

Das Kinderlied zeichnet sich durch bestimmte Inhalte, Motive und musikalische Strukturen aus, die durch die Kombination von Lied, Reim und Spiel geprägt sind. Dazu gehören im Speziellen Kose-, Neck- und Kitzelverse sowie Kniereiter- und Aufzählreime.
Symbolen wird eine zentrale Stellung eingeräumt, die besonders im Wiegenlied durch Figuren, Bilder und märchenhafte Elemente gezeichnet sind. Seit der Aufklärung gibt es Kinderlieder, die belehrenden Charakters sind.
Weitere musikalische Ausdrucksformen der Kinder sind häufig bei Bräuchen, wie dem Dreikönigssingen, zu finden.

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Wenn einer aus einer gemütlichen Runde zechfreudiger Gäste sich zum Heimgehen anschickt, wird gerne dieses Lied angestimmt, um diesen davon abzuhalten. Oft werden auch Stegreifstrophen angehängt. Der Vorname wird dann entsprechend abgeändert. Daher finden wir in der Überlieferung sowohl den Namen Franz als auch Hans. „Franz bleib da" wurde in Frauenhofen (Tulln) erst 1992 in der Sammlung Leopold Bergolth in „Lieder aus dem Tullnerfeld" veröffentlicht. Von „Hans bleib da" gibt es schon frühere Aufzeichnungen. Diese Version ist im ganzen Alpenraum verbreitet. Seit 2005 gibt es ein eigenes Liederbuch für Kinder und Jugendliche unter diesem Titel, welches vom Oberösterreichischen Volksliedwerk herausgegeben wurde. Dieses Trinklied findet nun aufgrund seiner einfachen Melodie als Klatschspiel Eingang in die musikalische Pädagogik.
Die hier musizierende Gruppe Terz Sterz ist vor einigen Jahren aus einem gemeinsamen Auftritt heraus entstanden. Sie spielt eigenwillig interpretierte Volkmusik aus Österreich und dem Umland. Terz Sterz sieht sich selbst als Gebrauchsmusik und spielt am liebsten zum Tanz bzw. als Straßenmusik auf. Sie lieben dieses Lied, da es sich speziell zum spontanen Musizieren eignet. Auf You Tube ist zu sehen, dass das Lied leicht noch andere Interpretationen zulässt.
Noten "Hans bleib da"
Noten "Franz bleib da"
Video auf you Tube: "Hans bleib da" interpretiert auf einer bayrischen Musikveranstaltung
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„O du lieber Augustin" ist ein altes, im ganzen deutschen Sprachraum bekanntes, Tanzlied, dessen Melodie bereits 1670 am Kölner Karneval gesungen worden sein soll.
Das Lied handelt von Augustin Marx oder Marx Augustin (1643 - 1705), einem Wiener Dudelsackpfeifer und Bänkelsänger, der nach einer durchzechten Nacht in die Pestgrube fiel und dort bis zum Morgen schlief. Wundersamerweise überlebte er diese Nacht dank des genossenen Alkohols und zog umher, um davon zu berichten und die Leute damit zu unterhalten. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass es sich um eine Legende handelt, denn das Lied tauchte in Wien erst um 1800 auf und erfuhr unzählige Bearbeitungen als Tanzmusik, Opernparodie, für Klavier und für das Theater. Doch nicht nur in Wien sondern in ganz Europa wurde das Augustinlied zeitgleich musikalisch verarbeitet, daher könnte es von Sachsen nach Wien gekommen sein, wo es dann dem wienerischen Sprachgebrauch angepasst wurde. Die Pestlegende und das Lied bestanden lange Zeit nebeneinander, ohne in Zusammenhang gesetzt zu werden.
Erst der Wiener Sagensammler Moritz Bermann verband die beiden Teile 1865 und fortan wurde das Lied dem Lieben Augustin zugeschrieben, der in der Pestgrube landete. Die Beliebtheit des Augustinlieds ist dadurch dokumentiert, dass es unter anderem in Film, Operette, Kabarett, Kammermusik, Komödie, Theater und Singspiel vorkommt bzw. dass der Augustin als Namensgeber und Schutzpatron für Zeitschriften und Zeitungen dient - bis in die heutige Zeit hinein.
Seit dem Ersten Weltkrieg wird dieses Lied im Salzkammergut als Abschluss einer Veranstaltung im Zusammenhang mit den „Drei Schleunigen" gesungen. Das heißt, nach dem dritten Durchspiel des Schleunigen wird die Augustinweise in gedehnter Version als Kehraus eingebaut.
In Kindergärten und Schulen stellt die Handlung des Liedes heute noch eine beliebte Erzählung dar und das Lied wird gerne gesungen. Hier handelt es sich um eine Aufnahme der Kinder der Musik- und Singschule der Stadt Wien, welche 2008 anlässlich des 70. Jubiläums der Schule mit rund 1000 Mitwirkenden im Großen Saal des Wiener Konzerthauses ein aufwendiges Programm zum Besten gaben.
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Dieses Lied zählt zu den Moritaten - einer Liedform, deren Bezeichnung sich von „Mordtat" ableitet und zu einer Sonderform des Bänkelgesangs gehört. Solche Lieder, deren Inhalt Diebstähle, Morde und andere grausame Taten zum Gegenstand haben, wurden vielfach auf Jährmärkten und ähnlichen Veranstaltungen zur Unterhaltung vorgetragen. Üblicherweise stand der Vortragende auf einem hölzernen „Bänkel", aus dem sich die Bezeichnung Bänkelsänger ableitete. Dieser veranschaulichte gekonnt seine Erzählung mit einer Bildtafel. Dem Vorsänger war es auch gestattet, Flugblätter für diesen Zweck anzufertigen und zu verkaufen, die „ausführlich" die Mordtat beschrieben, alle Strophen und Illustrationen sowie Tugendlehren beinhalteten. Besonders in Städten waren die Flugblätter sehr beliebt und verbreiteten sich schnell. Nicht verwunderlich ist die Beliebtheit, da ein Grossteil der Bevölkerung nicht lesen und schreiben konnte und dieses Medium Nachrichtenübermittlung, Belehrung und Sensationslust in einem bündelte. Begleitet wurde der Sänger meist von einer Drehleier, einem Leierkasten oder ähnlichen Instrumenten.
In diesem Moritat mit dem Anfang „Zu Steinbach im friedlichen Orte, ergab sich ein schrecklich's Geschick!" wird in zwölf Strophen über den grausamen Mord an dem etwa 14 jährigen Sohn des Messerverlegers (heute gleichzusetzen etwa mit dem Eisenwarenhändler) Joseph Hönig zu Steinbach (bei Steyr) berichtet. Der Mord geschah am 03.03.1819 durch seinen Sprachmeister, Ribeth, der sich daraufhin selbst die Adern aufschnitt. Die Nachricht des verübten Mordes wurde wahrscheinlich kurz darauf mittels dieses Flugblattes verbreitet.
Das Lied wurde ohne Melodie aufgezeichnet, es entspricht in Takt und Versmaß jedoch dem bekannten Kinderlied „Ich geh mit meiner Laterne". Angepasst an den Inhalt der Mordtat ist dieses Lied in traurig wirkendem Moll gehalten, während „Ich geh mit meiner Laterne" in der fröhlicher wirkenden Durtonart gesungen wird.
Erste Text- und Melodiezeilen zu „Ich geh mit meiner Laterne" lassen sich bereits in der Wiener Singspielnummer „Die falsche Prima-Donna in Krähwinkel" (Text: Adolf Bäuerle, Musik: Ignaz Schuster) des frühen 19. Jahrhunderts nachweisen. Verbindungen gibt es auch zu seit Mitte des 19. Jahrhunderts aufgezeichneten Liedern, die beim norddeutschen Kinderbrauch des spätsommerlichen Laternengehens gesungen wurden. Mit dem Aufkommen der Martinumzüge durch Kindergärten und Schulen Mitte des 20. Jahrhunderts entstand dann die dazu passende, heute im ganzen deutschen Sprachraum bekannte, Fassung.
Noten "zu Steinbach dem friedlichen Orte"
Noten zu "Ich geh mit meiner Laterne"
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Der Ursprung dieses Tanzliedes dürfte im Montafon liegen. Die Melodie und der Text einer Strophe sind bereits in der Handschrift von Josef Martin Strolz um 1812 bis 1818 erfasst. Der Tanz zum Lied wird in der Volksüberlieferung als „En offi, en ahi" („Einen Gang hinauf, einen Gang zurück") bezeichnet.
Beim „Kaiserfest" 1908, dem sechzigjährigen Thronjubiläum von Kaiser Franz Joseph, wurde der Tanz in Wien öffentlich vorgeführt. Die Tanzabfolge wurde erstmals von August Schmitt in den 1920er Jahren schriftlich aufgezeichnet. Der Tanzforscher hatte den Tanz in der Gemeindekanzlei in Schruns erlernt, er soll besonders bei Hochzeiten als Eröffnungs- und Schlusstanz verwendet worden sein. Schmitt fand Varianten in Schruns, St. Gallenkirch, Gaschurn, Bartholomäberg, Rankweil, Schlins und Bezau. Publiziert wurde die Tanzbeschreibung erstmals von Raimund Zoder 1928 in „Altösterreichische Volkstänze".
Der Tanz, auch „Ahetanz" genannt, wird von je einem Tänzer und zwei Tänzerinnen ausgeführt. Diese Tanzform reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück und geht wahrscheinlich auf den Altdeutschen, einen geschrittenen Tanz zurück. Die Besonderheit dieses Tanzes liegt darin, dass die Tänzerinnen und Tänzer der Musik hingewandt sind und mit ihr eine Einheit bilden. Diese Verbindung wird besonders deutlich durch die gegenseitige Begrüßung und das Mitsingen der Tänzer der ersten Strophe. Erst im zweiten Teil wenden sich die Tanzenden dem Publikum zu.
Während Texter und Komponist der ersten Strophe unbekannt sind, wurde die zweite Strophe durch Arthur Wolf mitgeteilt, während die Strophen drei bis sieben von Otto Borger (1904 - 1994) stammen. Im Rahmen des Schulprojektes „Mit allen Sinnen" ist das Lied von der Volksschule Bludesch für die CD „Und wenn üser Ländle a Käsknöpfle wär" 1999 aufgenommen und im Liederbuch „Gibele, Gäbele veröffentlicht worden. Beide Publikationen haben zum Ziel, speziell Kindern zeitgemäß Vorarlberger Lieder und Tänze für den heutigen Gebrauch anzubieten.
Noten und Tanzbeschreibung Zoder
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Der Vorsitzende des "Arbeitsausschusses für das Volkslied in Salzburg", Dr. Curt Rotter (1881-1945), war zeitlebens darum bemüht, die Volksliedsammlung in Salzburg in wissenschaftliche Bahnen zu lenken. Bereits 1919 veröffentlichte er einen entsprechenden Leitfaden für die adäquate Sammlung, Aufzeichnung und Dokumentation von Volksliedern. Mit der Herausgabe so genannter Gebrauchsliederbücher versuchte er jedoch auch der Pflege der Lieder gerecht zu werden. Hervorzuheben sind hier neben den "Salzburger Liedblättern" die Publikationen im Rahmen der von Rotter, Hans Enders und Gustav Moißl herausgegebenen Reihe "Das Österreichische Liederbuch". Einen grundlegenden, auch heute noch verbreiteten Bestand an Volksliedern enthält das "Beiheft 3a" dieser Reihe, mit dem Titel "Sing' mar oans". Im Unterschied zu Rotters wissenschaftlich geprägten Sammlungen finden sich dort lediglich marginale Anmerkungen zu den Liedquellen.
So erfahren wir vom hier vorgestellten Lied "I bin a Bauernbua" lediglich, dass es "aus dem Pinzgau" stammt. Der Grund für die geringen Informationen zur Herkunft könnte darin liegen, dass hier nicht wie bei den meisten anderen Liedern der Publikation keine Handschrift im Nachlass des ehemaligen "Arbeitsausschusses für das Volkslied in Salzburg" vorliegt. Anzunehmen ist, dass sich die handschriftliche Aufzeichnung unter jenen Beständen befand, die in den letzten Kriegsjahren des Zweiten Weltkrieges in Mozarts Wohnhaus am Salzburger Makartplatz eingelagert waren und durch Bombenangriffe zerstört wurden.
Dennoch ist das Lied heute in ganz Österreich weit verbreitet und wird gerne mit Schul- und Kindergartenkindern gesungen.
Hier singen Saalfeldner Schulkinder unter der Leitung von Roswitha Wieser von den Aufgaben des „Bauernbua" und der „Bauerndirn". Erschienen ist das Lied auf der 2008 vom Salzburger Volksliedwerk produzierten CD „Wohl auf der Alm".
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Dieses Stück ist auch bekannt als Gickerl-Polka oder Gickerl-Tanz. Der hier zu findenden Tanzbeschreibung liegen Aufzeichnungen aus Hauzenberg in Niederbayern von Erna Schützenberger aus dem Jahr 1930 zugrunde. Publiziert wurde dieser Tanz erstmals 1985 in Hermann Derschmidts „Tänze aus Oberösterreich“ mit Melodie und drei verschiedenen Tanzvariationen mit der Bemerkung, dass der Kikeriki im „Dreiländereck“ in mehreren Varianten belegt sei. Zu diesem hier weit verbreiteten Tanz wurden vielfach eigene, oft sehr erotische Texte gesungen. So existieren je nach Region und persönlichem Geschmack viele textliche, aber auch tänzerische Varianten. Über die Entstehung der Melodie ist, wie so oft bei mündlich überlieferten Stücken, nichts bekannt. Eva Bruckner und Ernst Schusser vom Volksmusikarchiv des Bezirkes Oberbayern schrieben zur Melodie einen kindergerechten Text, der 1992 erstmals publiziert wurde.
Bei Kindern erfreut sich das Lied großer Beliebtheit und ist hier von Schulklassen der Grundschule Mühlwald aus dem Südtiroler Pustertal zu hören, die sich im Rahmen des Schulprojektes „Mit allen Sinnen - Singmo mitnondo 2009" bei einem Ländersingen mit weiteren Südtiroler und Osttiroler Schulklassen in Toblach (Pustertal/Südtirol) getroffen haben. Dazu wurde eine gleichnamige Publikation herausgegeben, die das Lied beinhaltet. Der hier abgebildete Gockel ist auf der Titelseite des Tanzheftes Kikeriki aus dem Oberösterreichischen Volksliedwerk zu finden, das zu diesem Tanz und zu weiteren Volkstänzen viele lustige Anregungen zur spielerisch-tänzerischen Umsetzung für Kinder enthält.
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In verschiedenen Text- und Melodievariationen überliefert, wird das Lied „Mei, hab i’s net a schens Schuacherl ån“ bis heute gerne gesungen. Die erhaltenen Quellen reichen bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück und verteilen sich räumlich von Tirol und Südtirol, dem Bregenzerwald und Salzkammergut bis hin zum Lavanttal in Kärnten.
Das Lied zählt zu den Schwellliedern, die von Strophe zu Strophe „anschwellen“, da immer neuer Text hinzugefügt wird. Diese damit verbundene Beliebtheit bei Kindern gemeinsam mit dem pädagogischen Lernziel der Memorisierung macht es ideal für den Gebrauch im Unterricht. Das Steirische Volksliedwerk bietet passend zum Lied Schnupperprojekte für Schulen zum Thema „Gwånd und Schuah“ an. Dabei wird sich dem Thema inhaltlich sowie musikalisch angenähert.
Das Lied ist auf der CD und im gleichnamigen Liederbuch „Kindertänze trallala“ zu finden, 2006 herausgegeben vom Steirischen Volksliedwerk. Es singen und spielen Vinzenz Härtel, Sigrun Mogel, Uta Mogel und Gerhild Mogel, mit Unterstützung ihrer Eltern und Geschwister.
Das hier abgebildete Aquarell zeigt Bauersleute aus Passail bei Graz und wurde 1813 von Karl Ruß auf seiner Wanderung in dieser Gegend angefertigt. Es befindet sich im mehrbändigen, von Konrad Mautner und Viktor Geramb publizierten Werk „Steirisches Trachtenbuch“ im 2. Band, dritte Lieferung „Ost- und Untersteier“ aus dem Jahr 1936 (Graz).
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Das Scherzlied „Insa Bruida Veidl“ ist heute in verschiedenen Überlieferungen erhalten, die sich musikalisch, aber auch inhaltlich voneinander unterscheiden. So hinterlässt die aus Ödenburg / Burgenland überlieferte Version des Liedes mit ihrem Kehrvers „Reit, Veidl, reit, da Türk is niama weit!“ einen Hinweis auf die historischen Umstände, in denen das Lied entstanden sein könnte: die Türkenbelagerung 1529 bzw. 1683. Thomas Hochradner vermutet in diesem Zusammenhang sogar, dass sich das Soldatenlied „Der Soldat im Türkenkriege“ vielleicht in „Insa Bruada Veidl“ erhalten habe. Liedmodifikationen dieser Art sind durchaus üblich; verblasst der historische Bezug zu einem Ereignis, wird das Sujet diversen Verwandlungen unterzogen, bis ein vielleicht gänzlich neues Lied entstanden ist und der ursprüngliche Themenkreis kaum oder gar nicht mehr festzumachen ist. Oder, es verschwindet gänzlich aus dem Repertoire.
Als Beispiel einer weiterführenden Sujetwandlung des Liedes „Insa Bruida Veidl“ dient die Salzburger Version, betitelt mit „Unser Bua, der Hansl“, die sich melodisch und auch textlich zwar von der burgenländischen unterscheidet, jedoch auf eine enge Verwandtschaft hindeutet. In Salzburg ist „der Veidl“ nun „der Hansl“ geworden, der so gern ein Reiter werden möchte. In beiden Fällen steht die Mutter zur Seite, die ihrem Sohn mit Hilfe eines Besenstiels ein Pferd bastelt. Bei den weiteren Utensilien, die der angehende Reiter benötigt und den darauf folgenden Lösungsansätzen seitens der Mutter kommen Unterschiede auf. In der Salzburger Variante ist der Bezug zu den historischen Ereignissen völlig verschwunden.
Die Noten und Tonaufnahme sind dem didaktischen Lehrbuch „Kinderlieder aus dem Burgenland“ entnommen, das im Rahmen eines „Mit allen Sinnen“ Projektes der VS Rattersdorf-Liebing 2011 vom Burgenländischen Volksliedwerk herausgegeben wurde. Die zweite Variante stammt aus den „Salzburger Liederblättern“, die vom Salzburger Volksliedwerk herausgegeben wurden. Auf der begleitenden CD „Bigga, Bogga, Besenstiel“ ist „Unser Bua, der Hansl“ gesungen und instrumental begleitet von SchülerInnen der Volksschulen Hüttschlag zu hören.
Literatur: Bezug „Unser Bruida Veidl“ zu historischen Türkenkriegen
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Dieses kirchliche Wiegenlied zählt zu den Liedern zum „Kindlwiegen“. Der Brauch des „Kindlwiegens“ ist seit dem 15. Jahrhundert nachweisbar. Vorwiegend in Frauenklöstern wurde die Figur des Krippenkindes bei der Andacht in der Kirche symbolisch in den Schlaf gewogen. Das Wiegen bedeutete für viele Nonnen wohl auch eine Ersatzhandlung für die gelobte Kinderlosigkeit. Begleitet wurde dieses mit Gesang. Der Brauch ist zunehmend in Vergessenheit geraten, während die Lieder heute noch gerne gesungen werden.
Das Lied "Schlaf Jesulein schlaf" wurde, mit leichten Abweichungen, schon vielfach aufgezeichnet und veröffentlicht. Diese schriftliche Aufzeichnung stammt aus dem Jahre 1937 von Karl M. Klier aus Apetlon im Burgenland. 2005 erschien sie im Burgenländischen Weihnachtsliederbuch „O Wunder“ von Sepp Gmasz. Für die Gestaltung des Buches konnte er Sandro Pezetta und Vera Striegl zwei Mitglieder der Förderwerkstätte von „Rettet das Kind Burgenland" gewinnen.
Das Tonbeispiel stammt von 2007. Es singen die beiden LeiterInnen des Burgenländischen Volksliedwerks Karin Ritter und Sepp Gmasz.
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Das Kinderlied „Wulle Wulle Gänschen“, auch bekannt unter dem Titel „Frau Schnatterin“ ist ein Kreis- und Bewegungsspiel, das vor allem von kleinen Kindern im Kindergartenalter gerne gespielt wird.
Im Rahmen eines 2009/10 durchgeführten „Mit allen Sinnen“ Projektes mit dem Titel „Rund um die Welt – Tanzen mit den Jüngsten“ lernten die Kinder im multikulturellen Kindergarten Krausstraße in Linz dieses Stück kennen. Etwaige gegenseitige Berührungsängste oder Hemmungen sollten mit Hilfe von Musik, Bewegung und Tanz abgelegt werden. Eine Begegnung und Verständigung basierte vor allem auf nonverbaler Kommunikation bzw. wie der Zusatztitel anmerkt „Verständigung durch Bewegung, wo es sprachlich nicht möglich ist“.
Die Auseinandersetzung mit bzw. das aktive Tanzen von verschiedenen Tänzen aus aller Welt leistet – vor allem durch ihre Einbindung in den schulischen Bereich, aber auch in Kindergärten, etwa durch diverse Workshops und Projekte, und unter Berücksichtigung aller hiesigen ethnischen Gruppen – einen großen Beitrag zur Integration. Vor allem Kinder mit Migrationshintergrund zweiter, dritter Generation haben oft weder kulturelle Anbindung zum Mutterland noch zu ihrer gegenwärtigen Heimat. Sie fühlen sich an beiden Orten fremd und werden auch als solches wahrgenommen. Nicht selten leiden diese Kinder an ihrer unterentwickelten kulturellen Identität, derer es aber bedürfe, um erst erfolgreiche Integration – ohne traumatische Identitätsverluste – zu erreichen. Hinsichtlich dieser Problematik bergen „Mit allen Sinnen“ Projekte wie „Rund um die Welt. Tanzen mit den Jüngsten“ großes Potential in sich: oftmals stellen sie die erste Möglichkeit für die Kinder dar in engeren Kontakt mit der Kultur des Elternlandes sowie der des Heimatlandes zu treten und in ihrem Rahmen Aufmerksamkeit und Wertschätzung der eigenen bzw. fremden Kultur gegenüber zu schenken sowie von Anderen geschenkt zu bekommen.
Das Tanzlied „Wulle Wulle Gänschen“ eignet sich besonders gut dafür: Bereits textlich wird den Kindern vermittelt, dass die „Frau Schnatterin“ alle ihre Kindergänse gern hat, ungeachtet ihres Aussehens – „… ihr seit meine Kinder … und du meine graue, und du meine blaue, und du mit dem Wuschelkopf, und du mit dem langen Zopf, und du schwarzer Peter…“. Zudem wird die aktive Inklusion aller Kinder durch das abwechselnde Rollenspiel der „Frau Schnatterin“ gefördert.
Das Tonbeispiel wurde der 1991 erschienenen Musikkassette „Kinderparty - Kinderlieder“ der Bella Musica Edition entnommen. Es ist ein Kinderchor mit instrumentaler Begleitung zu hören. Die Illustration stammt aus dem Liederbuch „Die schönsten Lieder Österreichs“ von Hartmann Goertz und Gerlinde Haid aus dem Jahr 1979.
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Das Lied "Zu Steinbach im friedlichem Orte" zählt zu den Moritaten - einer Liedform, deren Bezeichnung sich von „Mordtat" ableitet und zu einer Sonderform des Bänkelgesangs gehört. Solche Lieder, deren Inhalt Diebstähle, Morde und andere grausame Taten zum Gegenstand haben, wurden vielfach auf Jährmärkten und ähnlichen Veranstaltungen zur Unterhaltung vorgetragen. Üblicherweise stand der Vortragende auf einem hölzernen „Bänkel", aus dem sich die Bezeichnung Bänkelsänger ableitete. Dieser veranschaulichte gekonnt seine Erzählung mit einer Bildtafel. Dem Vorsänger war es auch gestattet, Flugblätter für diesen Zweck anzufertigen und zu verkaufen, die „ausführlich" die Mordtat beschrieben, alle Strophen und Illustrationen sowie Tugendlehren beinhalteten. Besonders in Städten waren die Flugblätter sehr beliebt und verbreiteten sich schnell. Nicht verwunderlich ist die Beliebtheit, da ein Grossteil der Bevölkerung nicht lesen und schreiben konnte und dieses Medium Nachrichtenübermittlung, Belehrung und Sensationslust in einem bündelte. Begleitet wurde der Sänger meist von einer Drehleier, einem Leierkasten oder ähnlichen Instrumenten.
In diesem Moritat mit dem Anfang „Zu Steinbach im friedlichen Orte, ergab sich ein schrecklich's Geschick!" wird in zwölf Strophen über den grausamen Mord an dem etwa 14 jährigen Sohn des Messerverlegers (heute gleichzusetzen etwa mit dem Eisenwarenhändler) Joseph Hönig zu Steinbach (bei Steyr) berichtet. Der Mord geschah am 03.03.1819 durch seinen Sprachmeister, Ribeth, der sich daraufhin selbst die Adern aufschnitt. Die Nachricht des verübten Mordes wurde wahrscheinlich kurz darauf mittels dieses Flugblattes verbreitet.
Das Lied wurde ohne Melodie aufgezeichnet, es entspricht in Takt und Versmaß jedoch dem bekannten Kinderlied „Ich geh mit meiner Laterne". Angepasst an den Inhalt der Mordtat ist dieses Lied in traurig wirkendem Moll gehalten, während „Ich geh mit meiner Laterne" in der fröhlicher wirkenden Durtonart gesungen wird.
Erste Text- und Melodiezeilen zu „Ich geh mit meiner Laterne" lassen sich bereits in der Wiener Singspielnummer „Die falsche Prima-Donna in Krähwinkel" (Text: Adolf Bäuerle, Musik: Ignaz Schuster) des frühen 19. Jahrhunderts nachweisen. Verbindungen gibt es auch zu seit Mitte des 19. Jahrhunderts aufgezeichneten Liedern, die beim norddeutschen Kinderbrauch des spätsommerlichen Laternengehens gesungen wurden. Mit dem Aufkommen der Martinumzüge durch Kindergärten und Schulen Mitte des 20. Jahrhunderts entstand dann die dazu passende, heute im ganzen deutschen Sprachraum bekannte, Fassung.
Noten "zu Steinbach dem friedlichen Orte"
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„O du lieber Augustin" ist ein altes, im ganzen deutschen Sprachraum bekanntes, Tanzlied, dessen Melodie bereits 1670 am Kölner Karneval gesungen worden sein soll.
Das Lied handelt von Augustin Marx oder Marx Augustin (1643 - 1705), einem Wiener Dudelsackpfeifer und Bänkelsänger, der nach einer durchzechten Nacht in die Pestgrube fiel und dort bis zum Morgen schlief. Wundersamerweise überlebte er diese Nacht dank des genossenen Alkohols und zog umher, um davon zu berichten und die Leute damit zu unterhalten. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass es sich um eine Legende handelt, denn das Lied tauchte in Wien erst um 1800 auf und erfuhr unzählige Bearbeitungen als Tanzmusik, Opernparodie, für Klavier und für das Theater. Doch nicht nur in Wien sondern in ganz Europa wurde das Augustinlied zeitgleich musikalisch verarbeitet, daher könnte es von Sachsen nach Wien gekommen sein, wo es dann dem wienerischen Sprachgebrauch angepasst wurde. Die Pestlegende und das Lied bestanden lange Zeit nebeneinander, ohne in Zusammenhang gesetzt zu werden.
Erst der Wiener Sagensammler Moritz Bermann verband die beiden Teile 1865 und fortan wurde das Lied dem Lieben Augustin zugeschrieben, der in der Pestgrube landete. Die Beliebtheit des Augustinlieds ist dadurch dokumentiert, dass es unter anderem in Film, Operette, Kabarett, Kammermusik, Komödie, Theater und Singspiel vorkommt bzw. dass der Augustin als Namensgeber und Schutzpatron für Zeitschriften und Zeitungen dient - bis in die heutige Zeit hinein.
Seit dem Ersten Weltkrieg wird dieses Lied im Salzkammergut als Abschluss einer Veranstaltung im Zusammenhang mit den „Drei Schleunigen" gesungen. Das heißt, nach dem dritten Durchspiel des Schleunigen wird die Augustinweise in gedehnter Version als Kehraus eingebaut.
In Kindergärten und Schulen stellt die Handlung des Liedes heute noch eine beliebte Erzählung dar und das Lied wird gerne gesungen. Hier handelt es sich um eine Aufnahme der Kinder der Musik- und Singschule der Stadt Wien, welche 2008 anlässlich des 70. Jubiläums der Schule mit rund 1000 Mitwirkenden im Großen Saal des Wiener Konzerthauses ein aufwendiges Programm zum Besten gaben.










