

Das Erzähllied ist von erzählendem, sprich „narrativem" Charakter und zeichnet sich durch viele Strophen aus. Sein Inhalt kann von Naturerscheinungen und Ereignissen bis hin zu Mythen reichen.
Vorallem in der Zeit lange vor unserer modernen Informationsgesellschaft dienten Erzähllieder der Unterhaltung, sowie der Informations- und Nachrichtenübermittlung.
Die Ballade als bekannteste Form dieser Gattung begegnet uns besonders häufig in berühmten Werken der Kunstmusik etwa in Franz Schuberts „Erlkönig".

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Das Räuberlied ist eines der vielen sozialkritischen Lieder, das dem Herrschenden als Mächtigen den Beherrschten als Armen gegenüberstellt. Es geht hier um eine Räuberbande, die sich zusammenschweißt, um sich zu motivieren und gegen das soziale Ungleichgewicht anzukämpfen. Das „Räuberlied" erscheint erstmals 1887 mit drei Strophen ohne Melodieaufzeichnung in einem Liederbuch von Leonhard Achreiner aus der Wildschönau. Weitere Varianten stammen von 1910 aus der Gegend von Kals/Iseltal.
Angeblich wurde es in den 1950er Jahren in der Wildschönau anlässlich einer Aufführung der "Räuber vom Glockenhof" erstmals wieder gesungen. Aus dem Reinerlös der Aufführungen wurde die Anschaffung der neuen Glocken für die Pfarrkirche Oberau unterstützt.
Hier singen das Räuberlied die Antoni-Singer aus der Wildschönau, die nach einer beliebten Wallfahrtsstätte "St. Antoni" in der oberen Wildschönau benannt sind. Ursprünglich hatte man sich vor bald zwanzig Jahren zum "Anklöpfeln", einem Brauch in der Adventzeit, zusammengefunden. Weil man aber nicht nur in der Vorweihnachtszeit singen wollte, singen die „Antoni Singer" heute vorwiegend Volkslieder, die in der Wildschönau oder der engeren Umgebung gesammelt bzw. gesungen wurden und werden. Viele ihrer Lieder stammen aus der Sammlung "Tiroler Lieder" von Franz Friedrich Kohl (1899), der die Wildschönau als eines der sangesfreudigsten Täler Tirols bezeichnete.
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„Auf an Bergal drobn, går net weit von Sta(i)nz, wohnt a Wunderdokta, der hoaßt Höller Hans!". Scharenweise pilgerten Patienten mit ihren „Brunziflaschn" (Urinfläschchen) zum bekannten Wunderdoktor, um mittels Auswertung des Urins Rat und Hilfe für ihre Probleme zu erhalten. Diese Art von Heilkunst lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen. Das Lied beschreibt auf humorvolle Weise die Harnschau. Der im Lied erwähnte Flascherlzug war eine Schmalspurbahn von Preding - Wieselsdorf nach Stainz, der die oft von weit her kommenden Reisenden zum bekannten Höller Hansl transportierte. Der Name Flascherlzug bezieht sich auf die Urinflaschen, die von den Patienten mitgebracht wurden.
Dieses Lied wurde 1922 vom Bänkelsänger Friedrich Moser (1878-1943) auf den weithin bekannten Heilpraktiker Johann Reinbacher, vulgo Höllerhansl (1866 1935) gedichtet und über Flugblatt verbreitet. Friedrich Moser war ein guter Bekannter vom „Stainzer Wunderdoktor" und beherrschte die Kunst, die Leute in den Wirtshäusern von Stainz und seiner Umgebung mit seinen Liedern zu unterhalten. Zum ersten Mal vorgetragen wurde das Lied anlässlich des Namenstages des Besungenen.
Heute ist dieses Lied vor allem durch die „Stainzer Buam" bekannt, die das solistische Vortragsstück zu einer vereinfachten volkstümlichen Melodievariante abwandelten. 1999 wurde das Stück vom ORF Steiermark aufgezeichnet. Bereits seit den 1950er Jahren beschäftigen sich die Stainzer Buam mit Volksmusik. Damals war der Akkordeonist der Band Hans Unterhuber, der später als erfolgreicher Musikmanager bekannter Gruppen wie dem „Berglandecho", der „Alpenoberkrainer" oder der „Sulmtaler Dirndln" von sich Reden machte. Er gilt auch als Erfinder des Musikantenstadls außerhalb Österreichs.
Originalton von Friedrich Moser
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„O du lieber Augustin" ist ein altes, im ganzen deutschen Sprachraum bekanntes, Tanzlied, dessen Melodie bereits 1670 am Kölner Karneval gesungen worden sein soll.
Das Lied handelt von Augustin Marx oder Marx Augustin (1643 - 1705), einem Wiener Dudelsackpfeifer und Bänkelsänger, der nach einer durchzechten Nacht in die Pestgrube fiel und dort bis zum Morgen schlief. Wundersamerweise überlebte er diese Nacht dank des genossenen Alkohols und zog umher, um davon zu berichten und die Leute damit zu unterhalten. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass es sich um eine Legende handelt, denn das Lied tauchte in Wien erst um 1800 auf und erfuhr unzählige Bearbeitungen als Tanzmusik, Opernparodie, für Klavier und für das Theater. Doch nicht nur in Wien sondern in ganz Europa wurde das Augustinlied zeitgleich musikalisch verarbeitet, daher könnte es von Sachsen nach Wien gekommen sein, wo es dann dem wienerischen Sprachgebrauch angepasst wurde. Die Pestlegende und das Lied bestanden lange Zeit nebeneinander, ohne in Zusammenhang gesetzt zu werden.
Erst der Wiener Sagensammler Moritz Bermann verband die beiden Teile 1865 und fortan wurde das Lied dem Lieben Augustin zugeschrieben, der in der Pestgrube landete. Die Beliebtheit des Augustinlieds ist dadurch dokumentiert, dass es unter anderem in Film, Operette, Kabarett, Kammermusik, Komödie, Theater und Singspiel vorkommt bzw. dass der Augustin als Namensgeber und Schutzpatron für Zeitschriften und Zeitungen dient - bis in die heutige Zeit hinein.
Seit dem Ersten Weltkrieg wird dieses Lied im Salzkammergut als Abschluss einer Veranstaltung im Zusammenhang mit den „Drei Schleunigen" gesungen. Das heißt, nach dem dritten Durchspiel des Schleunigen wird die Augustinweise in gedehnter Version als Kehraus eingebaut.
In Kindergärten und Schulen stellt die Handlung des Liedes heute noch eine beliebte Erzählung dar und das Lied wird gerne gesungen. Hier handelt es sich um eine Aufnahme der Kinder der Musik- und Singschule der Stadt Wien, welche 2008 anlässlich des 70. Jubiläums der Schule mit rund 1000 Mitwirkenden im Großen Saal des Wiener Konzerthauses ein aufwendiges Programm zum Besten gaben.
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Dieses Lied zählt zu den Moritaten - einer Liedform, deren Bezeichnung sich von „Mordtat" ableitet und zu einer Sonderform des Bänkelgesangs gehört. Solche Lieder, deren Inhalt Diebstähle, Morde und andere grausame Taten zum Gegenstand haben, wurden vielfach auf Jährmärkten und ähnlichen Veranstaltungen zur Unterhaltung vorgetragen. Üblicherweise stand der Vortragende auf einem hölzernen „Bänkel", aus dem sich die Bezeichnung Bänkelsänger ableitete. Dieser veranschaulichte gekonnt seine Erzählung mit einer Bildtafel. Dem Vorsänger war es auch gestattet, Flugblätter für diesen Zweck anzufertigen und zu verkaufen, die „ausführlich" die Mordtat beschrieben, alle Strophen und Illustrationen sowie Tugendlehren beinhalteten. Besonders in Städten waren die Flugblätter sehr beliebt und verbreiteten sich schnell. Nicht verwunderlich ist die Beliebtheit, da ein Grossteil der Bevölkerung nicht lesen und schreiben konnte und dieses Medium Nachrichtenübermittlung, Belehrung und Sensationslust in einem bündelte. Begleitet wurde der Sänger meist von einer Drehleier, einem Leierkasten oder ähnlichen Instrumenten.
In diesem Moritat mit dem Anfang „Zu Steinbach im friedlichen Orte, ergab sich ein schrecklich's Geschick!" wird in zwölf Strophen über den grausamen Mord an dem etwa 14 jährigen Sohn des Messerverlegers (heute gleichzusetzen etwa mit dem Eisenwarenhändler) Joseph Hönig zu Steinbach (bei Steyr) berichtet. Der Mord geschah am 03.03.1819 durch seinen Sprachmeister, Ribeth, der sich daraufhin selbst die Adern aufschnitt. Die Nachricht des verübten Mordes wurde wahrscheinlich kurz darauf mittels dieses Flugblattes verbreitet.
Das Lied wurde ohne Melodie aufgezeichnet, es entspricht in Takt und Versmaß jedoch dem bekannten Kinderlied „Ich geh mit meiner Laterne". Angepasst an den Inhalt der Mordtat ist dieses Lied in traurig wirkendem Moll gehalten, während „Ich geh mit meiner Laterne" in der fröhlicher wirkenden Durtonart gesungen wird.
Erste Text- und Melodiezeilen zu „Ich geh mit meiner Laterne" lassen sich bereits in der Wiener Singspielnummer „Die falsche Prima-Donna in Krähwinkel" (Text: Adolf Bäuerle, Musik: Ignaz Schuster) des frühen 19. Jahrhunderts nachweisen. Verbindungen gibt es auch zu seit Mitte des 19. Jahrhunderts aufgezeichneten Liedern, die beim norddeutschen Kinderbrauch des spätsommerlichen Laternengehens gesungen wurden. Mit dem Aufkommen der Martinumzüge durch Kindergärten und Schulen Mitte des 20. Jahrhunderts entstand dann die dazu passende, heute im ganzen deutschen Sprachraum bekannte, Fassung.
Noten "zu Steinbach dem friedlichen Orte"
Noten zu "Ich geh mit meiner Laterne"
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Bei dem vorliegenden Werk handelt es sich um eine gesungene Ballade über ein verführtes Schäfersmädchen. Sie handelt von einer jungen Schäferin, die ihre Schafe weidet und von einem stolzen Ritter eingeladen wird, mit ihm „auf den Berg" zu gehen, wo dieser ihr die Unschuld nimmt. Voller Angst vor ihren Eltern bittet sie ihn, sie mitzunehmen auf sein Schloss, doch er willigt nicht ein. Das Schäfersmädchen bekommt schließlich ein Kind und beklagt sein Los, nicht wie die anderen Mädchen tanzen gehen zu können und nicht zu wissen, wo sich der Vater des Kindes aufhält.
„Ein Schäfersmädchen weidet" verbreitete sich um die Mitte des 19. Jahrhunderts in ganz Deutschland und erreichte kurz darauf das angrenzende Elsaß-Lothringen, die Schweiz, Tschechien und den Osten Österreichs wo es auch im Jahre 1982 von Sepp Gmasz in Piringsdorf aufgezeichnet wurde. Gesungen wurde es von den Gewährspersonen Sängern Anton Stifter, Albert Stampf und Michael Fraller, denen das Lied mündlich überliefert wurde.
Um die Monotonie bestimmter landwirtschaftlicher Tätigkeiten wie Federnschleißen oder Kukuruzschälen zu mindern, wurde gesungen und erzählt. Die gesungene Ballade ist eine der beliebtesten Formen der volkstümlichen Erzählung. Die Stücke finden ob ihrer gut singbaren Melodien rasche und weite Verbreitung. Sie reichen nicht selten bis ins Mittelalter zurück, meist schildern sie historische Ereignisse oder zwischenmenschliche Konflikte. Mit ihren ewig aktuellen Themen von Freude und Leid, Liebe und Tod, Freundschaft und Verrat gibt sie auch heute noch Anregungen zu Interpretationen.
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„Da Bonapartl" ist eines von wohl vielen im 19. Jahrhundert entstandenen Liedern auf Napoleon Bonaparte (1769-1821). Als historische Ereignis- und Spottlieder von entsprechend kurzlebiger Aktualität überdauerten sie vermutlich lediglich durch den zeitgeistig motivierten Trend zur Volksliedsammlung und zum gedruckten Liederbuch. So findet sich der Text zum "Bonapartl" in Varianten etwa in Anton Schlossars "Deutsche Volkslieder aus Steiermark" von 1881 und in handschriftlichen Konvoluten aus der Zeit zwischen 1860 und 1920 in den Volksliedarchiven der Bundesländer. Wie andere überlieferte Spottlieder auf Napoleon beginnt auch dieses Lied mit dem gescheiterten Rußlandfeldzug und endet mit der Verbannung Napoleons auf St. Helena.
Anlässlich eines im Schuljahr 2008/2009 durchgeführten „Mit allen Sinnen“ Schulprojektes lernten die SchülerInnen der Tourismusschulen Salzburg Klessheim die Ballade kennen und präsentierten an einem Abend dieses und weitere Lieder und Tänze aus napoleonischer Zeit.
Michael Vereno ist hier mit dem überlieferten Text auf seiner Drehleier zu hören. Die Melodie dazu komponierte Sepp Gmasz in den 1970er. Der hier ersichtliche Rückgriff auf den alten Text im Zuge einer Vertonung nach "Bänkelsängerart" unter historisierender Verwendung von Borduninstrumenten trägt die Handschrift des Folk Revival der 1970er Jahre - der damals etablierte Gesangs- und Spielstil hat sich als musikalische Nische für Liebhaber bis heute erhalten.
Das Stück Bonapartl ist neben weiteren musikalischen Dokumenten aus der napoleonischen Epoche auf der CD „Wir zogen gegen Napoleon“ zu finden, die 2009 anlässlich des 200jährigen Gedenkjahres der Schlachten von Aspern und Wagram in Niederösterreich herausgegeben wurde.
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Das hier zu hörende Lied „Kirtograffa“ komponierten SchülerInnen der Musikhauptschule Ottenschlag 2002 im Rahmen eines „Mit allen Sinnen“ Kompositions-Workshops gemeinsam mit der Waldviertler Musikgruppe „Stoahoat & Bazwoach“. Ziel dabei war es, geeignete und für SchülerInnen ansprechende Volksmusikstücke aufzubereiten oder neu zu komponieren. Das Lied ist auf der CD und im gleichnamigen Heft „Volxmusik macht Schule“ zu finden. Die Melodie stammt von 7 SchülerInnen der 3a, der Text von Rudi Hofbauer. Die Komposition jüngeren Ursprungs beschreibt auf humorvolle Weise wie ein Kirchtag früher abgelaufen sein mag und die Raufereien die sich vielleicht heute noch so zutragen.
Der Ursprung eines Kirtags geht auf das jeweilige Kirchweihfest zurück, das sich oft bis in früheste Jahrhunderte zurückverfolgen lässt. Dieser Tag gilt als Festtag der Kircheneinweihung bzw. des Kirchenpatrons. Der zur Erinnerung abgehaltene religiöse Kirtag steht meist in unmittelbaren Zusammenhang mit einem weltlichen Kirtag / (Jahr-)Markt. Das Programm erstreckt sich vielfach auf mehrere Tage und reicht dabei von Märkten, Umzügen, Musik, Tanz, Brauchspielen oder dem Aufstellen eines Kirtagsbaums bis hin zum Bierzelt.
Hier singen und musizieren die SchülerInnen der 3a mit den Musikern von „stoahoat & bazwoach“. Reinhard Horth (Kontrabass), Stefan Horth (Schlagwerk), Michael Koch (Gitarre), Thomas Mayerhofer (Querflöte, Kontrabass, Tenorhorn, E-Bass), Johannes Teuschl (Querflöte, Steirische Harmonika, Thinwhistle, Tuba) und Florian Weiß (Geige, Kontrabass, Posaune, E-Gitarre) in der damaligen Besetzung.
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Das Lied "Zu Steinbach im friedlichem Orte" zählt zu den Moritaten - einer Liedform, deren Bezeichnung sich von „Mordtat" ableitet und zu einer Sonderform des Bänkelgesangs gehört. Solche Lieder, deren Inhalt Diebstähle, Morde und andere grausame Taten zum Gegenstand haben, wurden vielfach auf Jährmärkten und ähnlichen Veranstaltungen zur Unterhaltung vorgetragen. Üblicherweise stand der Vortragende auf einem hölzernen „Bänkel", aus dem sich die Bezeichnung Bänkelsänger ableitete. Dieser veranschaulichte gekonnt seine Erzählung mit einer Bildtafel. Dem Vorsänger war es auch gestattet, Flugblätter für diesen Zweck anzufertigen und zu verkaufen, die „ausführlich" die Mordtat beschrieben, alle Strophen und Illustrationen sowie Tugendlehren beinhalteten. Besonders in Städten waren die Flugblätter sehr beliebt und verbreiteten sich schnell. Nicht verwunderlich ist die Beliebtheit, da ein Grossteil der Bevölkerung nicht lesen und schreiben konnte und dieses Medium Nachrichtenübermittlung, Belehrung und Sensationslust in einem bündelte. Begleitet wurde der Sänger meist von einer Drehleier, einem Leierkasten oder ähnlichen Instrumenten.
In diesem Moritat mit dem Anfang „Zu Steinbach im friedlichen Orte, ergab sich ein schrecklich's Geschick!" wird in zwölf Strophen über den grausamen Mord an dem etwa 14 jährigen Sohn des Messerverlegers (heute gleichzusetzen etwa mit dem Eisenwarenhändler) Joseph Hönig zu Steinbach (bei Steyr) berichtet. Der Mord geschah am 03.03.1819 durch seinen Sprachmeister, Ribeth, der sich daraufhin selbst die Adern aufschnitt. Die Nachricht des verübten Mordes wurde wahrscheinlich kurz darauf mittels dieses Flugblattes verbreitet.
Das Lied wurde ohne Melodie aufgezeichnet, es entspricht in Takt und Versmaß jedoch dem bekannten Kinderlied „Ich geh mit meiner Laterne". Angepasst an den Inhalt der Mordtat ist dieses Lied in traurig wirkendem Moll gehalten, während „Ich geh mit meiner Laterne" in der fröhlicher wirkenden Durtonart gesungen wird.
Erste Text- und Melodiezeilen zu „Ich geh mit meiner Laterne" lassen sich bereits in der Wiener Singspielnummer „Die falsche Prima-Donna in Krähwinkel" (Text: Adolf Bäuerle, Musik: Ignaz Schuster) des frühen 19. Jahrhunderts nachweisen. Verbindungen gibt es auch zu seit Mitte des 19. Jahrhunderts aufgezeichneten Liedern, die beim norddeutschen Kinderbrauch des spätsommerlichen Laternengehens gesungen wurden. Mit dem Aufkommen der Martinumzüge durch Kindergärten und Schulen Mitte des 20. Jahrhunderts entstand dann die dazu passende, heute im ganzen deutschen Sprachraum bekannte, Fassung.
Noten "zu Steinbach dem friedlichen Orte"
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„O du lieber Augustin" ist ein altes, im ganzen deutschen Sprachraum bekanntes, Tanzlied, dessen Melodie bereits 1670 am Kölner Karneval gesungen worden sein soll.
Das Lied handelt von Augustin Marx oder Marx Augustin (1643 - 1705), einem Wiener Dudelsackpfeifer und Bänkelsänger, der nach einer durchzechten Nacht in die Pestgrube fiel und dort bis zum Morgen schlief. Wundersamerweise überlebte er diese Nacht dank des genossenen Alkohols und zog umher, um davon zu berichten und die Leute damit zu unterhalten. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass es sich um eine Legende handelt, denn das Lied tauchte in Wien erst um 1800 auf und erfuhr unzählige Bearbeitungen als Tanzmusik, Opernparodie, für Klavier und für das Theater. Doch nicht nur in Wien sondern in ganz Europa wurde das Augustinlied zeitgleich musikalisch verarbeitet, daher könnte es von Sachsen nach Wien gekommen sein, wo es dann dem wienerischen Sprachgebrauch angepasst wurde. Die Pestlegende und das Lied bestanden lange Zeit nebeneinander, ohne in Zusammenhang gesetzt zu werden.
Erst der Wiener Sagensammler Moritz Bermann verband die beiden Teile 1865 und fortan wurde das Lied dem Lieben Augustin zugeschrieben, der in der Pestgrube landete. Die Beliebtheit des Augustinlieds ist dadurch dokumentiert, dass es unter anderem in Film, Operette, Kabarett, Kammermusik, Komödie, Theater und Singspiel vorkommt bzw. dass der Augustin als Namensgeber und Schutzpatron für Zeitschriften und Zeitungen dient - bis in die heutige Zeit hinein.
Seit dem Ersten Weltkrieg wird dieses Lied im Salzkammergut als Abschluss einer Veranstaltung im Zusammenhang mit den „Drei Schleunigen" gesungen. Das heißt, nach dem dritten Durchspiel des Schleunigen wird die Augustinweise in gedehnter Version als Kehraus eingebaut.
In Kindergärten und Schulen stellt die Handlung des Liedes heute noch eine beliebte Erzählung dar und das Lied wird gerne gesungen. Hier handelt es sich um eine Aufnahme der Kinder der Musik- und Singschule der Stadt Wien, welche 2008 anlässlich des 70. Jubiläums der Schule mit rund 1000 Mitwirkenden im Großen Saal des Wiener Konzerthauses ein aufwendiges Programm zum Besten gaben.







