine davon entstand 1845, gekennzeichnet durch das Gruber Autograph V (siehe Handschrift, projektbezogene Verwendung mit freundlicher Genehmigung der Stille-Nacht-Gesellschaft).
Gespielt wird das Lied hier von den Grazer Turmbläsern, 2 Trompeten, 1 Horn und 1 Posaune, aufgezeichnet auf der CD Stille Nacht heilige Nacht.
Neben dieser verbreiteten und beliebten Form des Liedes gibt es noch eine andere Version, das so genannte „Hirten Stille Nacht“. „Stille Nacht, heilige Nacht, wir bringen dem Kindlein ein Opfer dar.“, so der Liedanfang. Gerlinde Haid zeichnete es erstmals 1976 im Rahmen der Flachgau-Feldforschung auf. Vorgesungen wurde das Lied vom Pfarrer Andreas Radauer von Seekirchen und seiner Schwester Hanni Dürager, welche es in Kindheitsjahren von ihrer Großmutter erlernten und bei Neujahrswünschen vortrugen. Zu finden ist diese Version auf der CD mit Feldforschungsaufnahmen von Gerlinde und Hans Haid mit dem Titel Owa Diandl - Cara mamma; musica alpina III & IV, Volksmusik aus den Alpen herausgegeben vom Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie und Vita Alpina-Alpenakademie-Arunda 1999.
Noten und Text in verschiedenen Sprachen (Blatt 1)
Noten mit 6 Strophen (Blatt 2)
Tonbeispiel Hirten Stille Nacht





























