

Um 1830 entstand durch die Industrialisierung, den Umbruch der Gesellschaftsordnung, der damit verbundenen Migrationsbewegung sowie der Begeisterung der Bürger für das Volkslied, das Heimatlied.
Aus der Perspektive der weiten Ferne wird die Heimat sentimental beschrieben und gelobt, oft handelt es sich um Klischees und - aus heutiger Sicht - kitschige Beschreibungen. Text und Melodie zielen auf jeden Fall auf eine gefühlsbetonte Wirkung ab. Viele Heimatlieder stammen von Komponisten und Heimatdichtern und wurden verstärkt in Schulliederbüchern und durch Chöre verbreitet. Am bekanntesten sind die jeweiligen Landeshymnen, in denen Region oder Nation verherrlicht und als geschlossene Einheit präsentiert werden.
Parallel zu den romantisierenden Heimatliedern finden sich auch in vielen anderen Volksliedern Bezüge zur Heimat und Natur, am häufigsten in Alm-, Jäger- und Wildschützenliedern.

Audio Player
Florian Pedarnig (*1938) komponierte das Lied vor etwa fünfzig Jahren im Alter von 18 Jahren, der Text stammt aus der Feder seines Bruders Josef. 1985 gab er es zur Veröffentlichung frei. Inhaltlich dreht es sich um die „Huldigung" Tirols, sowie die Abtrennung Südtirols vom restlichen Tirol. Seit vielen Jahren zählt es zum fixen Repertoire der Tiroler Blasmusikkapellen. Hier spielt die Musikkapelle Absam beim Tiroler Musikfest 2008 in Absam. In alpenländischen Liederbüchern taucht es erst in der jüngsten Ausgabe von Thomas Nußbaumer auf, heute ist das Lied bei Jung und Alt weit über die Landesgrenzen bekannt. Es wird bei Konzerten, Liederabenden, bei politischen und sportlichen Veranstaltungen genauso gespielt wie im Bierzelt, beim Apres Ski oder in der Disco.
Ende 2006 bis Anfang 2007 zählte es auch zu den am meisten heruntergeladenen Klingeltönen in Tirol. Was trug nun zum Bekanntheitsgrad bei? Der Tiroler Musikant und Sänger Andreas Westendorff kreierte vor wenigen Jahren eine remixte Version des Liedes. Kurz darauf war der Schriftzug „Dem Land Tirol die Treue" plötzlich auf T-Shirts, Mützen, ... zu finden. Hohe Verkaufszahlen belegen die Liebe zu diesem Lied gerade bei jungen Leuten, auch wenn so mancher über die Verunstaltung des Liedes seinen Unmut äußert. Beim Singen des Liedes steht einerseits die Liebe zu Tirol im Allgemeinen andererseits auch patriotisches Gedankengut über die Trennung der beiden Landesteile im Vordergrund, das immer wieder zu Kontroversen führt.
Partitur
Video auf you Tube: "Dem Land Tirol die Treue" am Nova Rock 2007
Audio Player
Der Liedinhalt basiert auf einer historischen Grundlage: Mit dem Untergang Konstantinopels 1453 fiel ganz Griechenland unter die Herrschaft der Osmanen. 1821 kam es zum erfolgreichen Aufstand gegen die Türken und im Folgejahr zur Verkündung der Unabhängigkeit Griechenlands. Von Westeuropa traten griechenfreundliche Freischaren in den Kampf ein, um die Gefahr 'vor der Haustür' zu bannen und den Freiheitskampf zu unterstützten. Durch den Londoner Vertrag stand Griechenland unter dem Schutz Englands, Frankreichs und Russlands. Als 1832 Griechenland zum Königreich erhoben und Prinz Otto von Bayern als König eingesetzt wurde, sollten Schutztruppen aus dem bayerischen Raum das Königreich festigen. Freiwillige wurden aus dem Böhmerwald, dem Mühl- und Waldviertel angeworben. In den Donauhäfen Passau und Spitz legten sie Richtung Griechenland ab und für viele war dies ein endgültiger Abschied aus der Heimat und dem von der Liebsten.
Dieses Lied ist auch unter dem Titel "Wachauer Schifferlied" bekannt, es wurde 1897 von Karl Liebleitner aufgezeichnet. Im Laufe der Jahre fand es Eingang in zahlreiche Liederbücher und damit ins Repertoire vieler Singgruppen.
In der Wachau gilt das Lied heute als heimliche Hymne und wird hier vorwiegend zur Begrüßung von Gästen gesungen. In der Niederösterreichischen CD Produktion „Meilensteine der Volksmusik" von 1997 singen das Lied Dorothea Draxler, Edgar Niemeczek und Konstanze Jäger.
Audio Player
Dieses burgenländische Auswandererlied besingt den Abschied und die von viel Hoffnung gezeichnete Reise nach Amerika.
Seit dem Staatsgrundgesetz von 1867 wurde die freie Auswanderung in Österreich garantiert. Wirtschaftlich schlechte Bedingungen zwangen viele ihre Heimat zu verlassen und in der Ferne das Glück zu suchen.
Besonders das Burgenland wurde sehr stark von dieser Auswanderungswelle erfasst, die bis zum Ersten Weltkrieg ein enormes Ausmaß annahm. Grund war die mit der Revolution 1848 einhergehende Bauernbefreiung von der Grundherrschaft. Diese Befreiung hatte die Entstehung einer Vielzahl an kleinen Bauernbetrieben zur Folge, die aufgrund ihrer Größe nicht lebensfähig waren. Weiters wurden gerade die Deutschsprachigen von den für das Burgenland zuständigen ungarischen Beamten mit hohen Steuern belastet. Fast ein Drittel der burgenländischen Bevölkerung wanderte deshalb nach Amerika aus.
Dieses Lied wurde bei der Abreise aus der Heimat gesungen. Es existieren viele Varianten, wobei diese textlich verwandt, jedoch mit anderen Melodien unterlegt sind. Das Tonbeispiel enthält 12 Strophen und wurde in 1977 Pamhagen, im Burgenland von Walter Deutsch aufgezeichnet, vorgetragen von den Pamhagener Frauen Rosa Koppi, Katharina Lörincz und Katharina Luttmannsberger. Sie singen in der burgenländischen Tradition zweistimmig, zwei singen die obere Hauptstimme und eine die Unterstimme. Als Überlieferungsträger älteren burgenländischen Liedguts wurden sie in den 1970er Jahren für das „Radio Burgenland" entdeckt. Die zu hörende Melodie liegt dem Walzerlied "I bitt Herr Hauptmann, bitt recht schen..." zugrunde.
"Jetzt ist die Zeit und Stunde da" wurde neben weiteren Stücken aus dem Burgenland in der CD-Reihe „Tondokumente zur Volksmusik" von Rudolf Pietsch am Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie (Universität für Musik und darstellende Kunst, Wien) 1993 publiziert und ist auf der CD Burgenland (Vol. 1) mit einem Beiheft zu finden.
In Vorarlberg war die Auswanderungswelle ab Mitte des 19. Jahrhunderts ebenso sehr hoch. Das Lied wurde daher auch dort in dieser Zeit gerne gesungen.
Notenblatt Version 1
Notenblatt Version 2
Audio Player
Dieses Lied zählt zu einer der wichtigsten Gattungen österreichischer Volkslieder - den Almliedern. Die Almbewirtschaftung während der Sommermonate spielte einstmals im bäuerlichen Leben eine tragende Rolle. Die Sennerin bzw. der Senner waren für die Versorgung des Viehs und für die Verarbeitung der Milch verantwortlich. Noch heute treibt man sobald der Schnee auf den Almen wegtaut, vorrangig das Jungvieh und die Schafe zuerst auf die Niederalm und später im Frühjahr auf die höher gelegenen Hochalmen. Mit Ende des Sommers geht es den Weg wieder zurück. Krönender Abschluss bildet der festliche Almabtrieb mit den geschmückten Tieren, der aus Dank, dass kein größeres Unglück passiert ist, im September veranstaltet wird.
„Von der hochen Alm" wurde 1892 von Josef Pommer zu Ostern in Rottenmann in der Steiermark aufgezeichnet. 1917 wurde es in „Das deutsche Volkslied" erstmals publiziert. Verbreitet und beliebt ist es heute in allen Gegenden, in denen Almwirtschaft betrieben wird und darüber hinaus.
Diese Tonaufnahme stammt aus der Feldforschung 1986 von Gerlinde Haid, Harald Dengg und Maria Walcher in Altenmarkt im Pongau. Es singen Ria Habersatter, Johann Unterberger und Martin Winkler. Seit 1976 werden in kontinuierlichen Abständen in einzelnen Landesteilen Salzburgs Feldforschungen vom Volksliedwerk durchgeführt, um dort authentische Lieder, Musik und Tänze bei sozialen Ereignissen wie in geselligen Runden oder bei Bräuchen aufzuzeichnen.
Audio Player
Dieses Lied kann als Lob an Erzherzog Johann von Österreich (1782-1859) verstanden werden. Er ging nicht nur als Modernisierer in die Geschichte ein, sondern war auch in volkskultureller Hinsicht äußerst wichtig für die Steiermark, denn er trug zum Sammeln und Fördern materieller und geistiger Kultur bei und pflegte einen engen Kontakt zur Bevölkerung. Ausgedrückt hat er dies durch das Tragen des Steireranzuges, außerdem heiratete er eine Bürgerliche, die Ausseer Postmeisterstochter Anna Plochl.
Mehr oder minder bedeutende Komponisten widmeten dem berühmten Erzherzog Stücke, die heute allerdings weitgehend in Vergessenheit geraten sind. Im Gegensatz wurden einige der sogenannten „Erzherzog Johann-Lieder" als Volkslieder bekannt und werden noch heute gerne gesungen, allen voran das berühmte „Wo i geh und steh". Zumindest der Text dieses „steyrischen Alpenliedes" - die Melodie dürfte aus Tirol stammen - wurde 1830 vom oberösterreichischen Beamten und Mundartdichter Anton Schosser (1801-1849) in Schärding verfasst und unter dem Titel „'s Hoamweh" in den „Naturbildern aus dem Leben der Gebirgsbewohner in den Grenzalpen zwischen Steyermark und dem Traunkreise" (Linz 1849) abgedruckt veröffentlicht. Durch die Aufnahme in eine Reihe von Liederbüchern fand das Lied rasch Verbreitung. Dieses „Kunstlied im Volksmund" wurde vor allem durch Nationalsänger in vielen Varianten verbreitet. In seiner späteren Version mit dem kunstvollen Bravourjodler gilt der „Erzherzog Johann-Jodler" heute so manchem als heimliche steirische Landeshymne.
Gesungen wird das Lied hier von Gisela Meissenbichler (1906-1998), die den Bravourjodler in unvergleichlicher Weise interpretiert und ihr den Ruf als Jodelkönigin einbrachte. Der Erfolg der gebürtigen Tirolerin begann bei einer Wanderung auf die Schneealm. Nach einer kurzen Rast in der Rinnhofer-Hütte wurde sie von ihrem Mann aufgefordert, die Gitarre von der Wand zu nehmen, zu spielen und zu singen, um die Gesellschaft in der Hütte zu unterhalten. Das Schicksal nahm seinen Lauf, denn die damals noch junge Schallplattenindustrie war auf der Suche nach beeindruckenden Talenten und eine Karriere als Meistersängerin bei zahlreichen Radiosendungen und Veranstaltungen im In- und Ausland war ihr sicher. So ist es auch nicht verwunderlich dass ihre Schellacks zu gesuchten Raritäten wurden.
Audio Player
Der Text des Liedes entstammt der Feder des Bregenzer Arztes und Mundartdichters Kaspar Hagen (1820 - 1885). Hagens schriftlicher Nachlass wurde am 1. Mai 1945 bei einem Angriff auf Bregenz zerstört, somit gibt es keine weiteren Hinweise zur Entstehung des Textes. 1872 wurde er in Hagens Gedichtband „Dichtungen in alemannischer Mundart" publiziert und in den 1940er Jahren von Frau Burger-Seeber (1913 - 2001) vertont.
Die Komponistin stammt aus einer musikalischen Familie mit Südtiroler und Kärntner Wurzeln. Musikunterricht erhielt die gelernte Buch- und Schreibwarenverkäuferin vom befreundeten Komponisten Ferdinand Rebay, der ihre Lieder, da sie nicht Notenschreiben konnte, zu Papier brachte.
Bereits 1942 wurde „O Hoamatle" im Liederbuch "Hellau" von Ploner gedruckt, 1951 in das Schulliederbuch von Robert Briem aufgenommen. Damit fand es in Vorarlberg weit reichende Verbreitung und gilt auch wegen seiner leichteren Singbarkeit bei Jung und Alt als "heimliche" Landeshymne. Hier wird das Lied von der Sängerrunde "Die Vogelweider" aus Dornbirn gesungen, die sich 1948 gründete und zahlreiche Tonträger produzierte. 1999 wurde "O Hoamatle" im Rahmen der CD-Produktion des ORFs "Die schönsten Volkslieder aus Österreich" mit der Sängerrunde "Die Vogelweider" aufgenommen. Die Beliebtheit des Liedes bei Alt und Jung verdeutlicht ein weiteres Tonbeispiel auf YouTube. Es stammt vom Landesjugendchor Vorarlberg "VOICES" und zeigt den Chor bei seiner Probe im Zug.
Audio Player
In diesem sehr beliebten Heimatlied mit dem Liedanfang „Der Schöckl is mei Hoamatlånd, der Schöckl is mei Freud" wird der Hausberg der Grazer besungen. Der Verfasser des Liedes ist Matthias Reithofer (1875-1945), jedoch blieb die Urheberschaft lange Zeit im Dunkeln, bis sein Enkel, Karl Reithofer, den Mitarbeitern des Steirischen Volksliedwerkes davon berichtete. Sein Großvater war nicht nur ein tüchtiger Landwirt, Kaufmann und Fuhrunternehmer in St. Radegund bei Graz, sondern auch Mitglied der „Radegunder Bauern-Theater-Gesellschaft". Für diese Theatergruppe schrieb er im Jahre 1908 das Volksstück „'s Schöckelroserl" und für eben dieses Stück dichtete er auch zwei Lieder, das „Radegunder-" und das „Schöckllied". Vertont wurden die beiden Texte vom Bauern Georg Neubauer (1876-1943), vulgo Schmiedwastl. Durch seine große Beliebtheit beim geselligen Zusammensein im Wirtshaus, genauso wie bei ganz besonderen Anlässen, ist das „Schöckl-Lied" auch über die Radegunder Gegend hinaus „gewandert". So brachte es ein Knecht in den 1930er Jahren in die Oststeiermark. Wie es so oft bei Volksliedern passiert, haben es sich die Ennstaler „zurechtgesungen" und den Schöckl mit dem Grimming ausgetauscht. Darüber hinaus wird auch der Ötscher mit diesem Lied besungen: „Da Ötscher is mei Hoamatort", dachte man lange, wäre in Lackenhof am Ötscher „ausgegraben" worden.
Gesungen wird das „Schöckl-Lied" hier von den Schwestern Maria Hammer (geboren 1907) und Theresia Preitler (1916-1990) - den sogenannten „Schöckl-Frauen". Das umfassende Singrepertoire der beiden wurde in Kumberg im Rahmen einer 1989 und 1990 durchgeführten Feldforschung des Steirischen Volksliedwerks aufgenommen und in Liederblättern veröffentlicht. Ziel des Forschungsprojekts war es, das Musikleben der Oststeiermark in Geschichte und Gegenwart zu erfassen. Gesungen wurde viel im Elternhaus der beiden Schwestern, das sich in Oberschöckl (Gemeinde Weinitzen) befand. So erlernten sie vor allem von ihrem Vater und dem sangesfreudigen Knecht viele Lieder. Daneben wurde auch zu brauchtümlichen und geselligen Anlässen im Dorfleben gesungen. In den 1980ern verbreitete sich ihre Bekanntheit und Beliebtheit durch Tonaufnahmen und Sendungen des ORFs.
Audio Player
Dieses Heimatlied stammt aus der Feder des Oberlehrers Johann Mack, einem gebürtigen Rosentaler. In der Zeit des Ersten Weltkrieges war er als Lehrer in Dollich bei Ferlach tätig. Nach der Besetzung Kärntens durch jugoslawische Truppen wurde er wie viele andere gefangen genommen. In seiner Gefangenschaft in Laibach, die geprägt war von der Ungewissheit, seine Familie und das Rosental je wieder zu sehen, entstand der Text zu diesem Lied. Durch die Volksabstimmung vom 10.10.1920 verblieb Kärnten bei Österreich, was auch den vielen Stimmen der Kärntner Slowenen zu verdanken war. Nun konnte Johann Mack wieder nach Hause zurückkehren. Froh über den Lauf der Dinge und dem Verbleib Kärntens bei Österreich, komponierte er die Melodie zum Text „O Rosental, du schönes Tal...". Verbreitung fand das Lied zuerst in seiner Familie, dann in der Schule.
Schließlich wäre es fast in Vergessenheit geraten, hätte nicht sein Sohn Ernst Mack das Lied mit dem Eppersdorfer Quartett verbreitet. Der Volksliedsammler und Musiklehrer Anton Anderluh (1896-1977), der gleichzeitig als vielseitiger Chorleiter dem heute typischen Kärntner Chorsingen und damit diesem Lied in Kärnten zu seinem heutigen Bekanntheitsgrad verhalf, setzte dieses Lied um 1930 für gemischten Chor.
Im Rosental erfüllt das Lied heute die Funktion einer Hymne. Fast bei jeder Veranstaltung wird es, sofern es nicht schon im Programm vorkommt, als gemeinsames Schlusslied gesungen. Auch bei Geburtstagen, Begräbnissen und im Gasthaus hört man es immer wieder. Hier singt es der Kammerchor Klagenfurt Wörthersee.
Audio Player
Das vorliegende Gstanzllied zeigt beispielhaft, die bei vielen Volksliedern auszeichnende textliche Mehrdimensionalität, die letztlich sehr viel Interpretationsspielraum offen lässt. Auf den ersten Blick und nach heutigen Bezügen gemessen könnte man die erste Strophe - vor allem beim spontanen Singen ist oft nur diese bekannt - als Aufforderung zum Naturschutz bzw. als Plädoyer für die Erhaltung kraftfahrzeugfreier Almlandschaften verstehen.
1926 wurde dieses Lied zum ersten Mal von Otto Eberhard, einem Salzburger Volksliedsammler, im Tennengau aufgezeichnet. Sicher mag in jener Zeit, als die Verklärung des „Ländlichen" gegenüber der als negativ erachteten „Großstadt" durchaus im Trend lag, auch der Gedanke eines abgeschlossenen, geschützten Refugiums gebirgiger Idylle im Raum gestanden haben. Auf anderer Ebene ist die Alm allerdings ein Synonym für die Liebe, die man - auf schmalen, gefährlichen Pfaden wandernd - erst mühsam erlangen muss. Wie weit diese Interpretation für Eberhards Aufzeichnung gültig sein kann, ist allerdings fraglich - hier handelt es sich vielmehr tatsächlich um ein „Schnaderhüpfl" in dem Sinn, dass mehrere Strophen hintereinander gesungen werden, die nicht unbedingt eine zusammenhängende Geschichte ergeben. In seiner Handschrift ist ein stark erotisches Element vorhanden, ausgedrückt in dem „mahlenden" Müller, dem Posthorn und dem Eier schlagenden Bäcker.
Während die erste Strophe in vielen Varianten gleich bleibt, sind die Folgestrophen oftmals unterschiedlich. Neben dieser Salzburger Aufzeichnung und anderen, gibt es eine erst Jahre später schriftlich fixierte Version als Liebeslied mit Abschiedthematik - nur der „Richtige" kann das Steiglein finden und als er schließlich verschwindet, hinterlässt er ein gebrochenes Herz. Große Verbreitung erfuhr diese Fassung unter anderem durch die populären Liederbücher, hier aus „Singende Jugend", herausgegeben 1948 vom Katholischen Jugendwerk Österreichs.
Die hier von Katharina Schilchegger und Christine Pölzleitner gesungene Fassung wurde 2001 im Rahmen einer Feldforschung, durchgeführt in Annaberg-Lungötz im Lammertal, aufgezeichnet. Auch wenn das Lied bereits 1926 das erste Mal erfasst wurde, so waren die beiden Sängerinnen der Meinung, dass das Lied aus ihrer Feder stamme. Diese Annahme vermutet eine starke Identifizierung mit dem eigenen Liedergut.
Audio Player
Streiflichter und Skizzen sind es, die vom frühen Gebrauch des Alphorns im Raum Salzburg Auskunft geben. In der mittelhochdeutschen Liederdichtung „Mönch von Salzburg" finden sich ebenso einzelne Hinweise wie in den Kompositionen Leopold Mozarts ("Pastorell Synfonie mit Hirtenhorn") oder im "Mittersiller Stockurbar" aus dem Jahre 1606.
Dem mittlerweile verstorbenen Musiker und Lehrer Wilhelm Schwaiger sen. lag - nach der Entdeckung einer "Holzröhre auf einem Abfallhaufen", die sich als Alphorn entpuppte - viel daran, das Instrument im Raum Salzburg/Pinzgau wieder zu beleben. Unter anderem richtete er Melodien für Alphorn ein und gründete die Maria Almer Alphornbläser.
Eng mit dem Repertoire dieses Ensembles in Zusammenhang steht die Instrumentalform der sogenannten Weisen. Dabei handelt es sich um Volksliedmelodien, die von Instrumenten nachgespielt werden. Die vorliegende Weise etwa gründet auf dem Volkslied "Auf der Åm, då iss so lustig", das von Anton Günther (1876-1937) komponiert und gedichtet worden war. Das Hauptmotiv dieses Liedes bildet - mit Wiederholung - die vom Alphorn-Ensemble gespielte Weise, aufgezeichnet zwischen 1998 - 2001. So wie in vielen Jäger- und Almliedern wird im Lied die Alm zum idyllischsten Platz der Welt erkoren, die der Sänger mit keinem König tauschen möchte. Einzig in der letzten Strophe kommt Wehmut auf, da der „Bua" hier zwar von Natur umgeben ist und sich frei fühlt, jedoch im Bewusstsein ohne „Diandal" zu bleiben.
Audio Player
Der 1839 als Sohn eines Bergbauern in Bad Goisern geborene Josef Reisenbichler, alias „Singender Wölfl", gilt als der Autor dieses Liedtextes, möglicherweise auch jener der Melodie. Er begann erst spät seine Gedichte aufzuschreiben, begleitete sich dann selbst auf der Gitarre und brachte seine Gesänge in Gasthäusern oder auf der Rockaroas - so nennt man die Zusammenkunft zur Arbeit in den Stuben der Bauern - vor. Später begleiteten ihn auch seine Söhne Josef und Christian auf der Zither. Über Reisenbichlers Singgewohnheiten wird berichtet: „Er besang in seinen selbstgemachten, langen, durch Rezitative unterbrochenen Liedern das Leben der Bergbauern und geißelte die damaligen Zustände mit zum Teil beißendem Spott, weshalb er im ganzen „Beriger Riedl" (Steuergemeinde Lasern/Bad Goisern) gefürchtet war."
Veröffentlicht wurden seine Lieder 1906 von dem niederösterreichischen Volksliedforscher Karl Kronfuß, der eine Sammlung von erzählenden, beschreibenden und satirischen Gelegenheitsdichtungen herausgab. Kronfuß verdankt die Gedichtesammlung seinem Vetter Felix Groß, den wiederum Obertrauner Freunde auf Josef Reisenbichler aufmerksam machten und der beim Besuch des Dichters die Gelegenheit hatte, einige dieser Lieder zu hören. Auch Wannst in Fink hörst, findet sich unter diesen Gedichten.
Gegenwärtig werden Reisenbichlers Lieder kaum mehr gesungen.
Hier singt der Goiserer Viergesang (Fritz Hillbrand, Sepp und Willi Winterauer sowie Lois Neuper), der das Lied 1991 für ihre Jubiläums-CD „25 Jahre Goiserer Viergesang" (Bschoad 46-301) eingespielt hat.
Audio Player
Die Herkunft dieses Liedes ist unklar. Flugblätter „Mir san Landsleut" aus dem Blaha Verlag in Wien um 1890 handeln von Linzer und Böhmischen Landsleuten bzw. waren auch mit „Weanerische Landsleut" zu singen. Die Liedentstehung bezieht sich hier wohl auf die durch die zunehmende Industrialisierung ausgewanderten Landarbeiter aus der Gegend um Linz und den Böhmerwald in die Fabriken der Stadt Wien. Später fand das Lied wohl wieder Einzug in die Heimat.
Gustav Jungbauer zeichnete bereits 1912 und 1923 Versionen des im Böhmerwald mehrfach verbreiteten Liedes auf, welche er 1930 in der Sammlung „Volkslieder aus dem Böhmerwalde" veröffentlichte. Die vorliegende Fassung stammt von 1925 aus der Oberösterreichischen Volkstanzsammlung von Hermann Derschmidt, überliefert vom Knecht „Link" in Klaffer am Hochficht im Mühlviertel. Sie ist anlässlich der Kulturhauptstadt Linz 09 im Liederheft "Z'Linz auf da Bruckn" vom Oberösterreichischen Volksliedwerk herausgegeben worden. In Verbindung mit der Walzerweise „Es gibt kalte Wasserl, es gibt kalte Brünn" gehört die Zweivierteltaktweise „Drum san ma Landsleut, linzerische Buama" zum Volkstanz „Deutscher Umgang" und ist auch auch unter „Linzer Polka" zu finden.
Der Tanz zählt zu den Gattungen der Kontratänze. Was bedeutet, dass man nicht in Paaren tanzt, sondern in Gruppen. Diese Form war im 17. und 18. Jahrhundert weit verbreitet und wurde von Johann Strauß Vater von Frankreich nach Wien eingeführt. Es gibt verschiedenste Formen von Gruppentänzen und in diesem Fall tanzt der Mann mit zwei Frauen. Der „Deutsche Umgang" besteht aus zwei Rhythmen. Die Strophe steht im 3/4 Takt und der Refrain im 2/4 Takt. Die Tanzschritte orientieren sich jeweils nach dem vorgegebenen Rhythmus.
Die bekannte Weise wird heute sowohl zum Tanz als auch als Lied gesungen.
Hier spielen die Urfahraner Aufgeiger, entnommen der CD Tänze aus Oberösterreich 2 von 1998. Aufgrund der Bestrebung, einen eigenen Zuganz zu den lokalen musikalischen Wurzeln zu finden, spielen die Musiker seit etwa 1980 mit zwei Melodie Geigen und dazu wechselnder Besetzung zusammen.
Audio Player
"Edelweiss" wird von "der halben Welt" für die österreichische Bundeshymne gehalten und ist in Österreich erst neuerdings bekannt. Es ist einer der Nummernsongs aus dem weltweit meistgespielten Broadway-Musical "The Sound of Music" (1959 Richard Rodgers and Oscar Hammerstein II.), das dem gleichnamigen Film (1964, Hollywood, Robert Wise) zugrunde liegt. Bereits die Autobiografie der Baronin Maria von Trapp (1949) hatte die Qualitäten eines Drehbuchs - was Wolfgang Reinhardt, der Sohn von Max Reinhardt, erkannte und daraus 1956 den deutsch-österreichischen Film "Die Trapp-Familie" mit Ruth Leuwerik, Hans Holt und Josef Meinrad (Regie führte Wolfgang Liebeneiner) produzierte. Dieser Film inspirierte das erfolgreiche Musical-Team Richard Rodgers und Oscar Hammerstein II, ihre "oldfashioned Dirndl- and Lederhosen operetta"(R.H.) "The Sound of Music" zu schreiben. Dieses Broadway Musical wurde 1966 von Robert Wise mit Julie Andrews verfilmt. In Österreich bis in die 1990er Jahre weitgehend unbekannt, löste der US-Film außerhalb Österreichs ungebrochene Begeisterung aus. Er prägt bis heute das Österreichklischee im Ausland und macht Salzburg zur touristischen Themen-Destination.
Musical und Film verarbeiten historische Fakten rund um die Auswanderung der Trappfamilie zu einem amerikanischen Einwandererepos: Der jung verwitwete Baron Georg von Trapp holt sich aus dem Kloster Nonnberg eine Erzieherin für seine sieben Kinder, Maria Kutschera. Diese erkennt die Fügung Gottes, verzichtet auf ein Leben als Nonne und heiratet den Baron. Die Musikalität der Familie, der internationale Bankencrash und der Einmarsch Hitlers bilden den Hintergrund einer - im Film dramatischen - Auswanderung der Familie nach Amerika 1938/39. Mit Geschick und Fleiß starten sie dort ein erfolgreiche Karriere als Familienchor. Im Nachhall der Edelweiß-Begeisterung der 1930er singt die Familie - in Dirndl gekleidet - "Edelweiss" als Liebeserklärung an die Ideale und Werte der Heimat, als sehnsuchtsvolles Abschiedslied vor der Auswanderung. Edelweiß ist weder in Text noch Melodie ein österreichisches Volkslied, sondern einer der typischen Musical-Walzer von Rodgers & Hammerstein.
Fakt ist, dass die Trapp-Familie im Krieg und speziell nach dem Krieg mit dem "Trapp Family Austrian Relief Inc." Carepakete nach Österreich schaffen und im Ausland für Österreichs Image und Kultur werben konnte. Als "Kulturbotschafter Österreichs" wurden sie dafür mehrfach vom Staat Österreich ausgezeichnet. Ihr Wirken und dessen Mythisierung in Musical und Film prägen bis heute nachhaltig das internationale Österreichklischee. Aus rechtlichen Gründen können keine Noten herunter geladen, nur ein Video über You Tube angesehen werden.
Hier singt das Duo Zib-Oslansky das Lied "Edelweiss".
Video auf you Tube: "Edelweiss" aus dem Film "The Sound of Music"
Audio Player
Dieses Lied wurde von Otto Kleewein in Bad St. Leonhard im Lavanttal komponiert. Kleewein wurde 1906 in Lebmach bei St. Veit/Glan geboren, nach seiner Lehrerausbildung an der Lehrerbildungsanstalt Klagenfurt kam er schließlich nach Bad St. Leonhard im Lavanttal. Dort wirkte er von 1950 – 1971 als Direktor der Hauptschule. Aus dieser Zeit stammt auch das Lied „Mei Låvntål, mei Paradies“. Sehr wahrscheinlich sang er dieses Lied auch in der Schule mit seinen SchülerInnen - tauchte es doch 1993/94 im Rahmen der Lavanttaler Feldforschung des Kärntner Volksliedwerks bei den Brüdern Klaus und Lorenz Brunner aus Theißenegg auf. Die beiden Brüder meinten, sie kennen das Lied aus ihrer Schulzeit, wüssten aber nichts über deren Herkunft und waren der Meinung es handle sich um ein von langer Tradition her überliefertes Lied. Dieser gespannte Bogen zeigt einmal mehr, wie schnell sich ein komponiertes Lied durch seine Beliebtheit als Volksliedgut verankert und von den Vortragenden als mündlich aber vor allem lang tradiertes Volkslied geglaubt scheint.
In der hier zu hörende Aufnahme des Liedes sind die schon eben genannten Brüder Klaus, Lorenz sowie Herbert und Hannes zu hören. Das familieneigene Quartett bezieht die Leidenschaft zum Singen von ihren Eltern. Diese Aufnahme findet sich auf der CD „Kultur Region Lavanttal“, welche anlässlich dreier durchgeführten Feldforschungen in den Jahren 1992-1994, vom Kärntner Volksliedwerk herausgegeben wurde. Aus dem Protokoll der Forschergruppe vom 31. März 1993 geht hervor, dass es sich oft schwierig gestaltet, den geeigneten Zeitpunkt für einen Feldforschungsbesuch auszuwählen. Die einsetzende Schneeschmelze und das schöne Wetter treiben die Menschen dazu an, ihre Arbeit im Freien aufzunehmen. Das Ehepaar Mathilde und Nikolaus Brunner sowie die beiden Söhne Klaus und Lorenz betätigten sich bei Ankunft der Forscher mit landwirtschaftlichen Arbeiten. Trotzdem ließen sie sich auf ein Gespräch ein und nahmen sich Zeit unter anderem dieses Lied vorzusingen.
Noten aus der Lavanttaler Feldforschung (Blatt 2)
Audio Player
Streiflichter und Skizzen sind es, die vom frühen Gebrauch des Alphorns im Raum Salzburg Auskunft geben. In der mittelhochdeutschen Liederdichtung „Mönch von Salzburg" finden sich ebenso einzelne Hinweise wie in den Kompositionen Leopold Mozarts ("Pastorell Synfonie mit Hirtenhorn") oder im "Mittersiller Stockurbar" aus dem Jahre 1606.
Dem mittlerweile verstorbenen Musiker und Lehrer Wilhelm Schwaiger sen. lag - nach der Entdeckung einer "Holzröhre auf einem Abfallhaufen", die sich als Alphorn entpuppte - viel daran, das Instrument im Raum Salzburg/Pinzgau wieder zu beleben. Unter anderem richtete er Melodien für Alphorn ein und gründete die Maria Almer Alphornbläser.
Eng mit dem Repertoire dieses Ensembles in Zusammenhang steht die Instrumentalform der sogenannten Weisen. Dabei handelt es sich um Volksliedmelodien, die von Instrumenten nachgespielt werden. Die vorliegende Weise etwa gründet auf dem Volkslied "Auf der Åm, då iss so lustig", das von Anton Günther (1876-1937) komponiert und gedichtet worden war. Das Hauptmotiv dieses Liedes bildet - mit Wiederholung - die vom Alphorn-Ensemble gespielte Weise. So wie in vielen Jäger- und Almliedern wird im Lied die Alm zum idyllischsten Platz der Welt erkoren, die der Sänger mit keinem König tauschen möchte. Einzig in der letzten Strophe kommt Wehmut auf, da der „Bua" hier zwar von Natur umgeben ist und sich frei fühlt, jedoch im Bewusstsein ohne „Diandal" zu bleiben.














